Der wahrscheinlich größte Traum eines jeden Formel 1 Fan ist es, ein Mal das Formel 1 Rennen in Monaco live mitzuerleben. Genau diese Ehre hatten wir beim Formula 1 Louis Vuitton Grand Prix de Monaco 2026. So machten wir uns Donnerstag früh auf den Weg nach Nizza, um von Freitag bis Sonntag ganz viel Rennaction zu erleben. Nach drei Tagen Formel 1 und drei verschiedenen Tribünen und Sitzplätzen haben wir 7 wichtige Tipps für euch, wenn ihr selbst die Formel 1 in Monaco besuchen wollt.
#1 – Nizza – der beste Ort, um während des Rennwochenendes zu schlafen
Die erste Frage, die für uns wichtig war: Wo soll ich eigentlich schlafen? Man kann natürlich ein Apartment direkt an der Strecke buchen, aber die Preise dafür sind quasi unbezahlbar und außerdem ist alles weit im Voraus ausgebucht. Deswegen haben wir uns dazu entschieden eine kleine Ferienwohnung mitten in der Altstadt von Nizza zu beziehen. Wir waren tatsächlich schon mehrere Male in Nizza und kommen immer wieder gerne in die schöne Küstenstadt von Frankreich. Die Altstadt ist sehr süß und es gibt überall tolle Restaurants, Cafés und Eisdielen. Zufälligerweise lag unsere Ferienwohnung nur 20 Meter von der größten und einer der besten Eisdielen von Nizza.



Rein logistisch war Nizza ebenfalls der perfekte Ort. Von der Unterkunft ist man in 5 Minuten bei der Straßenbahn. Viele Attraktionen von Nizza sind fußläufig erreichbar und auch der Flughafen war nur knapp 30 Minuten mit der Bahn entfernt. Auch nach Monaco kommt man von Nizza sehr einfach, da regelmäßig der Zug vom Hauptbahnhof nach Monaco fährt.
#2 – Bahn über Auto – mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Allzeit mobil
Man sollte wissen, wie man überhaupt nach Monaco kommt. Denn Monaco hat keinen eigenen Flughafen, weswegen man von Nizza in Frankreich oder Italien aus anreisen musste. Dazu kommt, dass an einem Rennwochenende in dem kleinen Land jede Menge los ist und es ist nahezu unmöglich einen Parkplatz zu finden. Es brauchte also ein Alternative. Da war die Bahn perfekt. Noch am Flughafen kauften wir für uns vier den 7-Tages-Pass „Pass Sud Azur“. Damit kann man sowohl den ÖPNV in Nizza als auch die TER-Züge – so etwas wie die Regionalbahn – verwenden. Die TER-Zügen fahren natürlich nach Monaco aber auch darüber hinaus bis Menton an die italienische Grenze und Richtung Süden kommt man sogar bis nach Cannes.



