In Utah gibt es so viele wunderschöne Nationalparks, die wir am liebsten alle erkundet hätten und einer der schönsten sollte der Bryce Canyon sein, so sagte man uns. Doch leider hatten wir nicht genügend Zeit, um alle Schätze und Wunder des Bundesstaates zu erkunden. Den berühmten Bryce National Park wollten wir aber unbedingt sehen, weswegen wir uns einen ganzen Tag Zeit genommen haben, um ihn zu erkunden.
Unser Weg in den Bryce Canon über den Cedar Break
Wir wollten auf unserem Amerika Roadtrip vom Zion Nationalpark direkt weiter zum Bryce National Park. Also von einem Naturspektakel zum Nächsten. Und auch wenn die beiden Parks nur ungefähr 120 km auseinanderliegen, sind sie doch so unterschiedlich. Mit unserem roten Jeep, den wir über USA-reisen.de gebucht haben, war diese Strecke aber easy zu meistern.


Einen ersten Vorgeschmack auf das, was uns erwartet, bekamen wir am Cedar Break National Monument: rote Felsformationen, geschwungene Säulen und ein atemberaubender Ausblick! Ein paar Kilometer weiter waren wir auf dem Berg und über den Felsformationen und wow!!! Es ist schwierig, das zu beschreiben, aber zum Glück haben wir einige Bilder gemacht.


Danach ging es auch schon weiter Richtung Bryce, dem eigentlichen Ziel. Wir fuhren über das Bergplateau und durch den Dixie National Forest. Es erstaunte uns, als wir ein Schild sahen, welches sagte, dass wir über 10.000 Fuß hoch waren, was über 3000 Meter entspricht. Und trotzdem fuhren wir durch einen Wald. Es ist deutlich wärmer als zum Beispiel auf 3000 Meter Höhe in den Alpen, weshalb die Vegetation eher an unsere Mittelgebirge erinnert.
An einem kleinen Burger-Stand mit dem Namen The Burger Barn & BBQ am Straßenrand machten wir eine kleine Pause. Wir wussten, hier gibt es kein gesundes Essen, dafür waren die Burger so sau lecker. Wir erreichten dann schließlich den Bryce Canyon Nationalpark und auch untere Unterkunft.



Ein Dome im Bryce Glamp and Camp für zwei Nächte
Die beiden Nächte, welche wir hier verbrachten, bewohnten wir einen Dome Bryce Glamp and Camp. Etwas abseits der Hauptstraße befinden sich diese ziemlich großen Glamping-Kugeln, wie man sie aus Finnland oder aus Mars-Filmen kennt, perfekt um Sterne zu beobachten. Die Glamping-Kugeln bieten jeden erdenklichen Luxus wie Klimaanalge, Küchenzeile und sogar einen Kamin.

Das Bryce Glamp and Camp bietet außerdem verschiedene outdoor Spielmöglichkeiten wie Volleyball, Cornhole und sogar einen Frisbee-Golf-Course. Dort haben wir Jungs an beiden Abenden sehr viel Zeit verbracht. An einigen Stellen mussten die Frisbees mehrere hundert Meter weit geworfen werden, um zum Ziel zu kommen oder ein Startpunkt war auf einem Berg und die Frisbees flogen den ganzen Berg hinunter.






Fototour mit Nick von Zion Guru im Bryce National Park
Am nächsten Morgen war es dann aber soweit. Es ging zum Bryce National Park. Wir trafen uns mit unserem Guide Nick von Zion Guru gleich morgens um 7:30 Uhr am Visitor Center oberhalb vom Bryce Canyon. Dann fuhren wir noch ein kleines Stück mit dem Auto die Scenic Road. Am Strassenrand sah man Hirsche und Rehe ganz nah, bis wir an einem recht großen Parkplatz stoppten.

Hier war schon richtig viel los. Nun liefen wir noch ein paar Meter weiter und kamen zur ersten Aussichtsplattform. Die Aussicht war kaum in Worte zu fassen. Kilometerweit rote Felsformationen und Säulen mit tiefen Schluchten türmten sich vor uns auf. Ein wahres Paradies für Fotografen. Wir freuten uns tierisch und das Wetter spielte mit. Es gab blauen Himmel mit einigen kleinen Watte-Wolken.


Wir starteten mit Nick am Sunrise Point und gingen den Queensgarden Trail entlang. Gerade am Anfang läuft man eher am oberen Rand und schaut nach unten in den Canyon hinein. Nick erzählte uns etwas zum Einfallswinkel der Sonnenstrahlen und worauf er beim Fotografieren achtet. Auch machte er Fotos von uns, während wir fotografierten. Wir merkten gleich, dass Nick selbst auch so viel Freude am Fotografieren und entdecken von neuen Blickwinkeln hat, dass wir alle gleich enthusiastisch dabei waren.
Der Queensgarden und die Wallstreet im Bryce
Von nun an führte der Trail deutlich nach unten und wir standen bald zwischen den vielen Sandsteinsäulen und konnten nach oben und nach unten schauen. Die Sonne schien zwischen den Säulen hindurch und wir alle zückten unsere Kameras. Man konnte sich gar nicht entscheiden, wohin man zuerst schauen und fotografieren sollte. Es ging weiter bis in den Queens Garden. Eine Steinformation sah der britischen Königin Victoria ähnlich, die letztendlich Namensgeberin für diesen Teil des Canyons war. Wir machten im Schatten eine kleine Pause und Nick erzählte uns etwas über sich.









