Jeder kennt das berühmte Bild vom Horseshoe Bend in Arizona in Amerika. Doch was viele nicht wissen ist, dass man ihn nicht nur vom Felsen, sondern sogar vom Colorado River aus sehen kann. Richtig gehört! Denn der Fluss, welcher durch den Canyon fließt, ist der Colorado River. Und auf diesem kann man mit einem Kajak fahren. Wir haben es ausprobiert.
Im Norden von Arizona in den USA findet man den Horseshoe Bend in der Nähe der Stadt Page. Hier sind wir entlang gekommen und haben unter anderem auch einen Klettersteig im Antelope Canyon gemacht. Unglaublich! Den Artikel muss man lesen. Heute wollen wir aber von unserem Abenteuer auf dem Colorado River im Glen Canyon berichten. Hier waren wir einen Vormittag mit dem Kajak unterwegs und haben sogar wilde Tiere getroffen.
Wir machen Urlaub mit Teenagern, der nicht langweilig ist – Wir zeigen wie es geht! Wir reisen als Familie mit unseren beiden Jungs Flo und Ben und erleben die großartigsten Abenteuer in der Welt.
Lees Ferry Lodge
Die Tour startete recht früh am Morgen, weswegen wir uns für die Nacht eine Unterkunft gesucht haben, die möglichst nah am Startpunkt lag. Lees Ferry Lodge war dafür absolut perfekt. Mit dem Auto dauert es nur 10 Minuten bis zu Lees Ferry – dem Startpunkt der Kajaktour – und weniger als 45 Minuten bis in die Stadt Page.
Wie der Name schon sagt, werden mehrere kleine Lodges angeboten. Wir hatten für die beiden Nächte eine etwas größere Lodge mit eigener Küche und reichlich Zimmern. Am Abend zuvor holten wir uns Spareribs und Maiskolben, sowie etwas Gemüse, was wir dann auf den Grill legten. Und auch wenn wir normalerweise wenig bis kein Fleisch essen, muss man sagen, dass das verdammt gut geschmeckt hat.


Neben den Lodges gibt es auch noch eine Bar, die aber gerade dabei war zu schließen, als wir mit Abendessen und auspacken fertig waren. Trotzdem war der Besitzer so freundlich, Benni und Flo die Bar offen zu lassen, sodass sie ungestört Dart und Billard spielen konnten. Da waren die beiden natürlich sehr glücklich. Jedoch blieben sie nicht zu lange, denn am nächsten Morgen sollte früh losgehen und nicht unanstrengend sein.



Der Horse Shoe Bend
Von unserer Lodge aus fuhren wir um 5:30Uhr zu Lees Ferry. Von hier aus sollte unsere Tour mit Kayak Horseshoe Bend beginnen. Man kann hier auch längere Rafting-Touren machen, die im Gran
d Canyon enden und über mehrere Tage gehen. Wir entschieden uns jedoch für das gemütlichere Kajak fahren am Horse Shoe Bend.
Bevor es losging wurden wir gefragt, ob wir die längere Tour oder die kürzere Kajaktour paddeln wollte. Da wir noch einen langen Fahrtweg vor uns hatten, entschieden wir uns für die kürzere Variante, die etwa zwei bis drei Stunden dauert. Als Nächstes holten wir die beiden Kajaks, die wir gebucht haben. Das hat in der Vergangenheit meist recht gut geklappt, wenn die beiden Jungs und Melanie und Thomas jeweils zusammen fuhren.
Danach stiegen wir mit den Kajaks und den Paddeln in ein Boot. Jetzt wurde uns erst so richtig klar, dass wir nicht bei Lees Ferry starteten, sondern wir zuerst stromaufwärts auf dem Colorado River mit einem Motorboot hinauf Richtung Page fuhren. Auf dem Weg begegneten wir schon einigen tollen Tieren. Direkt am Ufer standen zwei wilde Pferde, die durch das Wasser und die Morgensonne wunderschön glänzten. Nur ein paar Sekunden später tauchte vor uns ein kleiner Biber auf! Jetzt waren auch wirklich alle wach und wir freuten uns auf das, was uns erwartete.

Uns wurde dann erklärt, dass man bei der längeren Tour mit Kayak Horseshoe Bend auch durch das Horse Shoe Bend paddeln kann, der Weg zurück aber dementsprechend länger ist. Wir fuhren trotzdem mit dem Motorboot hin und konnten oben kleine Punkte erkennen. Das mussten wohl die Touristen sein, die den Sonnenaufgang beobachteten! Es war schon ein bisschen lustig zu wissen, dass wir selbst am Abend zuvor dort oben standen.


