15 Tage Roadtrip durch Tunesien als Familie – Wüste, Abenteuer, Star Wars und Kulinarik – Unsere Erlebnisse aus Nordafrika

Warum ist eine Tunesien Reise für viele deutsche Touristen noch immer kein selbstverständlicher Gedanke? Oft wird Tunesien auf Urlaub in Strandhotels, All-Inclusive-Anlagen und kurze Badeurlaube reduziert. Doch dieses Bild wird dem Land in keiner Weise gerecht. Wer Tunesien wirklich bereist, entdeckt eine unglaubliche Vielfalt: von der endlosen Weite der Sahara über den grünen Norden um Dahar oder die Geschichte der Römer und Star Wars bis hin zu tiefen kulturellen Begegnungen und einer unglaublichen Gastfreundschaft.

Wir waren nun schon zum zweiten Mal in Tunesien unterwegs und wir können es jedem empfehlen, das Land zu bereisen. Aber wirklich zu bereisen und nicht 14 Tage in einem All-Inclusive-Hotel zu wohnen. Tunesien hat wirklich mehr zu bieten. Und das nicht nur im Frühling und im Herbst! Auf unserer ersten Tunesien-Reise waren wir im Herbst unterwegs. Wir waren diesmal im Dezember über Weihnachten und Neujahr mit der Agentur Bonheur Voyages dort und hatten ein Abenteuer fürs Leben in der Sahara, was man nur in Tunesien erleben kann.

Lasst euch von unserem Beitrag inspirieren und entdeckt Tunesien als eines der nächsten Reiseziele für euch. Wir zeigen euch, viele Fassetten des Landes und nehmen euch mit durch den grünen Norden, durch die Region Dahar, bereisen viele Star Wars und Indiana Jones Drehorte und fahren tief in die Sahara.

Flüge von Deutschland nach Tunesien mit Tunisair

Es gibt mehrere Airlines, welche Tunesien aus Deutschland anfliegen. Dieses Mal sind wir von Frankfurt aus gestartet und mit Tunisair in zwei Stunden nach Tunesien gereist. Schon das sollte ein Argument für das Land sein. Die Anreise von Berlin ist mit zweieinhalb Stunden Flugzeit nur unwesentlich länger. Mit Tunisair kann man auch sehr gut fliegen, der Standard ist ähnlich wie bei Airlines aus Europa.

Eine Nacht im Meininger Hotel am Flughafen Frankfurt

Wir sind übrigens am Nachmittag in Berlin mit dem Sprinter-ICE in vier Stunden nach Frankfurt gefahren und haben eine Nacht direkt am Airport im Meininger Hotel verbracht. Der Flug ging dann am Morgen und so kamen wir ohne Stress in Tunis an. Das Meininger Hotel am Flughafen Frankfurt eignet sich perfekt für einen solche Übernachtung. Es bietet normale kleine Hotelzimmer mit je zwei Betten. Es gibt sogar Familien-Zimmer, aber diese waren leider schon ausgebucht, sodass wir dazu nichts sagen können. Der CheckIn war easy und wir wir wurden sehr freundlich begrüßt.

Es gibt im Meininger Hotel auch eine Bar und ein paar Snacks wie Pizza, wenn man am Abend noch etwas essen möchte. Aber es gibt auch in fußläufiger Nähe einige Restaurants, sodass Abendessen auch mit Kindern absolut möglich ist.

Die Medina von Tunis – Wir mittendrin im Hotel Dar Ben Turkia

In Tunis, der Hauptstadt von Tunesien sind wir zur Dämmerung angekommen und erreichten die Medina. Der Verkehr war dicht und es waren sehr viele Menschen auf den Strassen unterwegs. Nun ging es mit unserem Gepäck hinein in die Medina, denn hier war unser erstes Hotel in Tunesien.

Für zwei Nächte waren wir im wunderschönen Hotel Dar Ben Turkia. Hier wohnten wir in einem Apartment, welches sehr modern und luxuriös ausgestattet war. Wir hatten ein extra Zimmer für unsere Kinder Flo und Ben mit zwei Betten und einem Bad mit WC und Dusche. Es gab dazu ein Wohnzimmer mit einer kleinen Küche. Auf einer Empore war ein Doppelbett sowie ein weiteres kleines Bad mit WC und Dusche. Das kleine Apartment ist perfekt für Familien und somit super für uns mit unseren Teenagern.

Zum Abendessen haben wir uns mit Foued Ben Ammar dem Chef von Bonheur Voyage getroffen. Es ging ins Dar El Jeld in der Medina von Tunis. Eines der angesagtesten Restaurants der Stadt und es hat eine der schönsten Türen in der Median von Tunis. Foued hat bei sehr leckerem tunesischem Essen die kommenden Tage mit uns besprochen. Die Reise hat Bonheur Voyage geplant und die Crew sind absolute Experten für Reisen in Tunesien.

Besichtigung der Medina von Tunis und ein tunesischer Kochkurs

Am nächsten Morgen starteten wir zu einer Tour durch die wunderschöne Medina von Tunis. Unser Guide von führte uns durch schmale Gassen von Tunis. Die Hauptfarben der Medina waren weiß und blau. An jeder Ecke gab es wunderschön verzierte Türen zu bestaunen. Diese waren blau, gelb und machmal auch braun oder rot. Es war Sonntag und die meisten Händler hatten geschlossen. Alle Straßen der Medina führten hinauf zur großen Moschee. Wir schauten in zwei Hotels der Medina, welche auch eine Dachterrasse hatten um einen Blick über die Stadt werfen zu können.

Für uns ging es nun erstmal in die großen Markthallen von Tunis. Hier war richtig viel los. Es gab frischen Fisch, frisches Obst und Gemüse und natürlich auch Brot, Oliven und Gewürze. Mit unserem Guide kauften wir einige Sachen ein, denn nach unserer City-Tour sollte noch ein tunesischer Kochkurs folgen.

Aber erstmal besuchten wir noch die große Moschee von Tunis. Die Ez-Zitouna-Moschee ist die älteste in Tunis und wurde 689 n Chr. eröffnet. Ein Besuch lohnt sich, aber man sollte auf die Öffnungszeiten achten, denn nicht immer ist ein Zugang möglich. Die meisten Moscheen sind am Vormittag bis 14Uhr für Besichtigungen geöffnet, Freitags allerdings nur bis 12 Uhr. Danach beginnen die offiziellen Gebetszeiten.

Nun ging es aber zum Kochkurs. Wir wurden schon erwartet und sehr freundlich in einer großen tunesischen Wohnung empfangen. Die Töpfe waren quasi schon heiß und wir starteten direkt. Einige Sachen waren schon vorbereitet, aber wir hatten ja auch noch etwas vom Markt mitgebracht. Es wurde also gleich der Fisch und die Garnelen vorbereitet. Natürlich hatten wir Unterstützung! Uns wurde alles gezeigt, sodass auch nichts schief gehen konnte. Es gab Brik, Couscous mit gegrilltem Fisch und Gemüse. Nach etwa eineinhalb Stunden Kochen war unser Tisch voll mit leckeren Sachen. Wir konnten das alles gar nicht essen, aber es war so lecker.

Wir haben für euch in einem extra Artikel diesen Kochkurs und andere kulinarische Highlights aus Tunesien beschrieben.

Nach dieser kulinarischen Erlebnissen machten wir in der Medina noch bei einem traditionellen Hutmacher halt. Er stellt die Chechia Hüte her, die tunesische Kopfbedeckung, die man zu großen Festen trägt. Er zeigte uns, wie man so eine Chechia herstellt und wir durften sogar probieren, ob uns denn so ein Hut steht.

Sidi Bou Said –  ein Muss wen man in Tunis ist

Am Nachmittag fuhren wir dann mit unserem Fahrer von Bonheur Voyage nach Sidi Bou Said. Der malerische Ort unweit von Tunis befindet sich an einer Landspitze am Mittelmeer und ist für seine gepflasterten Straßen und blau-weißen Häuser bekannt. Dort waren einst die Sommerhäuser der Reichen. Heute gibt es hier zahlreich Cafés und Souvenierhändler für die vielen Touristen. Außerdem gibt es ein leckeres Gebäck aus Hefeteig mit dem Namen Bambalouni. Es schmeckt wie ein Pfannkuchen, sieht aber aus, wie ein riesiger Donut.

Ein Berühmter Ort in Sidi Bou Said ist das Cafe des Delices. Es bietet einen traumhaften Blick auf das Mittelmeer und die Bucht vor Tunis und Karthago. Das Café und Karthago haben wir bei unserer letzten Tunesien-Reise besucht.

Der wunderschöne Ort Bizerte im Norden

Heute sollte unser Roadtrip durch Tunesien so richtig starten. Nach dem Frühstück im Hotel Dar Ben Turkia verließen wir die Stadt Tunis und fuhren an die nördliche Mittelmeerküste des Landes. Unser erstes Ziel war der kleine Ort Bizerte. Ein wundervoller Ort und eine der ältesten Städte des Landes, welche mit einer ganz eigenen Atmosphäre überrascht: entspannt, authentisch und fernab vom Massentourismus.

