Es gibt Orte, die schon auf der Karte nach Abenteuer aussehen — und Skellig Michael gehört ganz klar dazu. Draußen vor der Küste von Kerry ragen sie rau, wild und beeindruckend aus dem Atlantik, als hätte die Natur hier ihre dramatischste Seite ausgespielt. Wer sich den Inseln nähert, merkt schnell: Dieser Ort hat etwas ganz Besonderes.
Die Skellig Islands sind zwei Inseln, die sich ein paar Seemeilen von der irischen Küste entfernt im Atlantik befinden. Wir konnten sie die letzten Tage bereits von Land aus sehen und waren schon voller Vorfreude auf das kleine Abenteuer. Was uns sehr überrascht hat, ist, dass die Inseln von nahem ganz anders aussehen, als man von weitem vermutet.
Tour gebucht bei Skellig Michael Cruises
Erstmal mussten wir aber irgendwie dahin kommen. Wir wollten diese Inseln natürlich auch entdecken und haben bei Skellig Michael Cruises direkt eine Bootstour zu den Inseln gebucht. Um die Skellig Islands zu erreichen, muss man ein ganzes Stück raus auf den Atlantik fahren. Das bedeutet auch, dass das Wetter passen muss, da sonst die Wellen zu hoch wären und gerade bei den schroffen Küsten Irlands kann das schnell gefährlich werden.
Passenderweise lagen der Hafen und der Touranbieter direkt vor unserem Hotel. Wir haben zwei Nächte im The Moorings übernachtet. Ein kleines traditionelles Hotel inklusive Pub und Restaurant. Zu unserer Überraschung hat sogar der Schauspieler von Luke Skywalker und das gesamte Filmteam hier während der Dreharbeiten für Star Wars Episode 7 und Episode 8 übernachtet. Das war natürlich besonders cool für Ben und Flo. Die Vorfreude auf die Skellig Islands war sowieso schon hoch, da Luke Skywalker in den Filmen auf einem abgelegenen Planeten Namens Ahch-To lebt, welcher von den Skellig Islands dargestellt wird.
Das Abenteuer konnte also beginnen! Nur gab es ein Problem: das Wetter spielte nicht mit. Nebel, Regen und Wind. Das komplette Programm an Wetter, was man eigentlich nicht braucht, wenn man zu den beiden Inseln fahren möchte. Deswegen wurde die Tour vorerst abgesagt. So leicht gaben wir uns allerdings nicht geschlagen. Ein schneller Blick auf den Zeitplan, ein kurzes Gespräch mit dem Touranbieter und schon hatten wir problemlos einen Platz bei der Tour am nächsten morgen.

Insgesamt fährt Skellig Michael Cruises vier Mal am Tag zu den Cliffs. Um 10.00 Uhr, um 12.30 Uhr, um 15.00 Uhr und um 17.15 Uhr. Natürlich nur, wenn es wettertechnisch möglich ist.
Die Fahrt zu den Inseln am nächsten Morgen
Am nächsten morgen schauten wir alle aus dem Fenster. Es war blauer Himmel zu sehen! Uns war klar: wir fahren zu den Skellig Islands. Nach einem leichten Frühstück im The Moorings, bei dem wir extra darauf achteten, nicht zu viel zu essen, damit uns nicht schlecht wird, machten wir uns auf den Weg zum Hafen. Wir waren bereits etwas früher da und hatten genug Zeit mit der Drohne noch ein paar schöne Fotos vom Hafen und der kleinen Stadt Portmagee zu schießen.
Dann war es so weit: Der Kapitän war da und wir konnten das Boot besteigen. Zusammen mit zwei anderen Familien verließen wir als erstes Boot des Tages den Hafen.
Am Anfang war es noch recht ruhig. Doch auf einmal steuerten wir zwischen zwei Felswänden hindurch. Da wurden auf einmal alle an Bord ein bisschen nervös, da die Felsen schon ein wenig bedrohlich aussahen. Aber unser Kapitän meisterte das souverän und so bekamen wir einen tollen Blick auf die Küste. Dann ging es hinauf aufs offene Meer und hier ging die Action erst richtig los. Die Wellen waren drei bis vier Meter hoch und des Boot wippte auf und ab. Vor allem am Anfang war das ein wenig gruselig. Doch unser Kapitän sah sehr entspannt aus und hatte alles unter Kontrolle. Auch wenn besonders zu Beginn des Öfteren der Bauch gekribbelt hat, braucht man sich da überhaupt keine Sorgen machen.