Da es aber im Bryce Canyon langsam voller wurde, gingen wir weiter. Vom Queensgarden Trail gingen wir den Navajo Loop weiter Richtung Wallstreet. Wir waren am Grund des Canyon angekommen und liefen über ein flaches Stück an Bäumen und Sträuchern vorbei. Nick entdeckte einen blauen Vogel, der aber am Ende zu schnell für uns und unsere Kameras war. Außerdem sogen wir noch ein paar Mal den leckeren Karamell-Geruch der Rinde der Pondarosa-Kiefern ein.





Es gab so viel zu bestaunen, aber wir mussten weiter, denn eine der beeindruckendsten Felsformationen des Bryce Canyons lag direkt vor uns: die Wallstreet. Eine enge Schlucht mit glatten roten Felswänden, die sich links und rechts noch oben schoben. Ähnliches konnten wir auch im Zion Nationalpark bewundern. Wirklich beeindruckend! Am Ende der Wallstreet schlängelt sich der Weg in Serpentinen einige Höhenmeter nach oben bis zum Sunset Point. Von dort aus war es weniger als eine Meile direkt an der Kante des Bryce bis zurück zum Parkplatz.
Die Runde waren gut 6 Kilometer und 200 Höhenmeter. Da es gerade im Sommer sehr warm wird, ist es definitiv ratsam so früh wie möglich eine Tour durch den Canyon zu machen.



Die Scenic Road im Bryce Canyon
Am und im Bryce Canyon gibt es viele Wanderwege, die ineinander übergehen, sodass man auch mehrere Tage dort verbringen kann. Wir schauten uns den Rest das Canyons ziemlich gemütlich an. Die Scenic Road führt immer am Rim entlang und hat viele Aussichtspunkte mit Parkplätzen.

Auch sahen wir immer wieder Rehe und Wapitis am Strassenrand. Wir sind mit Nick einmal bis zum Ende zum gefahren. Dort befindet sich der Rainbow und der Yovimpa Point. Auf der einen Seite schaut man in den Bryce Canyon rein, der von diesem Punkt fast wie ein Amphitheater aussah. Auf der anderen Seite schaut man Richtung Grand Canyon und über die Weite des Nationalparks. Wirklich toll und definitiv sehr sehenswert.
Die Mossy Cave und der Tropic Ditch Fall
Nach einem entspannten Mittagessen im Bryce Canyon Pines Restaurant fuhren wir noch zur Mossy Cave. Es war früher Nachmittag und etwa 35 °C, aber die Wanderung war nicht lang und da unser Amerika-Roadtrip morgen weiter ging, wollten wir dort noch vorbeigehen.
Doch bevor wir zur Mossi Cave kamen, sahen wir einen Wasserfall und einige Leute, die sich dort im Wasser abkühlten. Da Handtücher und Badesachen bei der Hitze völlig überbewertet sind, war unser nächster Programmpunkt klar: Abkühlung im Tropic Ditch Fall. Ins Wasser ging es sowohl oberhalb als auch unterhalb des Wasserfalls und man konnte auch hinter den Wasserfall gehen und nur den Kopf rein halten. Es war ein großer Spaß und auch Nick war mit Eifer dabei, sich erstmal richtig nass zu machen.


Nach unserer ungeplanten Badepause ging es dann noch die letzten Meter weiter zur Mossy Cave. An der Höhle war die Luft angenehm kühl. Das liegt daran, dass durch den Sandstein ganzjährig Wasser sickert und es aus der Höhle tropft. Dadurch wachsen hier auch viele Pflanzen und eben auch Moos, was der Höhle ihren Namen gegeben hat. In die Höhle selbst kann man nicht weit hineingehen, aber es sah trotzdem auch von außen interessant aus. Im Winter bilden sich hier bizarre Eisskulpturen.


Danach näherte sich der Tag dem Ende. Wir machten noch einen kurzen Stopp am Supermarkt, um etwas für unser geplantes kleines Barbecue zu kaufen. In Amerika gibt es in allen Supermärkten Maiskolben mit Blättern. Diese kann man einfach so wie sie sind, mit Blattwerk auf den Grill legen. Sind die Blätter schwarz, dann ist der Mais innen perfekt. Den Abend verbrachten wir gemütlich mit Barbecue, Smores – ein Sandwich aus Keks, Marshmallow und Schokolade – und natürlich mit einer Runde Frisbee-Golf im Glamp and Camp.
Unser Gedanken zum Bryce Canyon
Aus unserer Erfahrung ist der Bryce National Park ein absolutes Muss, wenn man in Utah unterwegs ist. Im Vergleich zum Zion ist der Bryce Nationalpark etwas kleiner und den Hauptteil kann man gut an einem Tag erkunden. Aber wenn man mehr Zeit hat, gibt es viele schöne Wanderwege und auch die Sonnenuntergänge sollen traumhaft am Bryce sein.

Für uns führt unser Roadtrip weiter zum nächsten Abenteuer. Der Bryce Canyon zählt ohne Zweifel zu einem der schönsten National Parks. Er ist aber eher für entspannte Wanderungen, als für die ganz großen Abenteuer mit Adrenalin und Herzklopfen. Aber die Natur und die Aussichten hier sind einfach überwältigend. Hier kommt jeder ins Schwärmen.