Besonders schön ist der alte Hafen mit seiner Medina. Bunte Fischerboote schaukeln im Wasser, kleine Cafés säumen die Uferpromenade und das Leben spielt sich direkt am Meer ab. Hier fühlt sich Tunesien ehrlich und ursprünglich an. Und das sogar im Dezmeber! Ein Highlight ist die Medina im Kasbah von Bizerte mit den kleinen Gassen und ihren wunderschönen tunesischen Türen. Bizerte ist ein Ort für Reisende, die Kultur, Meer und Alltag erleben wollen. Genau das macht den Charme dieser Stadt im Norden Tunesiens aus und zeigt eine Seite, die viele Besucher gar nicht auf dem Schirm haben.

Am nördlichsten Punkt Afrikas – Cap Angela

Für uns ging es noch weiter nach Norden. Genauer gesagt an den nördlichsten Punkt Afrikas. Dieser heißt Cap Angela und liegt tatsächlich in Tunesien. Das wussten wir bisher auch nicht. Es ist ein Ort, der weniger durch Sehenswürdigkeiten als durch seine Symbolik und Ruhe beeindruckt. Das Mittelmeer trifft hier auf raue Felsen, Wind und Weite. Die Landschaft ist ursprünglich, fast unberührt. Ein kleines Denkmal erinnert daran, dass man sich am äußersten Rand Afrikas befindet – mit Blick Richtung Europa.

Cap Angela ist kein klassischer Touristenort. Genau das macht den Reiz aus. Wer hierher kommt, wird auf wenige Menschen treffen. Es ist ein Platz, der zum Nachdenken einlädt und zeigt, wie nah sich zwei Kontinente sein können. Unser Besuch am Cap Angela fühlte also sich weniger wie Sightseeing an, sondern mehr wie ein bewusst werden, wo wir gerade stehen – an einem geografischen und für viele Menschen emotionalen Punkt zugleich.

Das Cup Angela in Tunesien ist der nördlichste Punkt Afrikas
Das Cup Angela in Tunesien ist der nördlichste Punkt Afrikas

Töpfern bei einer Familie auf dem Weg nach Tabarca

Auf unserem Weg vom Cap Angela nach Tabarca machten wir noch einen kurzen Stopp bei einem kleinen Haus am Straßenrand. Es sah unscheinbar aus, doch wir wurden scheinbar schon erwartet. Wir wurden in das kleine Haus geführt und entdeckten eine Töpferwerkstatt.

Die Frauen, die hier arbeiten zeigten uns dann auch wie sie den Ton für die Verarbeitung vorbereiten. Dann wurden wir eingeladen auch etwas kleines zu töpfern. Melanie und Ben versuchten ihr handwerkliches Geschick und ihre Fingerfertigkeit. So schön wie bei den Damen sah es aber nicht aus. Sie zeigten uns dann auch noch, wie sie die kleinen Kunstwerke bemalen und verzieren. Sehr eindrucksvoll und ein toller Einblick in das Leben der Menschen hier im Norden Tunesiens.

Wir fuhren von dort aus weiter bis in den Ort Tabarca am Mittelmeer, wo wir die kommenden zwei Nächte verbringen sollten.

Ain Draham – die grüne Seite von Tunesien

Am Morgen ging es für uns in den Ort Ain Draham. Die kleine Bergstadt liegt im Nordwesten Tunesiens, nahe der algerischen Grenze, und überrascht viele Reisende mit einer völlig anderen Seite des Landes. Statt Wüste und Sand erwarten einen hier dichte Wälder, sanfte Hügel und eine fast alpine Atmosphäre. Bekannt für ein kühleres Klima, Korkeichenwälder und ruhige, ursprüngliche Stimmung.

In einem Café trafen wir uns mit den Guides Alexander und Rania von Dar El Ain. Nach einem gemeinsamen Kaffee, der am Morgen sehr gut tat, zeigten sie uns als erstes eine kleine Weberei, die aus einer Kollektive von älteren Frauen bestand. Sie webten hier Teppiche aus Wolle oder alten Stoffresten. Diese Teppiche werden von den Einheimischen selbst genutzt und das hat hier rein gar nichts mit den Teppich-Händlern zu tun, die man aus den Tourismushochburgen kennt.

Mit den beiden Guides haben wir dann eine Wanderung gestartet und sind durch die wunderschönen Wälder und über die Berge gewandert. Es ging bis auf knapp 1000 Meter Höhe und wir konnten an vielen Ecken die wunderschöne Aussicht genießen. Wir fühlten uns sehr entschleunigt. Die Bäume waren grün und wir liefen über rot-braunes Laub. Immer wieder entdeckten wir Pilze und es gibt hier auch viele, die man Essen kann. Ain Draham ist ein absoluter Perspektivwechsel und zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig eine Tunesien Reise sein kann. Hier kann es sogar vorkommen, dass es im Winter 5-10 cm Schnee gibt.

Das grüne Tunesine in Ain Drahem
Das grüne Tunesine in Ain Drahem

Wir erreichten dann wieder unseren Ausgangspunkt der Wanderung und besuchten eines der Berghäuser. Hier war schon ein Tisch unter den Bäumen gedeckt und wir wurden eingeladen hier Mittag zu Essen. Wir setzten uns und waren gespannt was es gibt. Es wurde traditionell tunesisch gekocht und es gab typisches Essen für diese Region. Natürlich war Harissa dabei und es gab eine Suppe mit Brotstücken. Als Hauptspeise wurde uns ein Hühnchen gekocht, in einer leicht scharfen Soße serviert. Es war so lecker und mit so viel Liebe gekocht. Die Köchin zeigte sich dann auch und es war eine ältere Frau, die Frau des Hauses. Wir sagen DANKE für dieses tolle Essen und den besonderen Moment.

Ein paar Meter liefen wir weiter und machten halt an einer Töpferwerkstatt. Hier lernten wir einige Handgriffe an der Töpferscheibe und formten unsere ersten kleinen Schälchen auf der rotierenden Scheibe. Gar nicht so einfach. Dann durften wir noch eigene kleine Kunstwerke aus Ton zaubern. Unserer Kreativität wurde freien lauf gelassen. Ob das so gut ist… vermutlich nicht. Am Ende ist dann doch bei Melanie ein ganz schickes Kunstwerk entstanden.

Ain Draham ist ein wundervoller Ort, der Tunesien von einer anderen Seite zeigt. Ein Besuch lohnt sich, denn hier sind eher wenige Touristen unterwegs. Man kommt sehr gut mit den Menschen in Kontakt und erlebt die unglaubliche Freundlichkeit der Tunesier wirklich hautnah. Für uns ging es wieder zurück nach Tabarca, wo wir eine weitere Nacht verbrachten.

Kulinarische Erlebnisse Tunesiens in El Kef

Heute reisten wir weiter von der Mittelmeerküste (Tabarca) weiter ins Landesinnere entlang der algerischen Grenze. Wir erreichten gegen Mittag den Ort El Kef. Gefühlt waren wir die einzigen Touristen hier. Ein großer Trubel war auf den Strassen denn die Menschen fuhren zur Arbeit oder zum Markt. Wir wurden dann direkt in Empfang genommen und herzlich begrüßt von Azza von CuisArt. Mit ihr gingen wir zu ihrem Haus, denn sie wollte uns zeigen, wie traditionell tunesisches Brot gebacken wird.

Wir setzten uns dann in ihrem Hof um einen flachen Tisch, auf welchem schon verschiedene Zutaten für einen Teig standen. Es ging dann auch gleich los mit ein paar Erläuterungen und dann starteten wir mit dem Teig. Es sollten Nudeln werden und am Ende konnte man sie auch wirklich als solche identifizieren. Danach ging es für uns zum Essen, denn wir wurden von Azza zu einem traditionellen Essen bei sich zu Hause eingeladen. Ihre Mutter hatte gekocht. Wir wollten in die Küche und beim Tischdecken helfen, zur Verwunderung von Azza. Gesagt, getan und schon standen wir in der Küche und schauten der Mama von Azza über die Schulter, die uns direkt die ersten Kostproben in die Hand drückte. Jammi!!!

Anschließend gab es das zubereitete Essen im Wohnzimmer des Hauses. Es war unglaublich gut und wieder spürte man die Liebe, mit der das Essen zubereitet wurde. Es gab natürlich wieder Brik und typisches tunesisches Essen. Wir genossen es und es war auch trotz Harissa nicht zu scharf. Dann schauten wir nochmal in der Küche vorbei. Azza bereitet nun mit uns zusammen einen Teig aus Hartweizengrieß, Mehl, Wasser und Olivenöl zu. Aus diesem wurde in der heißen Pfanne ein sehr leckeres Brot gebacken, was wir dann noch warm mit frischem Olivenöl und Honig gegessen haben. Wow, waren wir satt.