Wir fuhren dann wieder ein Stückchen zurück und wurden an einem kleinen Strand abgesetzt. Jetzt hieß es: Schwimmwesten an, Paddel in die Hand und los!!!
Das Kajak-fahren
Das Wasser war noch sehr ruhig und nahezu spiegelglatt. Es war auch noch nicht so heiß und das Wasser angenehm kühl. Wir paddelten die ersten paar Minuten entspannt und bestaunten die extrem hohen Felswände links und rechts von uns. Das Licht und der Blick waren wirklich schön und wir merkten gleich, dass sich das frühe aufstehen gelohnt hat. Man kann fast zu jeder Zeit überall anhalten, da alle paar Meter am Ufer ein kleiner Sandstrand auftaucht. Allerdings sollte man sich vorher gut umsehen, denn es werden auch ab und zu Berglöwen dort gesichtet. Die sind aber sehr menschenscheu und wir haben keine gesehen. Leider!



Der Colorado River schlängelte sich weiter durch den Glen Canyon und auf einmal entdeckten wir zwei größere Tiere in der Ferne. Es waren Wildpferde, die am Ufer grasten! Es waren die gleichen Pferde, die wir auch auf dem Hinweg vom Motorboot aus gesehen haben. Wir fuhren langsam immer näher und saßen auf einmal nur wenige Meter von ihnen entfernt in unseren Kajaks. Es war unglaublich schön zu sehen, wie sie friedlich ihr Frühstück genossen und sich von uns auch nicht stören ließen.

Nach ungefähr 10 Minuten paddelten wir weiter. Denn zum einen war der Weg noch weit und zum anderen wollten wir die Tiere nicht weiter belästigen.
Weit kamen wir allerdings nicht, denn vor uns stand mitten im Wasser ein weiteres Wildpferd! Gemütlich aß auch dieses gerade etwas. Ob Gras oder Algen wissen wir bis heute nicht genau, aber das war in dem Moment auch überhaupt nicht wichtig. Wir wollten nur den Moment genießen. Das braune Feld und die schwarze Mähne glänzten durch das Wasser und so langsam kam auch die Sonne raus, wodurch die Bilder noch schöner geworden sind.

Jedoch führte die Sonne auch dazu, dass es langsam immer wärmer wurde. Dementsprechend fuhren wir weiter. Der Weg war nun nicht mehr so lang. Zum Ende hinkamen uns auch einige Boote entgegen, die entweder weitere Paddler hinauf Richtung Page brachten oder Touristen durch den Canyon fuhren. Es war mittlerweile schon Vormittag.
Wir sahen noch zwei weitere Wildpferde, doch die Sonne machte uns langsam wirklich zu schaffen, weswegen wir auch ein wenig froh waren, als wir Lees Ferry sahen.
Wir packten die Kajaks zu den anderen Kajaks, die sehr offensichtlich am Ufer zu finden waren. Paddel und Schwimmwesten ließen wir ebenfalls drin. Im Auto schauten wir uns direkt die Bilder an, die auf unserem kleinen morgendlichen Abenteuer entstanden sind.
Unser Eindruck
Als wir schließlich wieder im Auto saßen, konnten wir kaum glauben, wie viel wir an nur einem Vormittag erlebt hatten. Der Horseshoe Bend ist aus der Vogelperspektive bereits beeindruckend – aber ihn vom Colorado River aus zu sehen, ist ein ganz eigenes Erlebnis. Zwischen spiegelglattem Wasser, riesigen Canyonwänden und den überraschenden Begegnungen mit Wildpferden fühlte sich die Tour an, als hätten wir einen geheimen, stilleren Zugang zu einem der bekanntesten Orte der USA gefunden.
Auch wenn die Sonne zum Ende hin immer gnadenloser wurde, würden wir diese Kajaktour jederzeit wieder machen. Sie war ruhig und abenteuerlich zugleich, überraschend tierreich und landschaftlich überwältigend. Und vor allem hat sie uns den Horseshoe Bend aus einer Perspektive gezeigt, die nur wenige kennen.

Mit vielen Erinnerungen, unzähligen Fotos und einem riesigen Grinsen im Gesicht machten wir uns schließlich auf den Weg richtig Grand Canyon – dankbar für ein Erlebnis, das uns noch lange begleiten wird.