Begegnung mit den Black Rhinos – Safari zum Spitzmaulnashorn im Desert Rhino Camp, Namibia

Wer von Namibia träumt, denkt oft an endlose Wüsten, majestätische Elefanten oder die berühmten Sanddünen der Namib. Doch für uns wurde der Höhepunkt unserer Reise etwas ganz Besonderes: die Begegnung mit den Spitzmaulnashörnern (Black Rhinos) im Desert Rhino Camp von Wilderness. Ein Abenteuer, das Respekt, Ehrfurcht und pure Begeisterung vereint.

Ankunft im Desert Rhino Camp

Unsere Roadtrip Reise durch Namibia führte uns vorbei an traditionellen Himba-Dörfern und kleinen Herero-Märkten bis zum Palmwag Entrance Gate. Nach einer kurzen Kontrolle wurden wir von unserem Guide Nicky begrüßt, der uns für die kommenden Tage begleiten sollte.

Schon die Anfahrt zum Camp war ein Erlebnis: Über 1,5 Stunden hielten wir Ausschau nach wilden Tieren – von Leoparden über Giraffen bis zu Zebras. Auch wenn wir anfangs keine Tiere entdeckten, wurde die Stimmung durch einen kleinen Zwischenstopp mit erfrischenden Tüchern und Beeren-Sorbet von Water aufgelockert. Und dann, plötzlich, erblickten wir unsere erste Giraffe Namibias. Ein unbeschreiblicher Moment, der unsere Vorfreude auf die Nashörner nur steigerte.

Das Camp selbst war ein Traum: große, zeltähnliche Lodges mit Außenduschen, Terrasse, Sternenbett und geräumigen Schlafzimmern. Dazu eine Lounge, Bar, Pool und gemütliche Feuerstellen. Hier fühlten wir uns sofort willkommen und gut aufgehoben.

Die Black Rhinos – Begegnung mit einer Legende

Am nächsten Morgen begann unser Tag früh um 5 Uhr. Nach einem kräftigen Frühstück fuhren wir mit Nicky und den Rhino Trackern hinaus, deren Aufgabe es war, die seltenen Spitzmaulnashörner aufzuspüren. Diese Tiere sind stark gefährdet, da Wilderei wegen ihres Horns nach wie vor eine große Bedrohung darstellt. Weltweit gibt es nur noch etwa 5.000 Black Rhinos, von denen viele in Schutzgebieten wie diesem leben.

Bereits aus der Entfernung konnte man die Anspannung spüren: Jedes Nashorn ist unberechenbar und potenziell aggressiv. Ein Fehler in der Annäherung kann gefährlich werden, denn ein Black Rhino wiegt zwischen 800 und 1.400 Kilogramm und kann mit seinem Horn großen Schaden anrichten. Deshalb wird jeder Schritt von den erfahrenen Trackern und unserem Guide minutiös geplant.

Die erste Begegnung

Dann war es soweit: Wir sahen das erste Spitzmaulnashorn aus etwa 80 Metern Entfernung. Gegen den Wind positioniert, konnten wir das Tier sicher beobachten, während es friedlich durch die Steinwüste zog. Ein Moment voller Ehrfurcht – man spürt die rohe Kraft und das uralte Wesen dieses Tieres, das gleichzeitig gefährdet und majestätisch ist.

Black Rhino im Damaraland im Desert Rhino Camp von Wilderness
Black Rhino im Damaraland im Desert Rhino Camp von Wilderness

Noch beeindruckender wurde es, als wir einem zweiten Nashorn begegneten. Dieses wirkte deutlich unruhiger und aggressiver. Unser Guide Nicky manövrierte das Safari-Auto perfekt, sodass wir sicher und dennoch nah dran waren. Das Nashorn rannte an uns vorbei – ein Adrenalinkick, der einem den Atem stocken lässt.

Warum Spitzmaulnashörner so besonders sind

Die Spitzmaulnashörner sind nicht nur selten, sondern auch äußerst faszinierende Tiere. Sie gelten als sehr intelligent und verfügen über ein stark ausgeprägtes Territorialverhalten, was sie in der freien Wildbahn so gefährlich macht. Besonders spannend ist ihr Sinnesprofil: Während sie ein ausgezeichnetes Gehör und einen sehr feinen Geruchssinn besitzen, ist ihr Sehvermögen vergleichsweise schwach ausgeprägt. Ihr Horn macht sie zur Zielscheibe von Wilderern, weshalb Schutzgebiete wie das Desert Rhino Camp von Wilderness für den Erhalt der Art eine entscheidende Rolle spielen.