Die Medina von El Kef und das alte Kasbah

Nun tat der geplante Spaziergang durch die Medina von El Kef sehr gut. Wir entdeckten schmale Gassen mit den typischen tunesischen Türen. Es ging immer weiter hinauf und wir erreichten das große Kasbah, welches über der Stadt thronte. Eine alte Burg, die ursprünglich als Verteidigungsanlage während der osmanischen Zeit  vermutlich um 1616 erbaut wurde. Es diente zur Kontrolle der Region nahe der algerischen Grenze. Die erhöhte Lage machte sie strategisch besonders wichtig.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kasbah mehrfach genutzt und umgebaut, unter anderem auch in der französischen Kolonialzeit. Heute ist sie eines der bedeutendsten historischen Bauwerke von El Kef und ein eindrucksvoller Zeuge der umfangreichen Geschichte Tunesiens. Hier finden im Sommer Konzerte und Feste statt, welche viele Besucher aus der Region anlocken.

Von hier oben konnten wir auch schon den Table of Jugurtha sehen. Das sollte morgen unser Ziel sein. Wir liefen wieder hinunter und weiter durch die wunderschöne Medina.

Der Sonnenuntergang über dem Kasbah El Kef
Der Sonnenuntergang über dem Kasbah El Kef

Wir erreichten dann das Dar Alyssa, wo wir die kommende Nacht verbrachten. Eingebettet in authentisches tunesisches Ambiente verbindet das Dar Alyssa traditionelle Architektur mit liebevollen Details und einer ganz besonderen Atmosphäre. Das Dar Alyssa ist ein Ort für Reisende, die das echte Tunesien suchen. Wir hatten hier zwei Zimmer für uns vier mit jeweils eigenem kleinen Bad.

Table of Jugurtha an der algerischen Grenze

Nach einem sehr guten Frühstück im Dar Alyssa in El Kef machten wir uns auf dem Weg zum höchsten Punkt unserer Reise. Wir wollten auf dem Jugurtha Tafelberg steigen. Dieser liegt im Nordwesten Tunesiens nahe der algerischen Grenze und ist eines der beeindruckendsten, zugleich aber am wenigsten bekannten Natur- und Kulturdenkmäler des Landes. Das riesige, flach abfallende Felsplateau erhebt sich majestätisch aus der umliegenden Landschaft. Schon von weitem wirkt es wie eine natürliche Festung – und genau das war es auch. Der Numiderkönig Jugurtha nutzte diesen Ort im 2. Jahrhundert v. Chr. als Rückzugs- und Verteidigungsstätte im Kampf gegen die Römer.

Melanie vor dem Table of Jugurtha
Melanie vor dem Table of Jugurtha

Wir liefen vom Parkplatz einen schmalen Pfad auf das Plateau, von dem sich ein atemberaubender Blick über die weite, fast unberührte Landschaft eröffnet. Hier oben gibt es einige alte Bauwerke, wie eine alte Moschee und zahlreiche Höhlen, die als Keller in den Fels gehauen wurden. Die Mosche kann man auch betreten und besichtigen. Hier lebt heute niemand mehr. Es muss aber Höhlen in dem Berg geben, denn wir entdeckten Felsspalten, aus denen warme Luft strömte. Ein Ort für Entdecker, Geschichtsinteressierte und alle, die das authentische Tunesien erleben möchten.

Wir liefen dann weiter und entdeckten Wasserlöcher, die Rechteckig von Menschen in den Feld gehauen wurden. Und etwas weiter erreichten wir dann die beeindruckende Kante des Table of Jugurtha. Hier ging es richtig steil hinunter. Unser Blick ging in die Ferne. Da hinten war schon die Grenze zum Nachbarland Algerien.

Die Römer in Tunesien – archäologischen Stätte von Dougga

Nachdem wir von dem Tafelberg wieder herunter geklettert waren, fuhren wir weiter. Wir machten noch einen kleinen Stopp in einem Café. Da wir mit einem Fahrer unterwegs waren, wusste er auch, wo wir anhalten konnten für einen guten Kaffee. Mit Locals reisen ist immer eine gute Idee!

Wir durchquerten den Norden und kamen in Dougga an. Hier haben einst die Römer eine Stadt auf einem Berg gebaut. Von dieser Stadt ist eine große Ruine übrig und teile der Tempel und ein großes Theater stehen noch. Wir haben aber erstmal Hunger und sind im Dar Jdoud eingekehrt. Dieses liegt direkt unterhalb der römischen Stätte Dougga und bietet sehr leckeres tunesisches Essen.

Die alte Römerstadt Dougga in Tunesien
Die alte Römerstadt Dougga in Tunesien

Dann ging es auf Entdeckungstour durch die alten Ruinen. Als eine der am besten erhaltenen römischen Städte Nordafrikas gibt es hier wirklich viel zu entdecken. Unsere Jungs sprangen neugierig über die alten Steine. Hoch auf einem Hügel gelegen, umgeben von Olivenhainen und weiter Landschaft, erzählt Dougga von einer Zeit, in der Tunesien ein bedeutender Teil des römischen Reiches war.

Bei unserem Spaziergang durch die weitläufige Anlage eröffnen sich immer wieder spektakuläre Ausblicke. Besonders beeindruckend sind das römische Theater, das Kapitol, die Tempel und die Überreste prächtiger Villen. Wir versuchten uns vorzustellen, wie die Menschen hier einst lebten. Es ist einfach so beeindruckend, wie weit entwickelt die Römer damals schon waren. Dougga gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie viel kulturelle Tiefe und Geschichte Tunesien zu bieten hat.

Nun ging es wieder auf die Straße mit unserem Fahrer von Bonheur Voyage, denn wir mussten heute noch zurück bis zur Hauptstadt Tunis und noch ein kleines Stück weiter zum Hotel Golden Tulip Carthage. Wir waren echt müde und sind erschöpft ins Bett gefallen.

Via Ferrata Experience in Zaghouan

Der Tag startete mit der Fahrt vom Hotel Golden Tulip Carthage im Norden Tunesiens in Richtung Süden. Unser erstes Ziel war die Stadt Zaghouan und das gleichnamige Gebirge. Hier wartete ein besonderes Abenteuer auf uns. Wer uns kennt, weiß auch, dass wir gerne mal einen Via Ferrata machen. So einen kleinen Via Ferrata gibt es auch hier in Tunesien am Djebel Zaghouan.

Wir trafen auf die Crew von A.R.E.Z. um Mohamed Dondon Tiouiri in den Bergen von Zaghouan. Er nahm uns mit auf einer Via Ferrata Tour mit einer Zipline als Abschluss. Die Kletter-Ausrüstung hatten wir selbst dabei. Wir sind da sehr gut ausgestattet mit Helmen, Klettergurten und Via Ferrata-Sets von Mammut. Dazu Zustiegschuhe von Garmont für genau solche Abenteuer. Aber man kann sich auch alles vor Ort ausleihen. Mohamed Dondon Tiouiri checkte unsere Ausrüstung, denn Sicherheit steht an oberster Stelle. Alles passte und wir konnten starten.

Der Klettersteig führte an einer Felswand steil nach oben. Er ist recht kurz und es galt nur etwa 30 Meter zu überwinden. Diese waren schnell geschafft. Mohamed Dondon Tiouiri zeigte uns nun noch eine Stelle, an der die Felsen offen waren und wir Fossilien entdeckten. Die ganze Berge sind hier voll davon, denn das lag alles mal unter dem Meer.

Dann wurde es etwas Aufregend. Wir sahen das Seil für die Zipline. Dieses war 160 Meter lang über die Schlucht gespannt. Es gab dazu noch ein Sicherungsseil. Wir vertrauten Mohamed Dondon Tiouiri und seiner Konstruktion und schon ging es rasant über die Schlucht. Die Zipline war nicht so schnell, machte aber richtig Spaß und der Ausblick über die Schlucht war sagenhaft.

Mittagessen im Dar Zaghouan

Nach so einem Abenteuer hatten wir alle Hunger und es ging zurück nach Zaghouan. Hier kehrten wir ins Dar Zaghouan ein. Ein großes Anwesen mit einem Guesthouse, mit einem großen Restaurant, mit einem Café, einigen Aktivitäten für Kids (Kletterpark) und einer alte traditionelle Olivenpresse. Für uns ging es aber erstmal ins Restaurant. Es gab traditionelles tunesisches Essen und dazu Livemusik.

Die ganzen Häuser waren von grünen Pflanzen überwachsen und es sah wundervoll aus. Alles blühte und eine alte Frau machte frisches Harissa aus getrockneten Chilis. Ein sehr idyllischen Fleckchen in Tunesien. Wir schauten uns noch etwas das restliche Gelände an und landete in einem kleinen Café, wo Flo und Ben ein Schachbrett entdeckten. Eine schnelle Runde und ein Tee war drin.

Gegenüber entdeckten wir die alte Olivenpresse. Der Betreiber lud uns ein und erklärte uns alles. In der Mitte stand der riesige Mahlstein, welcher von einem Kamel angetrieben wird. An der Seite standen dann große Pressen, die das Öl aus dem Olivenmus mit Hilfe von Bastmatten heraus drücken. Sehr beeindruckend, das mal zu sehen.

