4 Tage Sahara mit Bonheur Voyages – Unser unvergessliches Abenteuer in der Wüste als Familie in Tunesien

Eine Reise in die Sahara mit der Crew von Bonheur Voyages mit Geländewagen und Zelten? Das klang so verrückt, das wir uns richtig auf diese Reise freuten. Vier Tage fernab der Zivilisation, schlafen in Zelten in der Sahara, kein Handyempfang, keine Straßen – nur Sand, Dünen, Sterne und das Gefühl absoluter Freiheit. Unser Wüstenabenteuer in der Sahara war nicht einfach nur eine Reise – es war eines der intensivsten Erlebnisse unseres Lebens und ganz sicher das größte Abenteuer, das wir je als Familie erlebt haben.

Schon seit zwei Jahren hatten wir von dieser Tour geträumt. Als wir endlich wieder in Tunesien unterwegs waren, wurde dieser Traum Wirklichkeit. Organisiert wurde unser Sahara-Abenteuer von Bonheur Voyages, einer lokalen Agentur, die authentische, nachhaltige und hervorragend organisierte Wüstentouren wie diese anbietet – auch für Familien mit Kindern und Teenagern ist dieses Erlebnis geeignet.

Tunesien ist ein so unterschätztes Land und wir bekommen immer wieder schräge Blicke zugeworfen, wenn wir von Tunesien schwärmen. Man kann dieses Land so gut bereisen und neben Star Wars, römischer und tunesischer Kultur auch echte Wüstenabenteuer erleben. Und genau so eine Reise lag nun vor uns.

Das Abenteuer beginnt in Douz – Das Tor zur Wüste

Unsere Reise durch Tunesien fühlte sich bereits wie ein einziges großes Roadtrip-Abenteuer an. Ihr könnt den ganzen Blog-Beitrag zu unserem Tunesien-Roadtrip natürlich auch nachlesen oder das Video dazu schauen. Doch tief in uns wussten wir: Das Beste kommt noch. In Douz, dem legendären „Tor zur Sahara“, sollte unser eigentliches Abenteuer starten. Unser Wüstenabenteuer fürs Leben!

Hier trafen wir auch Foued Ben Ammar, den Gründer und CEO von Bonheur Voyages. Mit ihm waren wir bereits auf unserem ersten Tunesien-Roadtrip unterwegs gewesen. Vor zwei Jahren hatte er die Idee, uns über Silvester und Neujahr mit in die Sahara zu nehmen – eine Einladung, die wir keine Sekunde bereut haben.

Mit insgesamt sechs Geländewagen und einer bunt gemischten Gruppe machten wir uns auf den Weg. In Douz wurden noch einmal alle Tanks der Autos und Kanister gefüllt. Alle Dinge wurden in den Autos verstaut und auf die zwei Pickups geladen und fest verzurrt – denn was nun kam, war absolute Wildnis.

Von Asphalt zu Sand – hinein in die Sahara

Je weiter wir fuhren, desto schlechter wurde die Straße. Der Asphalt verschwand, die Piste wurde schmaler und die Sanddünen links und rechts immer höher. Nach etwa zwei Stunden Fahrt wussten wir: Ab hier gibt es keinen Handyempfang mehr – für die nächsten vier Tage.

Fehrkerhsschild in der Wüste
Fehrkerhsschild in der Wüste

Ein kurzer Moment, der uns innehalten ließ. Und dann: links weg von der Straße, hinein auf eine staubige Wüstenpiste. Die Fahrer gaben Gas, Staub wirbelte auf und am Horizont erschien schließlich der Tembaine – ein markanter Tafelberg, der in der Sahara in Tunesien als wichtiger Orientierungspunkt dient. Ab hier beginnt die Sahara so wirklich.

Magischer Sonnenuntergang und erste Nacht im Camp Abdemoula

Bevor wir aber unsere erste Nacht in der Wüste verbringen sollten, hielten wir auf einer hohen Düne direkt hinter dem Tembaine. Gemeinsam mit der Gruppe von etwa 25 Menschen aus 3 Nationen sahen wir zu, wie die Sonne langsam hinter den Sandbergen verschwand. Die Farben wechselten von Gold zu Orange, von Rot zu Violett – Sonnenuntergänge in der Wüste sind einfach unvergleichlich.

Unsere erste Nacht verbrachten wir im Camp Abdemoula, einem der schönsten Wüstencamps der Region um den Tembaine. Das Hauptzelt mit einer Feuerstelle davor war noch genauso wie vor zwei Jahren, doch das Camp hatte sich weiterentwickelt: zusätzliche Wohnzelte mit bequemen Betten, Toilette und Dusche gibt es nun – ideal für Familien. In den Wohnzelten stehen bis zu vier Betten und es gibt Strom und fließendes warmes Wasser zum Duschen, auch hatte jedes Zelt eine eigene Toilette. So viel Luxus erwartet man mitten in der Wüste eigentlich nicht.