Unsere Tracker erklärten uns ausführlich, wie sie Spuren lesen, Tiere aufspüren und gleichzeitig sicherstellen, dass die Nashörner nicht gestört werden. Dieser Einblick in die Arbeit des Naturschutzes war beeindruckend und zeigt, wie komplex und sensibel der Schutz der Black Rhinos in Namibia ist.

Ein unvergesslicher Tag im Desert Rhino Reservat

Nach der Safari ließen wir uns unter einem Baum zu einem BBQ nieder. Die Tracker hatten alles vorbereitet: Grillen, Getränke, Snacks – ein perfekter Moment, um die Begegnung mit diesen mächtigen Tieren noch einmal zu reflektieren.

Am Abend setzten wir die Magie fort: Ein Spaziergang vorbei an Milky Bushes und anschließend ein spektakulärer Sonnenuntergang mit Blick auf die Weite Namibias. Zurück im Camp genossen wir das Abendessen unter einem klaren Sternenhimmel, während in unsere Lodge bereits die Wärmeflaschen in den Außenbetten bereitgestellt wurde. So konnten wir den Tag unter den Sternen einschlafend ausklingen lassen, in Gedanken noch bei den majestätischen Black Rhinos.

Foto- und Kameratipps für die Black Rhino Safari

Wer die majestätischen Black Rhinos fotografieren möchte, sollte einige Dinge beachten. Ein Teleobjektiv ist für die Wildlife-Fotografie Pflicht. Wir hatten eine Nikon Z6III mit einem Tamron 150–500 mm Objektiv dabei, was sich als perfekte Kombination für die nötige Distanz zu den Tieren erwiesen hat. Alternativ eignen sich auch Canon- oder Sony-Kameras mit einem 100–600 mm Objektiv optimal.

Thomas mit der Kamera im Etosha Nationalpark in Namibia
Thomas mit der Kamera im Etosha Nationalpark in Namibia

Auch Actioncams wie GoPro-Modelle sind ideal, um dynamische Momente aus dem Safari-Fahrzeug zu filmen. Sie sind wetterfest, stabil und fangen Szenen, wie etwa ein vorbeilaufendes Nashorn, beeindruckend ein. Für die Tierfotografie empfehle ich schnelle Verschlusszeiten von 1/1000 oder schneller, um Bewegungen gestochen scharf einzufrieren. Der Serienbildmodus hilft dabei, den perfekten Moment festzuhalten. Bei starkem Sonnenlicht kann ein Polarisationsfilter Reflexionen reduzieren und Kontraste verbessern.

Während der Safari hat Sicherheit höchste Priorität – deshalb ist es essenziell, immer den Anweisungen der Guides zu folgen, genügend Abstand zu halten und die Tiere niemals aufzuschrecken. Wer früh aufsteht, hat die besten Chancen auf aktive Tiere in schönem Morgenlicht. Zusätzlich lohnt es sich, die Windrichtung zu beachten, um nicht vom Nashorn gewittert zu werden. Geduld ist ebenfalls wichtig, denn die Tiere bewegen sich langsam, können aber jederzeit überraschende Verhaltensweisen zeigen. Um keine Positionen der Nashörner Preis zu geben, sollte unbedingt das GPS der Kameras, auch bei Handkameras, ausgeschaltet werden. Wilderer suchen nur nach solchen Informationen! 

Ein Erlebnis für die Ewigkeit

Die Begegnung mit den Spitzmaulnashörnern im Desert Rhino Camp war der absolute Höhepunkt unserer Namibia-Reise. Diese Tiere sind selten, majestätisch und voller Charakter. Wer Namibia besucht, sollte sich dieses Erlebnis auf keinen Fall entgehen lassen – es ist Abenteuer, Naturwunder und Artenschutz zugleich.

Und mit den richtigen Kameras und ein paar Profi-Tipps wird man nicht nur Zeuge eines unvergesslichen Moments, sondern kann ihn auch für die Ewigkeit festhalten.

Fravely am Safari-Auto im Desert Rhino Camp
Fravely am Safari-Auto im Desert Rhino Camp

Autor

  • Ich bin Thomas und schreibe seit vielen Jahren den Familien Reiseblog Fravely. Ich liebe es die Welt zu bereisen und mit meinen beiden Jungs Flo und Ben und meiner Frau Melanie wundervolle Abenteuer zu erleben.

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