Olivenölpresse im Dar Zaghouan
Olivenölpresse im Dar Zaghouan

Die Römer in Tunesien – Der Wassertempel von Zaghouan und das Aquädukt

Auf dem Weg nach Zaghouan kamen wir an einem alten Aquädukt vorbei. Die Römer haben hier in Tunesien viele beeindruckende Bauten hinterlassen und so auch dieses 130 Kilometer lange Aquädukt, von dem noch Teile vollständig erhalten sind. Sie führten einst van Zaghouan bis nach Karthago, was wir bei unserer ersten Tunesien-Reise besucht haben.

In Zaghouan ist der Ursprung der römischen Wasserversorgung. Das Wasser kam hier aus dem Bergen und wurde am Wassertempel Zaghouan gesammelt. Von hier aus wurde es über das besagte Aquädukt bis in die Römerstadt Karthago geleitet. Eine unheimlich beeindruckende Leistung der römischen Baukunst. Der Wassertempel Zaghouan kann noch heute besichtigt werden und ist ein touristischer Ort, welcher durch seine Größe eine gewisse Ruhe und Erhabenheit ausstrahlt.

Das Berberdorf Zriba El Alia in Zaghouan

Doch Zaghouan hat noch mehr Geschichte zu bieten. Wir fuhren weiter in die Berge hinauf und erreichten das Berberdorf Zriba El Alia. Das ist ein historisches, heute überwiegend verlassenes Berberdorf im Norden Tunesiens, etwa 60 km südlich von Tunis. Wir fuhren auf einen Hügel zwischen zwei felsigen Gipfeln und von wo aus wir einen spektakuläre Ausblicke auf die umliegende Landschaft und den Djebel Zaghouan, einen der höchsten Berge Tunesiens hatten. Im Laufe des 20. Jahrhunderts verloren viele der traditionellen Berber­dörfer ihre Bewohner. Insbesondere in den 1960er Jahren zogen viele Familien in die neu entstandenen, besser erschlossenen Tiefland-Siedlungen, sodass Zriba El Alia weitgehend verlassen wurde.

Es ist ein beliebtes Ziel für kultur- und naturinteressierte Reisende sowie Fotografen, die die stille, mediterrane Berglandschaft und die alten Strukturen erkunden möchten. Hier oben haben wir sogar ein Café entdeckt und es werden einige Häuser wieder errichtete. So entsteht hier gerade ein Museum. Flo und Ben hatten besonders viel Spaß durch die Ruinen zu laufen und von Mauern zu springen.

Berberdorf Zriba El Alia in Zaghouan
Berberdorf Zriba El Alia in Zaghouan

Für uns ging es nun weiter Richtung Süden. Wir sollten heute noch Monastir und das Hotel Royal Thallasum Monastier am Mittelmeer erreichen. Wir hatten hier im Hotel zwei große Suiten Zum Abendessen ging es für uns in das Restaurant des Hotels und wir hatten ein leckeres Menü mit Meeresfrüchten und frischem Fisch.

Die Römer in Tunesien – Das Kolosseums von El Jem

Wir starteten nach dem Frühstück im Hotel Royal Thallasum Monastier mit unserem bis unters Dach voll gepackten Toyota Landcruiser von Bonheur Voyages. Es ging für es weiter in Richtung Süden von Tunesien. Wir erreichten dann recht schnell die Stadt El Jim und wir mussten gar nicht weit in die Stadt hinein fahren, da sahen wir schon durch die Straßen das riesige Koloseum, unser erstes Ziel für den heutigen Tag.

Als wir vor dem Kolosseum von El Djem standen, wurde schnell klar: Dieser Ort ist mehr als nur eine Sehenswürdigkeit. Mitten in der kleinen Stadt erhob sich eines der beeindruckendsten Bauwerke der römischen Antike – mächtig, monumental und überraschend gut erhalten. Nein, wir waren nicht in Italien, wir waren in Tunesien! Es fühlte sich fast unwirklich an, hier in Tunesien vor einem Amphitheater zu stehen, das in seiner Größe und Bedeutung mit dem Kolosseum in Rom verglichen wird.

Das Alte Rom in Tunesien – 5 römische Sehenswürdigkeiten die man als Familie mit Kindern entdecken kann
Das Alte Rom in Tunesien – 5 römische Sehenswürdigkeiten die man als Familie mit Kindern entdecken kann

Das Bauwerk stammt aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. und bot einst Platz für rund 35.000 Zuschauer. Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und große Spektakel fanden hier statt – heute ist es still. Beim Betreten spüren wir sofort die Geschichte, die in den massiven Steinmauern steckt. Besonders beeindruckt haben uns die riesigen Bögen die zu den Zuschauerrängen führten und die unterirdischen Gänge, in denen früher Tiere und Kämpfer auf ihren Auftritt warteten. Das Licht der tief stehenden Sonne fällt hinein, und genau das macht diesen Ort so atmosphärisch. Oben auf den Rängen eröffnet sich ein weiter Blick über die Arena.

Was El Djem für uns so besonders macht, ist nicht nur die Größe des Kolosseums, sondern seine Authentizität. Keine überlaufenen Massen, keine laute Inszenierung – stattdessen Raum, um zu entdecken, zu fotografieren und die Vergangenheit auf sich wirken zu lassen. Genau das hebt den Ort von vielen bekannten antiken Stätten ab. Das Kolosseum von El Djem gehört für uns zu den beeindruckendsten historischen Orten in Tunesien und zeigt eindrucksvoll, wie tief die römische Geschichte in Nordafrika verwurzelt ist. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Geschichtsinteressierte, sondern für alle, die Orte lieben, die Gänsehaut hinterlassen.

Wer noch mehr über die Orte der Römer in Tunesien wissen möchte, schaut in unseren Blogbeitrag.

Die Bilder der Römer – Mosaik Workshop in El Djem

Wir verließen das Koloseum mit einem sehr gutem Gefühl und kehrten direkt daneben in eine kleine Mosaik-Werkstatt ein. Ein große Galerie grenzte an die Werkstatt an und hier war ein Tisch vorbereitet. Auf diesem lag eine Vorlage und viele kleine weiße und schwarze Steine. OK, für uns stand jetzt eine Mosaik-Workshop im Dar El Djem auf dem Programm. Sowas haben wir auch noch nicht gemacht.

Uns wurde erklärt, wie man dieses Mosaik setzt und auf die Unterlage klebt und schon konnte es los gehen. Uns wurde erzählt, dass es hier in der Galerie Mosaike gibt, die etwa ein Jahr bis zur Fertigstellung gebraucht haben. So lange wollten wir an unseren Mosaiken nicht sitzen. Nach etwa 30 Minuten hatten wir alle Steine gesetzt. Wenn auch nicht so filigran wie die anderen Kunstwerke hier, dennoch waren unsere Werke gelungen. Und es hat sehr viel Spaß gemacht!

Mosaik im Dar El Jem in Tunesien
Mosaik im Dar El Jem in Tunesien

Für uns ging es weiter, denn wir hatten noch einiges an Weg vor uns. Unser heutiges Ziel war die Region Dahar um die Stadt Tataouine.

Mittagessen bei Dar Fatma Ktifa in der Nähe von Sfax

Gegen frühen Nachmittag erreichten wir die Stadt Sfax, an der wir aber vorbei fuhren. Unser Fahrer von Bonheur Voyages fand den Weg in einen Olivenhain. Hier standen einige Häuser und wir erreichten schließlich ein einzelnes sehr schönes Haus mit einer großen Terrasse. Wir sind bei Dar Fatma Ktifa angekommen. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und es gab auch gleich einen erfrischenden Zitronade und dazu frisches Brot mit Olivenpaste.

Dann ging es an einen großen Tisch und es gab unglaublich gutes Essen. Wir hatten frisches Fladenbrot, verschiedene Vorspeisen, eine typisch tunesische Suppe und zum Hauptgang ein leckeres Essen. Wir können es gar nicht alles beschreiben, es war einfach richtig gut! Die leckeren kleinen Makroud bildeten den perfekten Abschluss.

Das Dar Fatma Ktifa hat nicht nur eine herausragende Küche, sondern ist auch ein Guesthouse. Es gibt verschiedene Zimmer für Familien oder Pärchen. Und das mitten zwischen Olivenbäumen. Das Mittelmeer ist nur einen Kilometer entfernt. Hier lässt sich hervorragend Urlaub machen. Aber wir mussten leider weiter. Es lag noch ein Stück Weg vor uns.

Zwei Nächte im Domaine Oued El Khil nahe Tataouine

Gegen Abend erreichten wir dann Domaine Oued El Khil in der Nähe von der Stadt Tataouine in der Region Dahar. Es war mittlerweile dunkel und es war frisch. Wir wurden sehr herzlich empfangen und uns wurden zwei Zimmer gezeigt, die für uns vorbereitet wurden. Es waren zwei von vier Zimmern in dem Haupthaus vom Domaine Oued El Khil. Jedes Zimmer hatte ein eigenes Bad und entweder ein Doppelbett oder zwei Einzelbetten. Das Haus war zur Hälfte überdacht und bildete somit einen kleinen Hof. Es sah wundervoll aus.