Das Wüsten Camp Abdemoula in der Sahara in Tunesien
Das Wüsten Camp Abdemoula in der Sahara in Tunesien

Der Abend endete am Lagerfeuer mit Wüstenbrot und mit einem hervorragendem Essen im Hauptzelt. Hier knüpften wir die ersten Kontakte zu den anderen Teilnehmern der Tour von Bonheur Voyages.

Sonnenaufgang, Stille und eine entstehende Oase

Noch vor Sonnenaufgang standen wir auf. Wir wollten unbedingt hinauf auf die Düne, um endlich einen Sonnenaufgang in der Sahara zu erleben – beim letzten Besuch war es bewölkt gewesen. Der Himmel war diesmal sternenklar und der Moment, als die Sonne langsam aufging, war einfach perfekt.

Sonnenaufgang am Camp Abdemoula
Sonnenaufgang am Camp Abdemoula

Nach dem Frühstück erwartete uns eine Überraschung: Wir sollten Oliven- und Bananenbäume pflanzen. In der Wüste! Wir wussten nicht so richtig, wie das gemeint war. Direkt hinter dem Camp entdeckten wir einen großen Garten mit Zwiebeln, Möhren, Radieschen, Palmen und jungen Olivenbäumen. Hier entsteht Schritt für Schritt eine Oase. Das Camp baut eigenes Gemüse an, um nachhaltiger zu wirtschaften. Bewässert wird alles durch eine Quelle unter dem Wüstensand – ein beeindruckendes Beispiel dafür, was mit Vision und Geduld möglich ist.

Also pflanzten wir zwei neue Olivenbäume und zwei Bananen. Und wir sind gespannt, wie diese und die anderen Palmen und Bäume in ein paar Jahren hier in der Sahara im Camp Abdemoula in Tunesien aussehen.

150 Kilometer Abenteuer – tief hinein in den Wüstensand

Dann hieß es: alles einpacken, Luft aus den Reifen lassen und los! Vor uns lagen rund 150 Kilometer durch tiefen Wüstensand. Dünen rauf, Dünen runter, Sand soweit das Auge reicht. Nach einer staubigen Fahrt von etwa 3 Stunden legten wir eine Pause ein. Innerhalb kürzester Zeit zauberte die Crew von Bonheur Voyages ein Picknick im Schatten der Fahrzeuge. Es wurde gegrillt, es gab Salat und das Essen in der Wüste schmeckt einfach doppelt so gut.

Nach dem Essen wurde schnell wieder alles verpackt und weiter ging es mit den 4×4 Autos durch den Wüstensand. Die Dünen wurde immer größer und dann passierte es: Ein Pickup blieb stecken und dahinter auch noch unser Geländewagen. Es dauerte etwas, bis alle Autos wieder befreit waren und dann ging es direkt weiter.

Mit Bonheur Voyages in die Wueste
Mit Bonheur Voyages in die Wueste

Unser Ziel war der Lake Houidhat – ein faszinierender Ort mit einem See, der von einer heißen Quelle gespeist wird. Pflanzen wachsen hier mitten in der Wüste, es gibt sogar kleine Cafés. Das Wasser sprudelt einfach aus dem Boden – ein surrealer Anblick. Bis hier hin waren wir insgesamt 5 Stunden Fahrzeit unterwegs. Es war vor allem für die Fahrer eine große Anstrengung, aber auch für uns Mitfahrer.

Der Lac Houidhat mitten in der Sahara in Tunesien
Der Lac Houidhat mitten in der Sahara in Tunesien

Wildcampen in der Sahara – unser Camp am Lake Houidhat

Unser Camp lag noch etwas weiter, hinter einer hohen Düne. Vor uns erschien ein Kreis aus 14 Zelten, in der Mitte zwei große Gemeinschaftszelte. Ein Team war bereits einen Tag früher angereist, um alles aufzubauen.

Im Zelt warteten Isomatten und Schlafsäcke – wir hatten zusätzlich unsere eigenen Y by Nordisk Schlafsäcke dabei. Diese sind wirklich sehr gut und absolut gemütlich und warm. Wir packten im Zelt nicht viel aus uns ließen unsere Sachen in den ORTLIEB Duffle Bags. Denn wir wollten so wenig Sand wie möglich zwischen unsere Sachen bekommen. Da helfen die Ortlieb Taschen ungemein!

Während die Kinder Sandboarding ausprobierten und Dünen erklommen, lernten wir die anderen Teilnehmer des Camps etwas mehr kennen: eine Familie aus Frankreich war dabei, viele Tunesier und eben wir aus Deutschland – eine wunderbar internationale Gruppe. Wir kommunizierten auf Englisch, das war für alle kein Problem.