Jedoch sollte man nicht all zu schnell Seekrank werden. Das kann sehr schnell unangenehm werden und bei einer zwei bis drei stündigen Tour ist das wirklich nicht notwendig. Ein Tipp, was dagegen hilft: Niemals aufs Boot oder nach unten aufs Wasser gucken, sondern immer einen festen Punkt wie die Inseln oder den Horizont anschauen. Und niemals, unter keinen Umständen ins Innere des Bootes gehen! Und wirklich nie niemals aufs Handy oder einen anderen Monitor schauen!
Little Skellig – schwarze Felsen von weißen Möwen gepunktet
Nach etwa 45 Minuten erreichten wir die Little Skellig und hier wurde es direkt einmal laut. Denn diese Insel ist das Zuhause von der zweitgrößten Basstölpel Kolonie der Welt. Hier leben bis zu 70.000 Vögel. Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie diese Unmengen an Vögeln dort saßen. Manche flogen durch die Luft, manche saßen auf der Wasseroberfläche und einige saßen auf der steinernen Insel. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht saßen die Möwen auf den Felsvorsprüngen. Uns wurde erklärt, dass die älteren Tiere weiter oben saßen und die jüngeren, der Rangfolge nach, weiter unten.


Die Insel selbst ist etwa 7 Hektar groß und ragt 134 Meter aus dem Wasser. Die Felsen sind sehr scharfkantig, weswegen wir nicht zu nah heranfuhren.
Da wir nicht mehr fuhren, wurde das Boot durch die Wellen ganz schön durchgeschüttelt. So kam das Kribbeln im Bauch das ein oder andere Mal wieder. Doch unser Kapitän lächelte nur, denn er wusste, dass das Boot sehr stabil ist und das nichts passieren kann. Nach ein paar Minuten bei der Insel fuhren wir weiter, denn die zweite Insel lag nur einen Kilometer weiter und die wollten wir uns auch noch anschauen.
Skellig Island – Star Wars Feeling und Puffin-Insel
Dann waren wir auf einmal vor einer beeindruckenden Insel. Mit 215 Metern ist sie noch höher als die erste Insel. Das grüne Gras, die spitzen, grauen Felsen und der blaue Himmel bildeten ein wunderschönes Naturbild. Kein Wunder, dass hier Star Wars gedreht wurde.


Man kann die Insel allerdings nur zu bestimmten Jahreszeiten besuchen. In der Regel ist es möglich sie von Mai bis September zu betreten. Wir waren Anfang April dort, deswegen konnten wir sie nur vom Boot aus bestaunen. Aber wir waren auch nicht böse, dass es nicht klappte, denn bei diesen Wellen von Bord gehen und danach auch wieder zurück aufs Boot zu kommen stellten wir uns sehr schwierig vor.
Wir fuhren langsam um die Insel herum und unser Kapitän zeigte uns ein paar Orte, wo die Szenen aufgenommen wurden. Flo und Ben erkannten die Stellen natürlich sofort und freuten sich direkt. In den Filmen lebt Luke Skywalker in kleinen Steinhäusern, die ein wenig wie graue Iglus aussehen. Tatsächlich lebten dort im 6. Jahrhundert Mönche. Die kleinen Gebäude werden heutzutage auch Bienenkorbhütten gennant aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu Bienenstöcken. Nun wurden die historischen Gebäude als Filmsets genutzt.