Zur Domaine Oued El Khil gehören noch kleine weiße Häuschen, die wie Zipfel-Mützen aus dem Boden ragten. Diese standen vor dem Haupthaus. Wir waren nicht die einzigen Gäste in den folgenden zwei Nächten. Es gehörte hier dazu, dass alle Gäste zusammen Abendessen. Wir lernten eine Familie aus Neuseeland kennen und eine Frau aus den USA. Es war sehr unterhaltsam und die Idee, dass man andere Gäste hier kennen lernt, hat absolut funktioniert.

Dann ging es ins Bett. Das Zimmer hatte keine Heizung und ein Heizlüfter und viele Decken hielten uns warm. JA, der Dezember kann mit wenigen Grad über Null sehr kalt in Tunesien sein. Aber es war wirklich wunderbar hier zu schlafen. Ein echtes Abenteuer!

Mit dem Fahrrad von Douiret nach Chenini

Nach einer kalten Nacht gab es ein gutes und liebevoll zubereitetes Frühstück. Wir lieben es, wenn es gutes Brot, Honig, frische Marmelade und Olivenöl gibt. Dazu etwas Joghurt und selbst gebackenen Kuchen, Kaffee und Tee. Mehr braucht es nicht!

Nun ging es mit unserem Fahrer von Bonheur Voyages nach Douiret. Das alte Berberdorf an dem Berg hatten wir schon bei unserer ersten Tunesien-Reise besucht. Damals war es unerträglich heiß. Heute war es viel angenehmer. Wir trafen uns hier mit einen Guide, der uns viel zur Geschichte von Douiret erzählte. Er zeigte und eine alte Olivenpresse, eine alte Moschee und erklärte uns, wie man hier früher Lebensmittel in den Bergen gelagert hat. So wurden die Oliven nicht auf einmal gepresst, sondern nach und nach über das Jahr. Sie wurden in riesigen Tongefäßen gelagert.

Wir liefen dann zwischen den teils stark verfallenen Häusern entlang bis hinauf auf die Spitze des Berges. Dort warteten 5 Fahrräder auf uns und den Guide. Von hier aus ging es nun 10 Kilometer durch die karge wüstenähnliche Dahar Region von Douiret nach Chenini. Chenini ist auch ein altes Berberdorf. Aber gegenüber Douiret ist dieses noch bewohnt. Etwa 80 Familien leben hier in den kleinen alten Steinhäusern im Dahar. Wir schlenderten durch den Ort hinauf zur strahlend weißen Moschee. Von hier oben hat man einen tollen Blick über den ganzen Ort. Überall wuselten die Einwohner und gingen ihrem täglichen Leben nach. Es war wundervoll anzusehen.

Kulinarisches Erlebnis bei Al-Zaytouna-Komplex in Al-Farsh 

Es ging für uns weiter und wir erreichten Al Farsh bei Tataouine. Wir stoppten an einem kleinen Haus am Straßenrand und wurden hier von drei Damen sehr freundlich empfangen. Wir wurden direkt mit in die Küche des kleinen Hauses genommen. Und dort wurde uns erklärt war wir jetzt kochen. Zum einen gab es Brick, was wirklich als Vorspeise zu keinem Essen in Tunesien fehlt. Hier haben wir dann auch gleich mit geholfen und die dreieckige Version des frittierten Gebäcks gemacht. Zudem gab es ein Couscous, der schon vorbereitet war.

Dann wurde es spannend. Eine Frau gab in einen Topf auf einer offenen Flamme eine ganze Menge Mehl mit Wasser und etwas Olivenöl. Sie fing an es zu verrühren und es wurde nach einiger Zeit ein grauer fester Teigbrei. Wir wussten nicht so recht, was das werden soll. Der Teig wurde dann in einer Schussel auf unseren Tisch gestellt. Dann zeigte man uns, dass man kleine Teigklößchen mit den Fingern heraus nahm und diese in Zucker, Harissa oder andere Gewürze dippen soll. Und dann wird das direkt gegessen. Das war für uns etwas verrückt, aber es schmeckte erstaunlicher Weise richtig gut. Naja, wer isst nicht gern warmen unfertigen Teig. So in der Art schmeckte das.

Kulinarisches Erlebnis bei Al-Zaytouna-Komplex in Al-Farsh
Kulinarisches Erlebnis bei Al-Zaytouna-Komplex in Al-Farsh

Besichtigung des wundervollen Ksar Mrabtine

Es war schon Nachmittag und wir hatten noch zwei Programmpunkte, also fuhren wir weiter. Wir erreichten ein kleines Dorf und haben das Ksar Mrabtine schon oben auf einem Berg gesehen. Ein schmaler weg führte hier hinauf. Unser Fahrer von Bonheur Voyages wusste genau, was er machte. Wir hatten ja ein Toyota Landcruiser unter uns. Also ging es mit dem 4×4 den schmalen Weg nach oben, bis fast an das Ksar heran.

Nur noch wenige Meter hatten wir zu laufen und dann standen wir im alten wunderschönen Ksar Mrabtine. Eines der schönsten, die wir hier gesehen haben. Das Ksar war ringsum geschlossen und nur durch eine kleine Tür begehbar. Innen zeigte sich ein sehr authentisches Bild. So ein Ksar wurde als Getreidespeicher von den Berber benutzt. In der ganzen Region findet man diese Bauwerke, welche zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert erbaut wurden. Heute werden nur noch wenige wirklich genutzt. In Star Wars gibt es viele Szenen, die ein Ksar zeigen. Aber nicht das Ksar Mrabtine, obwohl es eine perfekte Kulisse bildet.

Besichtigung vom Star Wars Hotel Ksar Hadada

Dafür war das Filmteam um Star Wars im Ksar Hadada und hat einige Szenen um Anakin Skywalker gedreht. Wir haben auf unserem Roadtrip im Herbst 2023 hier in diesem wundervollen Ksar übernachtet. Das Ksar Hadada ist ein kleines Hotel. Mit kleine Zimmer. Allerdings sind diese eben nur so groß, wie auch die Räume früher waren. Auch die Deckenhöhe ist sehr niedrig. Aber es ist ein tolles Star Wars Abenteuer hier eine Nacht zu verbringen.

Wir liefen durch das Ksar und einige Erinnerungen wurden wach. Klar wussten wir noch ganz genau in welchem Zimmer wir geschlafen haben. Wir suchten dann noch die Orte im Ksar Hadada, wo Star Wars gedreht wurde. Und wir haben sogar die Bilder sehr gut nachstellen können. Am Eingang hängen auch ein paar Bilder aus dem Film. Wir sind wohl nicht die einzigen Star Wars Fans, die diesen Ort hier in der Dahar Region besuchen.

Für uns ging es zurück zur Domaine Oued El Khil, wo es ein wundervolles Abendessen in großer Runde gab. Alles war wieder frisch gekocht und aus dem eigenen Garten des Besitzers. Es wurde dann schnell wieder kalt und wir huschten ins warme Bett.

Star Wars Drehort im Ksar Medenine

Wir starteten früh in den Tag mit einem wiedermal sehr schönen Frühstück im Domaine Oued El Khil. Für heute war einiges geplant und wir hatten einen langen Weg vor uns. Den ersten Spot, den wir anfahren wollten, hatten wir so nicht ganz im Plan. Denn wir konnten noch einen besonderen Star Wars Drehort ausfindig machen. Das Ksars of Medenine im Ort Medenine, den wir auf unserer Route passieren.

Wir erreichten Medenine und erreichten das Ksar. Auf den Straßen war viel los und wir sprangen nur schnell aus dem Auto. Dann liefen wir der Navigation auf unserem Handy nach eine kleine Straße hinein. Und dann haben wir den Ort direkt erkannt. Ja, hier standen Qui-Gon Jinn, Anakin Skywalker und seine Mutter im Film Star Wars Episode 1 – Die dunkle Bedrohung. Und nun wir! Zwei Szenen wurden hier gedreht und beide konnten wir sehr gut nachstellen.

Mit einem breiten Grinsen auf vier gesichert ging es zurück zum Auto. Wir schnappten uns noch einen Kaffee an der Straße gegenüber in Medenine und dann ging es weiter im Toyota von Bonheur Voyages. Wir fuhren durch die Berge des Dahar-Landes und durchquerten den Ort Toujane, welcher besonders bei Motorradfahrern sehr beliebt ist. Es gibt ein kleines Café auf einem Berg vor dem Ort, von wo man einen tollen Blick auf Toujane hat.

Toujane in der Regiona Dahar in Tunesien
Toujane in der Regiona Dahar in Tunesien

Star Wars im Hotel Sidi Idriss in Matmata

Den nächsten Ort haben wir auch schon bei unserer ersten Reise nach Tunesien besucht. Wir wollten unbedingt noch einmal dort hin, denn es ist ein richtig cooler Ort für Familien mit Kids. Das Hotel Sidi Idriss auch bekannt als der Star Wars Drehort für die Innenaufnahmen von Lars Homestead. Wir gingen wieder voller Vorfreude hinein und hörten schon die Star Wars Musik, als wir das Droglodyten Haus betraten. Und dann standen wir wieder im Inneren von Lars Homestead.

