Weihnachtszauber in Saalfeld und Schmalkalden: Feengrotten, Grottenadvent & Weihnachtsmarkt im Thüringer Wald

Saalfeld und Schmalkalden in Thüringen haben uns schon nach wenigen Minuten mit ihrem ganz eigenen Charme überrascht: historische Gassen mit Fachwerk, beeindruckende Natur, dazu Bergbaugeschichte und mitten im Advent eine wunderbar gemütliche Weihnachtsstimmung.

Für unseren Kurztrip nach Thüringen haben wir im Kulmberghaus übernachtet, hoch über der Stadt Saalfeld gelegen und direkt am Kulmbergturm. Dieses bietet sehr modernes Ambiente mit großzügigen Zimmern. Wir hatten ein Familienzimmer für uns vier. Ein Restaurant im Untergeschoss mit einem herrlichen Blick und einer modernen Küche runden das sehr positive Bild ab.

Von dort starteten wir zu unseren Erlebnissen – von spannenden Entdeckungen unter Tage in den Saalfelder Feengrotten über den stimmungsvollen Grottenadvent bis hin zum kleinen, feinen Weihnachtsmarkt in der Altstadt. Und wie es zu einem perfekten Weihnachtswochenende gehört, gab es auch viel Süßes: Nougat in der Viba Welt in Schmalkalden. Ein Trip, der für Familien genauso spannend ist wie für alle, die in der Vorweihnachtszeit nach besonderen Orten suchen.

Hinauf auf den Kulmbergturm

Nach einem guten Frühstück im Kulmberghaus wollten wir uns erstmal einen, im wahrsten Sinne des Wortes, Überblick über die Stadt Saalfeld verschaffen. Das geht am besten auf dem Kulmbergturm, der direkt neben dem Hotel steht. Der Turm ist einer der ältesten Stahlfachwerktürme Deutschlands und ist 20 Meter hoch.

Oben angekommen gibt es eine überdachte Plattform, von der wir einen fantastischen Blick über den Thüringer Wald und Saalfeld hatten. Da der Wind doch recht kalt blies, ging es aber für uns recht zügig wieder hinunter. Wir wollten ja auch noch mehr sehen.

Schaubergwerk Feengrotten und Erlebnismuseum Grottoneum

Ganz auf der anderen Seite von Saalfeld, etwa 20min vom Kulmberg entfernt, befinden sich die Saalfelder Feengrotten. Im 16. bis 19. Jahrhundert wurde hier vor allem Alaunschiefer abgebaut. Bereits seit 1914 sind die Feengrotten ein Besucherbergwerk und Naturheilstollen. Die Luft im Bergwerk gilt als besonders rein und gesund.

Das Grottoneum bei den Feengrotten

Wir starteten mit dem Grottoneum. Das ist ein tolles Mitmachmuseum auf dem Gelände der Feengrotten. Hier wird natürlich so einiges zum Bergbau erklärt und an vielen Stationen kann man ausprobieren, wie es war in einem Stollen zu arbeiten.

Besonders interessant sind aber die verschieden Stadien der Gewinnung der Mineralien zu sehen. Vom Rohmaterial bis zum fertigen Kristall ist viel Arbeit notwendig. Wir schauten nicht schlecht, wie durch verschiedene Prozesse aus einem schwarzen Stein ein klarer Kristall entstehen kann. Außerdem wurde erklärt, wie verschiedene Mineralien die Entstehung der Tropfsteine beeinflusst. Schaut also unbedingt mit rein, wenn ihr bei den Feengrotten seid.

Die Saalfelder Feengrotten

Für uns ging es nun aber endlich ins Schaubergwerk der Feengrotten. Tickets kann man entweder online buchen oder direkt vor Ort. Die Führungen finden immer zur vollen Stunde statt.

Als Erstes wurden wir mit einem Umhang zum Schutz der Kleidung ausgestattet. Da der Berg sehr eisenhaltig ist, sind die Wände zum Teil komplett rostrot überzogen und es tropft auch immer mal wieder von der Decke hinunter. Nach einer kurzen Einweisung ging es dann auch mit einem „Glück Auf“ los in den Berg. Auf gut ausgebauten und ausgeleuchteten Wegen ging es in den Stollen. Immer wieder machten wir einen Stopp und erfuhren interessante Dinge aus dem Bergbau. Weiter ging es über Metalltreppen tiefer in den Berg und wir kamen zu den ersten Tropfstein-Formationen.

Auf Grund des Metallgehaltes im Wasser wachsen die Tropfsteine in den Stollen recht schnell, denn die Höhlen waren nicht natürlichen Ursprungs. Über den langen Stollen, vorbei an der Bergbutter (mineralische Ablagerung), kamen wir dann zur eigentlichen Feengrotte. Diese ist die einzige Höhle, die natürlich entstanden ist. Die Mineralien im Berg lassen das Gestein in allen Farben strahlen. Uns wurde erklärt, dass die Bergmänner wohl eine Fee gesehen haben, als sie vor vielen Jahrhunderten die Höhle entdeckten und dass die Höhle daher ihren Namen hat.

Nachdem Highlight der Tour ging es an einer beeindruckenden versteinerten Wurzel schon wieder zum Ausgang. Die geführte Tour ging eine Stunde und war wirklich kurzweilig.

Grottenadvent an den Saalfelder Feengrotten

Immer am 2. Dezember-Wochenende gibt es den Grottenadvent. Auf dem Geländer wird ein kleiner Weihnachtsmarkt mit lokalen Leckereien und regionaler Handwerkskunst aufgebaut. Dazu wird Weihnachtsmusik gespielt. Natürlich dürfen Feen und der Weihnachtsmann auch nicht fehlen. Gegen Abend gesellen sich auch Feuerkünstler dazu.