Dieses Abenteuer kann man übrigens bei Bonheur Voyages buchen – nicht nur über Silvester, sondern auch zu anderen Jahreszeiten, sofern genügend Teilnehmer zusammenkommen.

Kulinarische Highlights mitten in der Sahara

Ein echtes Highlight dieser Reise war das Essen. Was die Crew von Bonheur Voyages logistisch und kulinarisch auf die Beine gestellt hat, war unglaublich. Ein Koch begleitete die Tour, dazu kochte Foued selbst am zweiten Tag. Es gab täglich frische, abwechslungsreiche Gerichte – und sogar Käsefondue über offenem Feuer gab es am Silvesterabend. Mitten in der Sahara. Unfassbar gut.

Am ersten Abend beeindruckte die Crew mit einem wundervollen Abendessen. Und so ging es auch zu den anderen Malzeiten in den kommenden Tagen weiter. Wir können gar nicht alles beschreiben, was es zu Essen gab. 

Den Abend verbrachten wir alle gemeinsam am Feuer, denn es wurde kalt in der Nacht in der Wüste. Wir sprachen über verschiedene Themen mit den anderen. Zum Beispiel über Musik, über das Leben und auch über Tunesien.

Was immer viele über die Wüste sagen: Der Sternenhimmel ist unglaublich, denn man sieht in der Dunkelheit einfach so viele Sterne am Himmel, wie sonst nirgendwo. Und ganz genau so war es auch. Als wir zu unseren Zelten gingen staunten wir, was wir am Himmel sahen. Wir hielten noch eine ganze Weile unsere Blicke zum Sternenhimmel. Dann wurde es aber wirklich kalt und wir schlüpften doch in unsere Zelte und unsere wärmenden Schlafsäcke.

Ein Tag voller Wüstenmagie

Sonnenaufgang am Wuestencamp von Bonheur Voyages am Lac Houidhat
Sonnenaufgang am Wuestencamp von Bonheur Voyages am Lac Houidhat

Am nächsten Morgen krochen wir nur widerwillig aus unseren warmen Schlafsäcken – die Nächte im Dezember sind wirklich eisig. Das Lagerfeuer brannte die ganze Nacht, der Sonnenaufgang war wieder spektakulär und Flo stand bereits auf der großen Düne hinter dem Camp und schaute der aufgehenden Sonne zu. Nach dem wunderbaren Frühstück wanderten wir gemeinsam hinüber zum Lac Houidhat. Wichtig: In der Wüste niemals allein losgehen! Ein Guide ist unerlässlich – man kann sich hier schneller verirren, als man denkt.

Am See angekommen, umrundeten wir ihn zunächst. Leider lag an manchen Stellen Müll von anderen Touristen – ein trauriger Anblick. Unser Appell: Nehmt euren Müll immer wieder mit! Die Natur wird es uns allen danken und auch die Menschen die nach euch kommen und den Ort erleben wollen. Das gilt übrigens in der ganzen Welt!

Ben ließ sich ein Bad in der warmen Quelle nicht entgehen. Bei etwa 18 Grad Lufttemperatur und rund 35 Grad warmem Wasser war das ein echtes Highlight. Auch andere Camp-Teilnehmer badeten in der heißen Quelle. Wann kann man sowas schon mal erleben?

Der restliche Tag verging mit Gesprächen, Sandboarding, Spielen, Spaziergängen und weiterem fantastischem Essen sehr schnell.

Silvester in der Sahara – ein Moment für die Ewigkeit

Am Abend stiegen wir gemeinsam auf die höchste Düne direkt hinter dem Camp, um den letzten Sonnenuntergang des Jahres zu erleben. Musik lief, es gab Snacks wie Datteln und Nüsse und einige tanzten barfuß im Sand – pure Lebensfreude. Die Sonne ging unter und wir gingen alle zurück ins Camp. Dort wartet ein wundervolles Essen auf uns. Und das besagte Käse Fondue auf offenem Feuer gab es auch.

Es war noch etwas Zeit bis Mitternacht und wir verbrachten den Abend am Lagerfeuer mit Musik. Es wurde geredet, getanzt und die Zeit einfach gemeinsam genossen. Wir haben hier so tolle Menschen kennen gelernt. Ob wir sie jemals wieder sehen? Das weiß man nicht. Viele von ihnen werden uns aber in Erinnerung bleiben. Genau das macht diese Reise aus. Um Mitternacht feierten wir den Jahreswechsel mit ein paar Raketen, Umarmungen und leuchtenden Augen. Ein Jahreswechsel, wie wir ihn nie zuvor erlebt hatten.