Nun blieb uns etwas Zeit für Fotos und Videoaufnahmen. Es waren aber noch andere Menschen hier, wir hatten aber Glück, denn es waren nicht viele andere Touristen da. Doch auf einmal standen wir ganz allein in Lars Homestead und konnten viele tolle Bilder machen. Das passiert übrigens nicht oft, denn der Ort ist sehr beliebt und es stehen immer Touristen-Busse vor der Tür.

Vier Mal breites Grinsen wurden nochmals an diesem Tag in unsere Gesichter gezaubert. Im Hotel Sidi Idriss kann man auch übernachten oder auch im Restaurant essen. Für echte Star Wars Fans ein „must do“- Ort.

Essen im Hotel Les Berberes – Matmata

Zum Lunch ging es für uns in das Hotel Les Berberes, welches sich auch in Matmata befindet. Auch dieses ist in einem alten Droglodyte Haus gebaut und wundervoll mit vielen Details versehen. Es gab wieder ein typisch tunesisches Essen mit Brick, einer Suppe und Couscous mit Lamm und Gemüse. Es schmeckte sehr gut und wir wurden alle satt. Das Hotel ist ein toller Ort abseits der großen typischen Touristen-Hochburgen auf Djerba, in Monastier oder Sfax. Es lohnt sich absolut auch mal raus zu fahren in Regionen und dort zu übernachten. Das stellen wir in Tunesien immer wieder fest. Tunesien lässt sich sehr gut bereisen, wenn man diese kleinen Juwelen in die Route zum übernachten mit einbaut.

Über Douz in die Sahara zum Abdemoula Camp am Tembaine

Die Reise war bisher ein echter Roadtrip durch Tunesien. Jetzt sollte aber das richtige Abenteuer starten, auf das wir uns schon zwei Jahre lang freuten! Vor dem Restaurant trafen wir auch Foued Ben Ammar. Mit ihm waren wir auf unserem ersten Tunesien Roadtrip unterwegs und er ist der Besitzer und CEO von der Agentur Bonheur Voyages. Er hatte die Idee vor zwei Jahren, uns mit auf die nun folgenden Tage über Silvester und Neujahr in die Sahara mitzunehmen. Es sollte eines der coolsten Wüstenabenteuer werden, die wir je gemacht haben.

Unsere Gruppe von 5 Autos fuhr von Matmata nach Douz. Hier trafen wir auf ein weiteres Auto, sodass wir 6 Geländewagen waren, die den Trip in die Sahara für die kommenden Tage antreten sollten. Die Tankstelle in Douz wurde nochmal angefahren, um alle Tanks und Kanister mit Sprit zu befüllen. Und dann starteten wir auf der Straße in Richtung Sahara.

Die Straße wurde immer schlechter und schmaler. Die Sandberge rechts und links wuchsen langsam. Wir fuhren etwa zwei Stunden, passierten noch zwei Cafés ohne Stopp. Das eine Café kannten wir noch von der letzten Reise und erinnerten uns, ab hier gab es kein Handy-Empfang mehr. Für die kommenden drei Tage. Dann ging es links weg von der Straße auf eine Piste. Die Fahrer gaben richtig Gas. Nach einer Weile tauchte am Horizont der Tembaine auf. Das ist ein großer Tafelberg, der für alle Wüsten-Fahrer als Orientierungspunkt dient. Hier gibt es auch ein kleines Wüsten-Café und rund um den Tembaine befinden sich 3 große Wüsten-Camps. Wir sollten die kommende Nacht wieder im Camp Abdemoula übernachten.

Aber erstmal machte unsere Gruppe Stopp auf einer Düne und wir schauten alle gemeinsam den Sonnenuntergang. Diese sind in der Wüste immer etwas ganz Besonderes. Wir lernten hier schon die ersten Teilnehmer der Tour kennen oder trafen schon bekannte Gesichter wieder.

Das Wüsten Camp Abdemoula in der Sahara in Tunesien
Das Wüsten Camp Abdemoula in der Sahara in Tunesien

Dann ging es weiter, den letzten Kilometer bis zum Camp Abdemoula. Hier war vieles noch wie vor zwei Jahren. Aber auch viel Neues haben wir entdeckt. Das Haupt-Zelt und die Feuerstelle waren noch gleich. Dafür gab es nun mehr Wohnzelte, die mit bis zu vier Betten, einer Toilette und einer Dusche sehr komfortabel ausgestattet sind. Den Abend verbrachten wir am Lagerfeuer und bei sehr guten Essen im Hauptzelt. Wir waren voll gespannt auf die kommenden Tage in der Sahara.

Oliven- und Bananenbäume für das Camp Abdemoula

Sehr früh sind wir (Melanie und Thomas) aufgestanden, denn wir wollten hinauf auf die Düne zum Sonnenaufgang. Den konnten wir hier letztes Mal nicht sehen, da es bewölkt war. Heute hatten wir einen sternenklaren Himmel, welcher einen tollen Sonnenaufgang versprach. Und so war es auch. Wir genossen den Moment und freuten uns aber auf das Frühstück im Camp Abdemoula.

Nach dem Frühstück wussten wir nicht so recht, was passiert. Foued und seine Frau Amal sagten uns, dass wir Oliven- und Bananenbäume pflanzen. In der Wüste? Hier? Dachten wir uns. Ja, tatsächlich! Wir gingen hinter das Hauptzelt und uns offenbarte sich ein großer Garten mit Zwiebeln, Möhren, Radieschen und anderem Gemüse. Dazwischen standen kleine Palmen und kleine Olivenbäume. Was hier mal entstehen soll, wurde uns nun klar. Eine Oase und das Camp Abdemoula baut hier Gemüse selbst an um nachhaltiger zu wirtschaften. Die Bewässerung kommt übrigens von einer Quelle unter dem Wüstensand.

Wir pflanzten nun zwei Bananen-Pflanzen. Ob das hier in 10 oder 20 Jahren eine riesige Oase ist? Wir können uns das sehr gut vorstellen.

150 Kilometer hinein in die Sahara

Nun hieß es Sachen packen und alles in die Geländewagen von Bonheur Voyages packen. Vor uns lagen 150 Kilometer im Wüstensand. Am Tembaine sammelten sich nochmal alle Autos und dann starteten wir den wilden Ritt. Nach etwa eine Stunde staubige Piste wurde die Luft von den Reifen abgelassen um im weichen Wüstensand gute Traktion zu haben.

So ging es nun 2 weitere Stunden Düne rauf und Düne runter. Wir machten einen Stopp und es wurde ruck zuck von der Crew ein kleines Pick Nick aufgebaut. Es gab für jeden etwas leckeres zum Essen im Schatten der Geländewagen. Auf einem kleinen Tafelberg neben dem Camp hatten wir eine tolle Aussicht über die Wüste. Spannend ist zu sagen, dass die Dünen hier in Tunesien ganz anders aussehen als im Oman oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das liegt vermutlich an der Struktur des Sandes und vielleicht auch an den Winden und dem Wetter. Wir erreichten dann den Lake Houidhat: unser Ziel in der Sahara. Hier findet man neben einer heißen Quelle, die den See mit Wasser speist und Pflanzen wachsen lässt und auch ein Wüsten-Café. Wir schauten uns alle die Quelle an und waren beeindruckt, wie das Wasser mitten in der Wüste aus der Quelle sprudelt.

Das Camp von Bonheur Voyages am Lake Houidhat

Unser Camp war aber noch einen Kilometer weiter über eine große Düne zu finden. Wir fuhren über die letzte große Düne und sahen ein Camp bestehend aus 14 im Kreis angeordneten Zelten mit zwei sternförmigen Gruppenzelten in der Mitte. Ein Team war bereits einen Tag zuvor hier mit zwei Pickups angekommen und haben das Camp errichtet. Wir packten nun alles aus und bezogen unsere beiden Zelte. Eine Isomatte und ein Schlafsack lagen bereits im Zelt bereit. Wir hatten aber noch unsere eigenen Schlafsäcke mit.

Ben schnappte sich gleich das Sandboard, was Foued mitgebracht hatte. Flo kletterte auf die hohe Düne direkt hinter dem Camp. Wir Eltern lernten weiter die anderen Camp-Teilnehmer kennen. Es waren außer uns noch eine Familie aus Frankreich dabei und ansonsten Tunesier. Dieses Abenteuer kann man bei Bonheur Voyages buchen. Nicht nur zum Jahreswechsel, auch zu anderen Jahreszeiten ist eine Buchung möglich. Es müssen aber genügend Teilnehmer zusammen kommen.

Es wurde nun Abend und die Crew von Bonheur Voyages hat Abendessen zubereitet. Ja es war sogar ein Koch dabei, der die Küche voll im Griff hatte und wirklich tolle Dinge für ein reichhaltige Buffett zauberte. So wurde für uns sehr gut gesorgt und das sollte auch die kommenden Tage so sein. Schaut einfach mal die Bilder vom Essen durch und seid begeistert, was mitten in der Sahara so möglich ist.