Während wir die Insel umfuhren, ist uns aufgefallen, dass hier viel weniger Vögel leben als auf der ersten Insel. Doch dafür leben hier Puffins. Von April bis Anfang August. Wir waren also genau zu Beginn der Puffin-Saison dort und hatten sogar Glück. Denn einer der Taucher erschien auf dem Wasser. Ein kleiner Aww-Moment für uns alle, dann war der kleine Vogel auch wieder weg. Zur Hochsaison fliegen die Vögel in einer Vielzahl umher, sodass man eigentlich immer einen sieht.
Etwa eine halbe Stunde dauerte die Umrundung. Danach hieß es Abschied nehmen von der tollen Insel. Wir entfernten uns langsam von Skellig Michael, doch von Weitem sahen die beiden Inseln im strahlenden Sonnenschein noch einmal sehr beeindruckend aus. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, was uns gleich erwarten würde.
Delfine auf dem Rückweg von Skellig Michael
Die Atlantikküste Irlands eignet sich hervorragend, um alle möglichen Meeresbewohner zu entdecken. Robben, Wale, Delfine, Walhaie und manchmal sogar Schildkröten. Am meisten Chancen hat man natürlich, wenn man auf dem Wasser unterwegs ist. Und mit dem Glück, was wir heute hatten, tauchten auf einmal links und rechts von uns Delfine auf!
Der Kapitän hielt sofort das Boot an und wir staunten über die Meeressäuger. Am Anfang noch ein wenig zurückhaltend, trauten sie sich mit der Zeit immer mehr und kamen immer näher an das Boot heran. Es ist immer wieder ein unglaubliches Gefühl, solchen Tieren so nah zu sein. Man konnte ihre Farbe und ihre Muster auf der Haut richtig gut sehen.
Wir kletterten alle zusammen vorne auf das Boot und dann kamen immer mehr Delfine zum Vorschein. Jetzt zeigten sie sogar ganze Kunststücke! Am höchsten Punkt der Welle sprangen sie aus dem Wasser und tauchten geschmeidig wieder ab. Andere Delfine tauchten direkt vor der Nase des Bootes auf. Man merkte, dass die Tiere sehr viel Spaß hatten mit dem Boot zu spielen und ihr Können zu zeigen. Delfine sind allgemein sehr soziale und intelligente Tiere. Sie wissen, dass die Menschen, die auf diesen Booten sind, nichts tun und sie mit dem Boot spielen können. Wir haben das bereits ein Jahr zuvor auf Mauritius erleben dürfen, wo wir mit Delfinen geschwommen sind und diese sich ähnlich verhalten haben wie die Delfine in Irland.



Damit niemandem bei dem Geschaukel schlecht wurde, fuhren wir weiter. Die Delfine sprangen noch ein paar Mal neben uns aus dem Wasser, danach entfernten sie sich von uns. Einer sprang nochmal genau vor der Skellig Island in die Luft. Ein tolles Bild, welches allerdings nur als Erinnerung in unseren Köpfen bleiben wird.
Ungefähr fünf Minuten später streckte unser Kapitän den Kopf aus der Kabine und fragte, möchte jemand von den Kids mal fahren? Ben war etwas zurückhaltend, aber Flo war sofort dabei und kletterte nach vorne. Kapitänsmütze aufgesetzt, Steuer in die Hand und auf ging es Richtung Portmagee. Passenderweise bereitete Flo sich zu der Zeit auf seinen Bootsführerschein vor. Da war das natürlich eine passende Übungsgelegenheit. Im Nachhinein erzählte er uns aber, dass es relativ einfach war, da das Boot sehr stabil im Wasser lag – wie wir es in den letzten zwei Stunden bereits gemerkt haben – und er selbst wenig machen musste. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung für ihn, ein Boot über die hohen Wellen zu steuern.



In Portmagee verließen wir mit tollen Erinnerungen das Boot. Im Restaurant nebenan gab es noch einen Kaffe to-go und dann stiegen wir auch schon ins Auto. Denn die Skellig Michael Bootstour war nur eine von vielen Aktivitäten, die wir an diesem Tag auf unserem Irland-Roadtrip geplant hatten.
Die Bootstour mit Skellig Michael Cruises – ein Muss, wenn man in der Gegend ist
Die Skellig Islands gehören zu den bekanntesten und auch beeindruckendsten Inseln Irlands. Daher lohnt es sich, wenn man auf der Iveragh Halbinsel unterwegs ist, diese Tour mitzunehmen. Am besten gleich mit einplanen. Man sollte nur auf das Wetter achten und wenn möglich noch einen zweiten Morgen freihalten, falls es nicht klappt.
Für Familien ist diese Bootstour perfekt geeignet. Gerade mit dem Auf und Ab beim Bootfahren haben die Kids reichlich Spaß. Sogar unsere Großen hatten ihren Spaß. Dazu kommt natürlich, dass auf Skellig Michael Star Wars gedreht wurde.
Wenn wir nochmal im Süden Irlands unterwegs sind, werden wir mit Sicherheit nochmal so eine Tour machen. Vor allem, weil wir beim nächsten Mal auf die Insel rauf wollen. Das steht definitiv noch auf unserer To-Do-Liste.