Rückfahrt und Abschied von der Wüste

Am letzten Morgen hieß es wieder: warm anziehen, frühstücken, und Sachen zusammenpacken. Es wurde wieder alles in den Autos verstaut und die ersten Zelte wurden schon gemeinsam abgebaut. Dann startete für unsere Gruppe die Rückfahrt in die Zivilisation. Die Helfer-Gruppe, die schon das Camp aufgebaut hatte, sollte noch etwas länger bleiben und das Camp wieder abbauen. Die Rückfahrt führte über eine andere Route – kürzer, aber deutlich spektakulärer. Steile Dünenabfahrten sorgten für echtes Adrenalin. Und diese waren wirklich richtig steil. Wir trafen unterwegs eine Hiking-Gruppe, die mit drei Kamelen und Guides ein Wüsten-Trecking über mehrere Tage machten.

Zum Sonnenuntergang erreichten wir wieder den Tembaine. Den Tafelberg, an dem die Sahara so richtig beginnt. Hier wussten wir nun endgültig, dass das Wüstenabenteuer zu Ende geht. Den Sonnenuntergang genossen wir nochmal bevor es weiter in die Nacht ging. Auf einer Ebene, die in eine Piste überging wurde dann wieder der Luftdruck der Reifen angepasst. Am späten Abend erreichten wir wieder Douz und übernachteten im Hotel Sahara Douz.

Eine Dusche nach vier Tagen Wüste fühlte sich himmlisch an. Wer schon mal in der Wüste für ein paar Stunden war, weiß wo man überall Sand hat. Wer vier Tage in der Sahara war, hat keine Stelle am Körper, der nicht von Sand paniert ist.

Abschied von der Gruppe in Douz

Am nächsten Tag trafen wir uns nach dem Frühstück im Hotel nochmal auf einem Marktplatz in Douz in einem Café. Wir haben die Mitreisenden während der letzten vier Tage doch irgendwie ins Herz geschlossen. Mit einigen werden wir ganz sicher auch weiter in Kontakt bleiben. Doch jetzt hieß es wirklich Abschied nehmen. Für uns vier führte die Route über den Chott el Jerid nach Tozeur, während der Rest der Gruppe über Matmata Richtung Norden zurückfuhren.

Unsere Gedanken: Sahara mit Kindern – absolut empfehlenswert

Und als wir Douz schließlich im Rückspiegel kleiner werden sahen, wurde uns bewusst, dass wir nicht nur vier Tage Wüste hinter uns hatten – sondern ein Erlebnis, das uns als Familie noch enger zusammengeschweißt hat.

Die Sahara ist kein Ort, den man einfach besucht. Sie ist ein Gefühl. Weite, die demütig macht. Stille, die laut sein kann. Nächte, in denen der Sternenhimmel heller leuchtet als jede Stadt dieser Welt. Tage, die staubig, anstrengend und gleichzeitig voller Magie sind. Wir sind mit Geländewagen, Zelten und einer guten Portion Abenteuerlust gestartet – und mit unzähligen Erinnerungen zurückgekehrt.

Tunesien hat uns einmal mehr gezeigt, wie vielfältig und überraschend dieses Land ist. Zwischen dem „Tor zur Sahara“ in Douz, dem markanten Tafelberg Tembaine und dem surrealen Lac Houidhat haben wir Orte erlebt, die man nicht mit Bildern und Videos zeigen kann – man muss sie fühlen und erleben.

Das Camp von Bonheur Voyages in der Sahara am Lac Houidhat
Das Camp von Bonheur Voyages in der Sahara am Lac Houidhat

Vielleicht ist genau das das größte Geschenk dieser Reise: Für ein paar Tage waren wir komplett raus. Kein Empfang, kein Scrollen, kein Termindruck. Stattdessen echte Gespräche am Lagerfeuer. Gemeinsames Staunen beim Sonnenaufgang und dem unglaublichen Sternenhimmel. Lachen im Sand. Und dieses tiefe, ruhige Glück, das sich einstellt, wenn man merkt, wie wenig man eigentlich braucht.

Die Sahara hat uns gezeigt, dass Abenteuer nicht laut und schnell sein müssen. Manchmal liegen sie in der Stille, in der Weite, in einem einfachen Zelt unter Millionen Sternen.

Und wenn uns heute jemand fragt, ob sich vier Tage ohne Komfort, ohne Netz und mit jeder Menge Sand wirklich lohnen – dann lächeln wir.

Ja. Mehr, als man es in Worte fassen kann.

Autor

  • Ich bin Thomas und schreibe seit vielen Jahren den Familien Reiseblog Fravely. Ich liebe es die Welt zu bereisen und mit meinen beiden Jungs Flo und Ben und meiner Frau Melanie wundervolle Abenteuer zu erleben.

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