Am Lagerfeuer saßen wir alle am Abend. Es wurde gequatscht über Musik, über Reisen, über Träume und so verging der Abend sehr schnell. Alle waren müde und es ging schnell ins Zelt in den warmen Schlafsack. Die Nächte in der Wüste sind im Dezember sehr kalt. Aber wir waren mit unseren Y by Nordisk Schlafsäcken sehr gut ausgestattet.

Ein Tag in der Sahara im Camp von Bonheur Voyages am Lake Houidhat

Wir wachten früh auf und trauten uns gar nicht aus den Schlafsäcken, denn es war wirklich kalt. Nagut, warm anziehen und rüber zum Lagerfeuer. Das brannte die ganze Nacht. Flo war schon aufgestanden und saß auf der hohen Düne um den Sonnenaufgang zu sehen. Der sah fantastisch aus. Das Frühstück wurde zubereitet und wieder gab es besondere tunesische Sachen, die wir nicht kannten, aber wirklich lecker schmeckten. So startete der Tag schon mal sehr gut und entspannt.

Das Essen war überhaupt eines der Highlights in der Wüste. Was die Crew von Bonheur Voyages logistisch und kulinarisch da aufgefahren hat, kann man nur glauben, wenn man es persönlich erlebt hat. Es gab immer frisches Essen, denn es war ein Koch dabei und auch Foued selbst hat einen Tag gekocht. An einem Abend gab es sogar Käse Fondue über offenem Feuer.

Wir machten dann eine Wanderung durch die Wüste hinüber zum Lac Houidhat. Es war etwas mehr als ein Kilometer Weg und wir sind als Gruppe mit einem Guide rüber gelaufen. In der Wüste kann man schnell verloren gehen. Das ist wirklich so und sollte man immer beherzigen. Niemals allein in die Wüste ohne Ortskundigen!

Am Lake Houidhat und der Quelle angekommen wanderten wir erstmal eine Runde um den See. Teilweise war es traurig zu sehen, dass andere Wüstentouristen hier ihren Müll liegen ließen. Leute! Wenn ihr Plastikflaschen mitbringt, dann nehmt euren Müll wieder mit!

Wieder zurück an der Quelle wollte Ben unbedingt ins warme Wasser. Die Luft war mit etwa 18 Grad recht frisch und das Wasser der Quelle hatte wohlige 35 Grad. Also probierte Ben das gleich aus. Auch andere Campteilnehmer wollten ins Wasser. Wir trafen hier auch andere deutsche Touristen, mit denen wir kurz quatschten. Es war eine sehr angenehme Stimmung.

Dann ging es zurück zum Camp, wo sich alle noch etwas beschäftigten. Sei es mit Gesprächen am Feuer, Sandboarding, Spielen oder Spaziergängen rund um die große Salzfläche, auf der das Camp stand. So verbrachten wir den Tag bis zum Abend und die Zeit verging sehr schnell. Es gab noch etwas zu Essen am späten Nachmittag, was sich echt wieder mehr als sehen lassen konnte.

Dann gingen wir alle hinauf zur höchsten Düne um den letzten Sonnenuntergang im Jahr erleben zu können. Die Stimmung war ausgelassen, es lief Musik und einige tanzten im Wüstensand. Den Abend verbrachten wir am Lagerfeuer und bei sehr gutem Essen und so war es schnell 0 Uhr und der Jahreswechsel stand an. Mit ein paar Raketen wurde dieser gefeiert und es wurde wieder etwas getanzt. Aber nicht lange alle waren müde und es ging schnell ins Bett.

Rückfahrt aus der Sahara vom Lake Houidhat

Wieder mussten wir aus unserem warmen Schlafsack heraus kommen. Das fiel uns wieder nicht leicht, aber das Frühstück lockte! Nach dem ausgezeichneten Frühstück packten wir alle unsere Sachen und es wurde wieder alles in die Autos geladen. Dann machten wir uns auf die Rückfahrt. Am Lac Houidhat vorbei, nahmen wir allerdings dieses mal eine andere Route. Diese ist wohl etwas kürzer, aber viel spektakulärer. Wir mussten hohe Dünen steil hinunter und das war echtes Abenteuer für alle.

Natürlich gab es am frühen Nachmittag auch wieder ein Picknick und es wurde in der Wüste gerillt. Dann ging es auch schon weiter und wir erreichten zum Sonnenuntergang den Tembaine Tafelberg. Nur ein kurzer Stopp und weiter ging es bis zur Piste. Es war mittlerweile dunkel, aber die Luft auf den Reifen musste wieder auf ein höheres Niveau gebracht werden. Weiter ging es durch die Dunkelheit bis wir dann die ersten Lichter und die erste Zivilisation am Horizont sahen. Wir erreichten Douz und das Hotel Sahara Douz.

Hier hatten wir zwei Zimmer und eine Dusche. Überall war Sand und wir waren froh den hier abwaschen zu können. Im Hotel saßen wir noch kurz zusammen, aber es ging schnell ins Bett. Vor uns lagen noch zwei Tage Tunesien.

Abschied von der Sahara-Gruppe in Douz

Für uns hieß es heute Abschied von der Gruppe nehmen. Wir trafen uns alle nochmal in der Innenstadt von Douz in einem Café und freuten uns über das zusammen erlebte. Dann verabschiedeten wir uns, denn unsere Reise führte uns über den Chott el Jerid nach Tozeur, während die Anderen über Matmata zurück in Richtung Norden fuhren.

Das Hot Water Well am Chott el Jerid

Unser Tunesien Roadtrip ging also weiter und wir durchquerten einen Ort am Chott el Jerid und sahen ein komisches Haus am Ortsausgang was irgendwie dampfte und durch das Wasser lief. Unser Fahrer fuhr näher heran und zeigte uns das Haus. Es war eine heiße Quelle und in dem Haus wurde das Wasser herunter gekühlt. Dazu gab es eine große Zahl an kleinen Kanälen und Pools, die das Wasser weiter abkühlten.

In den kleinen Pools badeten Menschen und ließen es sich im warmen Wasser gut gehen. Am Ende wird das Wasser zur Bewässerung der Palmen un der umliegenden Oase genutzt. Für uns ging es aber ohne ein Bad weiter.

Fahrt über den Chott el Jerid und Essen im Dar Deda

Wir fuhren die Straße über den Salzsee Chott el Jerid. Als wir im Herbst 2023 hier waren, konnten wir mit dem Auto auf den See fahren und entdeckten einen alten liegengebliebenen Bus. Dieser war diesmal komplett von Wasser umgeben. Wir konnten also nicht auf den See. Dafür bot sich ein herrlicher Wasserspiegel, der den Eindruck erbrachte, dass es keinen Horizont zwischen dem Wasser und dem Himmel gab. So glatt war das Wasser auf dem See.

In Tozeur angekommen war es bereits Nachmittag und wir kehrten in das Restaurant Dar Deda ein. Ein kleines Restaurant mit speziellen Gerichten aus der Region. Das Essen hier ist durchaus schärfer als im Rest Tunesiens. Es gab ein verschlossenes Tongefäß, welches von unseren Augen geöffnet wurde. Darin war gebackenes Fleisch und Gemüse. Dazu gab es Couscous und verschiedene Salate.

Star Wars in Mos Espa und Ong Jmel

Nun machten wir uns auf den Weg in Richtung der Stadt Nafta. Unweit der kleinen Stadt am Chott el Jerid findet man nämlich die Filmkulisse Mos Esba, bekannt aus den Star Wars Filmen. Und diese Filmkulisse kann man noch heute besuchen. Sie wurde in den 90er Jahren zum Dreh der Star Wars Reihe errichtet. Schon auf unserer ersten Tunesien Reise haben wir die Filmkulisse besucht und wir wollten noch einmal dort hin.

Fravely in Mos Espa der Kulisse aus Star Wars
Fravely in Mos Espa der Kulisse aus Star Wars

Wir erreichten Mos Esba und hatten dieses Mal etwas mehr Zeit eingeplant. Durch die Filmkulisse liefen wir und freuten uns über die Star Wars Filme. Wir versuchten uns an einige Szenen zu erinnern und hatten sehr gute Gedanken an unseren letzten Besuch hier. Was uns aber auffiel, dass die Kulissen doch etwas schlechter aussahen als noch vor zwei Jahren. Sie sind der Witterung ausgesetzt und niemand kümmert sich scheinbar wirklich darum. Zudem stehen überall Händler um etwas zu verkaufen. Das ist etwas schade, denn aus der Kulissenstadt Mos Esba könnte man mehr machen.

Für uns ging es noch ein Stück weiter. Vorbei an den Wüsten-Skulpturen, die auch in den Star Wars-Filmen Schauplatz waren bis zum Ong Jmel. Ein Berg der wie ein Kamel aussieht. Schon von weitem sah man das Kamel und als wir näher kamen, wurde uns klar, dass dies bei Touristen und den Guides ein sehr beliebtes Zeil ist. Viele Autos standen vor dem Berg und auf dem Berg noch mehr Touristen. Naja, wir waren ja auch hier.