Besonders beeindruckend sind aber die musikalischen Darbietungen unter Tage. In den Feengrotten singen Chöre und es wird musiziert. Zusammen mit der mystischen Stimmung der Feengrotten ist es ein ganz besonderes Erlebnis.

Weihnachtsmarkt in Saalfeld mit Eislaufbahn

Am Nachmittag machten wir uns dann noch auf, in die Saalfelder Alstadt. Durch das Blankenburger Tor schlenderten wir die Fußgängerpassage entlang. An der Johanneskirche ging es vorbei bis zum Marktplatz.

Dort gab es einen kleinen, feinen Weihnachtsmarkt. Etwa ein Drittel des Marktplatzes nahm die Eislaufbahn von Saalfelder Eiszauber ein. Das wollten natürlich Flo und Ben auch ausprobieren. Schlittschuh kann man selbst mitbringen oder vor Ort ausleihen. Also rauf auf die Kufen und ab ins Getümmel. Es war recht voll, aber trotzdem hatten alle ihren Spaß.

Für diejenigen, die nur zuschauen wollen, gibt es Stehtische und warme Getränke direkt neben an. Nach unzähligen Runden auf dem Eis wollten wir uns natürlich noch den Rest des Weihnachtsmarktes ansehen. Es gab einen Stand mit Handwerkskunst und natürlich wieder jede Menge Leckereien.

Am Kopf des Marktplatzes entdeckten wir das Café Mata. Es war der perfekte Zeitpunkt für eine gemütliche Kaffeepause. Es gab sehr leckeren Kaffee und Kuchen. Hier wärmten wir uns auf, bevor wir unsere Runde auf dem Weihnachtsmarkt fortsetzten

Nach einem entspannten Abendessen im Kulmberghaus, ließen wir den Abend sehr gemütlich ausklingen, bevor es in die Betten in unserem großzügigen Familienzimmer ging.

Die Viba Nougatwelt in Schmalkalden

Für uns hieß es heut Abschied nehmen von Saalfeld, aber bevor wir Richtung Berlin fuhren, ging es erstmal weiter Richtung Westen bis nach Schmalkalden. Hier gibt es das Viba Nougat-Welt und das scheint genau nach unserem Geschmack zu sein.

In der Erlebnis-Confiserie kann man viele Dinge über die Produktion von Nougat erfahren, außerdem gibt es eine gläserne Manufaktur. Beeindruckend, mit welchem ruhigen Händchen Schriftzüge und Muster auf die Schokolade gezaubert werden. Am Ende des Rundgangs entdeckte Ben einen Schoko-Brunnen, oder besser: einen Nougat-Brunnen. Endlich war es Zeit, zu probieren!

Natürlich war der warme Nougat sehr lecker, aber das haben wir auch so erwartet. Der eine oder andere von uns konnte sich nur schwer vom Nougat-Brunnen trennen, aber wir wollten auch noch das Restaurant erkunden.

Im großen Restaurant gibt es immer wieder verschiedene Veranstaltungen wie Sonntagslunch, Muttertagsbrunch, Familienfrühstück, aber auch Vorträge oder Cocktailpartys. Wann was stattfindet, schaut man am besten online und kann dort auch gleich einen Tisch reservieren. Das sollte man auf jeden Fall tun, wenn man an einem bestimmten Tag das Restaurant besuchen möchte.

In der Erlebniswelt kann man auch diverse Kurse rund um die Kunst der Schokolade und Confiserie buchen. 

Urban Art Graffiti zwischen Fachwerk in Schmalkalden

Nach dem leckeren Lunch und der reichlichen Menge an Nougat wollten wir uns nun Schmalkalden anschauen. Die Stadt ist vor allem bekannt für die historischen Fachwerkhäuser und die zauberhafte Altstadt.

Was wir in Schmalkalden nicht erwarteten, ist eine große Urban Art Community. Kulturvereine laden immer wieder internationale Urban Art Künstler ein, die das Stadtbild von Schmalkalden verschönern. 14 Kunstwerke kann man auf einem entspannten Spaziergang entdecken. Wir haben 5 der Kunstwerke entdeckt und waren begeistert.

Wir verabschieden uns aus dem Thüringer Wald

Unser Wochenende in Saalfeld und Schmalkalden hat uns gezeigt, wie vielseitig der Thüringer Wald in der Vorweihnachtszeit sein kann. Zwischen leuchtenden Tropfsteinen, weihnachtlicher Musik unter Tage, Fachwerk und Street Art sowie warmem Nougat aus dem Nougat-Brunnen haben wir unzählige Eindrücke gesammelt und echte Wohlfühlmomente erlebt.

Saalfeld an der Saale in Thüringen
Saalfeld an der Saale in Thüringen

Saalfeld ist ein wunderbarer Ausgangspunkt für Erkundungen – ob mit Familie, zu zweit oder allein auf der Suche nach neuen Orten. Wir nehmen viele schöne Erinnerungen mit nach Hause und wissen schon jetzt: in den Thüringer Wald kommen wir zurück – vielleicht schon zum nächsten Grottenadvent.

Autor

  • Ich bin Thomas und schreibe seit vielen Jahren den Familien Reiseblog Fravely. Ich liebe es die Welt zu bereisen und mit meinen beiden Jungs Flo und Ben und meiner Frau Melanie wundervolle Abenteuer zu erleben.

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