Nach ein paar Bildern und dem kurzen Weg auf den Kamel-Berg fuhren wir weiter. Der Sonnenuntergang war nun nah.

Zum Sonnenuntergang Lars Homestead auf dem Chott el Jerid

Wir wollten den Sonnenuntergang wieder an Lars Homestead auf dem Chott el Jerid erleben. Hier standen wir schon vor zwei Jahren und hatten ein sehr gutes Gefühl. Das kleine Gebäude auf dem trockenen Salzsee haben wir direkt wieder entdeckt. Wir fuhren hinüber und wieder waren wir tatsächlich ganz allein hier.

Die Sonnen ging nun unter und wir waren sehr ausgelassen. Unser Fahrer von Bonheur Voyager merkte, dass wir uns sehr freuten. Irgendwie hat dieser Ort etwas magisches. Auch wenn die Sonne nicht ganz so gut zu sehen war wie vor zwei Jahren, denn in der Luft war sehr viel Staub. Es sah einfach traumhaft aus.

Lars Homestead ist übrigens auch eine Kulisse aus Star Wars. Es zeigt das Äußere des Hauses, während die Innenaufnahmen dazu in Matmata im Hotel Sidi Idriss gedreht wurden. Also mehr als 250 Kilometer voneinander entfernt.

Nach dem Sonnenuntergang fuhren wir zum Hotel Palm Beach Tozeur und wurden dort sehr freundlich empfangen. Nachdem alle Formalien erledigt waren wurden wir zu unserem Zimmer geführt und wir trauten unseren Augen nicht. Uns hatte man die Präsidenten-Suite gegeben. Diese war riesig und erstreckte sich über zwei Etagen. Wahnsinn! Ein großer Wohnbereich, ein eigenes Esszimmer, zwei Schlafzimmer mit eigenen Bädern und dazu einen eigenen Garten.

Das Abendessen im Restaurant des Hotels war dann auch sehr lecker. Nur manchmal etwas scharf, was für diese Region aber typisch ist. Wir waren ziemlich müde und so ging es zeitig ins Bett.

Die Zawiya von Sidi Sahib und die Zentralmoschee Kairouan

Wir hatten nicht so viel von dem riesigen Zimmer, da wir am nächsten Morgen wieder zeitig starteten. Unser Ziel war heute Hammamet mit einem Zwischenstopp in Kairouan.

Gegen Mittag erreichten wir die Stadt mitten in Tunesien. Wir fuhren als erstes zur Zawiya von Sidi Sahib Moschee (Die Barber-Moschee). Ein historisches Mausoleum und Moschee, die mit herrlichen Mosaiken an den Wänden überzeugt. Hier findet man wunderschöne Fotomotive zwischen den bunten Wänden, den Säulen und den prachtvollen Decken.

Weiter ging es hinüber zur Zentralmoschee Kairouan. Diese konnten wir vor zwei Jahren nicht besichtigen, da man diese nur außerhalb der Gebetszeiten als Tourist betreten darf. Dieses Mal haben wir besser geplant. Die Zentralmoschee von Kairouan, auch als Große Moschee von Kairouan bekannt, wurde im Jahr 670 n. Chr. gegründet und zählt zu den bedeutendsten islamischen Bauwerken Nordafrikas.

Sie gilt als religiöses und geistiges Zentrum des frühen Islams im Maghreb (als Maghreb wird die historische Region im Nordwesten Afrikas am Mittelmeer bezeichnet) und beeindruckt durch ihre klare, monumentale Architektur. Besonders markant sind das massive Minarett, der weitläufige Innenhof und die große Säulenhalle, deren Bauteile teilweise aus antiken römischen Gebäuden stammen. Bis heute ist die Moschee ein wichtiges Symbol für die kulturelle und religiöse Geschichte Tunesiens.

Auf den Spuren von Indianer Jones in der Medina von Kairouan

Nach der großen Moschee fuhren wir weiter zur Medina von Kairouan. Auch diese kannten wir schon. Dieses mal hatten wir einen Guide vom Tourismusbüro dabei. Erkannte sich also aus, denn wir wollten die Stellen in der Medina sehen, wo einst Indianer Jones in „Jäger des verlorenen Schatzes“ mit Harrison Ford gedreht wurde. Er konnte uns bei einem Walk durch die Medina die Stellen direkt zeigen und wir haben sie mit Szenen aus dem Film verglichen.

Schon verrück, wie man dies hier wieder finden kann und einen Bezug dazu bekommt. Die Medina von Kairouan ist, darüber hinaus, wunderschön. Wir haben schon gesagt, dass wir bei unserem nächsten Besuch von Tunesien eine oder zwei Übernachtungen in Kairouan einplanen um die Stadt etwas genauer zu entdecken. Es gibt hier sicher noch ganz viel zu sehen.

Makroud von der Pâtisserie Barrak

Vor zwei Jahren haben wir Makroud gebacken bei Halima Barrak und das hat uns damals so viel Spaß gemacht, dass wir auch diesmal wieder in der kleinen Konditorei vorbei schauen wollten. Wir betraten den Laden und Halima hat uns sofort wieder erkannt. Sie begrüßte uns und zack hatten wir ein Makroud in der Hand. Es sind die Besten in Tunesien.

Makroud ist ein Gebäck aus einem Teig aus Hartweizengrieß welcher eine Dattel-Feigen-Füllung hat und in Fett ausgebacken und mit Honig ummantelt wird. Japp, eine echte Kalorienbombe, aber auch wirklich lecker. Wir nahmen noch zwei große Schachteln Makroud mit, die dann in Deutschland auch noch ein paar Tage gehalten hat.

Anschließend ging es für uns noch zum Mittagessen ins Dar Abderrahmen Zarrouk.

Wir waren nun auf dem Endspurt und verließen Kairouan in Richtung Hammamet an der Küste des Mittelmeers.

Abschluss mit Freunden Foued und Amal

Am Abend erreichten wir Hammamet und besuchten Foued und Amal von Bonheur Voyages. Wir gingen noch gemeinsam im Fischrestaurant Edlala essen und sprachen über die letzten 14 Tage in Tunesien. Für uns eine unglaubliche Zeit mit vielen Abenteuern, vielen lokalen Eindrücken, tollen Menschen und unheimlich gutem Essen.

Die letzte Nacht verbrachten wir im Hotel Sentido Phénicia Hammamet, wo wir schon vor zwei Jahren übernachtet haben. Das Hotel bietet verschiedene Zimmer unterschiedlicher Kategorien, einen großen Pool und direkten Zugang zum Mittelmeer mit einem großen Strand. Es war mittlerweile sehr spät und wir fielen müde ins Bett. Morgen früh geht der Flieger von Tunis zurück nach Deutschland.

Tunesien – ein unterschätztes Reiseland

Nach 15 Tagen Roadtrip durch Tunesien steht für uns eines ganz klar fest: Tunesien ist weit mehr als ein klassisches Badeziel – es ist eines der am meisten unterschätzten Reiseziele überhaupt. Kaum ein anderes Land bietet auf so überschaubarem Raum eine solche Vielfalt aus Landschaften, Geschichte, Abenteuern und Begegnungen. Vom grünen Norden über antike Römerstädte, Berberdörfer und Filmkulissen bis tief hinein in die Sahara – jede Region hat ihren eigenen Charakter und erzählt ihre ganz eigene Geschichte.

Gerade als Familie haben wir Tunesien als unglaublich bereichernd erlebt. Unsere Kinder konnten Geschichte anfassen, Kulturen erleben, in der Wüste staunen und mit Einheimischen lachen. Überall wurden wir mit einer Herzlichkeit empfangen, die uns tief berührt hat. Ob beim gemeinsamen Kochen, beim Tee in einem Berberdorf oder am Lagerfeuer in der Sahara – diese Momente bleiben weit über die Reise hinaus im Herzen.

Ben und Flo springen in den Sonnenuntergang in der Sahara
Ben und Flo springen in den Sonnenuntergang in der Sahara

Tunesien ist ein Land für Entdecker. Für Menschen, die mehr wollen als Hotelbuffet und Pool. Für Reisende, die bereit sind, sich auf das Unbekannte einzulassen und dafür mit authentischen Erlebnissen, großartigem Essen und unvergesslichen Abenteuern belohnt werden. Und ja: auch im Winter, auch mit Kindern und auch abseits der bekannten Routen.

Wer Tunesien wirklich bereist, wird schnell merken, wie falsch das oft reduzierte Bild vom reinen Strandurlaub ist. Tunesien ist intensiv, vielfältig, überraschend – und genau deshalb so besonders. Für uns war diese Reise nicht nur ein Urlaub, sondern eine Sammlung von Erinnerungen fürs Leben.

Tunesien ist kein Geheimtipp mehr. Aber es ist immer noch ein unterschätztes Reiseland. Und genau das macht es so unglaublich reizvoll.

Autor

  • Ich bin Thomas und schreibe seit vielen Jahren den Familien Reiseblog Fravely. Ich liebe es die Welt zu bereisen und mit meinen beiden Jungs Flo und Ben und meiner Frau Melanie wundervolle Abenteuer zu erleben.

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