Mit dem Pass Sud Azur waren wir sehr zufrieden und waren für insgesamt 180€ – 50€ für einen Erwachsenen, 40€ für Kinder – zu jeder Zeit mobil. Auch wenn der Preis erstmal recht teuer erscheint, lohnt es sich trotzdem sehr, da man mit dem Auto noch mehr für Mieten, Benzin und Parken bezahlen würde. Die andere Option wäre natürlich mit dem Helikopter von Nizza nach Monaco zu fliegen, aber das lag nun wirklich über unserem Budget. Wenn einem das reicht, kann man auch einen 3-Tages-Pass kaufen, welcher dann natürlich günstiger ist.
Vom Hauptbahnhof in Nizza fahren alle 15-20 Minuten Züge nach Monaco. Die reine Fahrzeit beträgt gut 20 Minuten. Wenn also alles gut klappt, waren wir so in unter einer Stunde in Monaco. Wenn man bedenkt, dass man mit dem Auto allein für die Parkplatz-Suche ewig zu tun hatte, war die Variante mit dem Zug super schnell.
Allerdings sollte man gerade bei der Heimreise auf lange Warteschlangen gefasst sein. Während es am Freitag nach dem freien Training der Formel 1 noch relativ einfach war, war es am Samstag und Sonntag bis oben hin voll. Selbst 1 1/2 Stunden nach Ende des Qualifyings standen die Menschen bis außerhalb des Bahnhofs an. Eine Wartezeit von mindestens 45 Minuten sollte man also einplanen, wenn man nach Nizza möchte. Wenn man seine Unterkunft in der anderen Richtung, also zum Beispiel in Menton oder sogar in Italien hat, dann ist die Wartezeit etwas kürzer, aber von leeren Zügen sollte man trotzdem nicht ausgehen.
Die wichtigsten Utensilien, die man unbedingt zur Strecke mitnehmen sollte
Gleich am ersten Tag haben wir gemerkt, wie wichtig es ist, genügend zu trinken und sich vor der Sonne zu schützen. Wir waren vor einem Jahr bereits in Barcelona bei der Formel 1, wo wir ebenfalls bei 25 Grad in der heißen Sonne saßen, weswegen wir schon eine Ahnung hatten, was uns erwarten würde. Mit einer Cap, ordentlich Sonnencreme und mindestens 2 Liter Wasser pro Person ist man in der Regel gut aufgehoben. Die Wasserflaschen kann man an zahlreichen Wasserspendern wieder auffüllen, sodass man nicht die ganze Zeit alles mitschleppen muss.
Wichtig ist auch, dass man problemlos einen Rucksack mit zur Strecke nehmen kann. Vor jedem Eingang und auch beim Ausgang vom Bahnhof gibt es Sicherheitskontrollen, wo man gegebenenfalls den Rucksack öffnen muss, aber die Mitnahme von Getränken und Lebensmitteln ist grundsätzlich überall erlaubt. Auch Kameras konnten wir mitnehmen. So konnten wir ein paar schöne Fotos von den Rennautos machen. Manchmal waren sie aber auch für unsere Nikon Kamera ein bisschen zu schnell.
#3 – Das richtige Ticket für das perfekte Rennerlebnis
Was wir dieses Mal in Monaco sowie auch letztes Mal in Barcelona gelernt haben, ist, dass die Ticketwahl darüber entscheiden kann, ob der Besuch ein unvergessliches Erlebnis oder eine pure Enttäuschung wird. Über alle drei Tage verteilt hatten wir drei verschiedene Tickets und verraten euch am Ende, was unserer Meinung nach die beste ist.
Tribüne K
Am Freitag saßen wir auf der Tribüne K6. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Port Hercule und die gesamte Stadt. Wer sich ein wenig mit Formel 1 auskennt, weiß, dass die Autos bei der Schikane vor dem Schwimmbad – Kurve 13 und 14 – mit Geschwindigkeiten von über 250 km/h vorbeirasen. Als wir das das erste Mal sahen, waren wir extrem beeindruckt. Ein Moment, den wir aber niemals vergessen werden, war, als wir auf die Tribüne kamen und das erste Mal die Strecke, den Hafen und die Stadt im strahlenden Sonnenschein sahen. Ein unvergesslicher Moment.



Le Rocher
Das Qualifying am Samstag wollten wir von Le Rocher aus erleben. Am Tag zuvor haben wir bei dem Ticketschalter geschaut, ob für das Qualifying noch Tickets zur Verfügung standen und tatsächlich waren für genau diesen Bereich noch Tickets für 75€ erhältlich. Klang erstmal nach nem ziemlich guten Preis, vor allem da die anderen Tribünen mehrere hundert bis tausend Euro kosteten.
Le Rocher ist eine Art General Admission, mit der man sich in einem bestimmten Bereich einen Platz aussuchen kann. Das Problem hierbei ist aber auch, dass dadurch gilt, wer zuerst da ist, bekommt den besten Platz. Und selbst eine Stunde vor dem dritten freien Training – noch 5 Stunden vor dem Qualifying – war es schon ziemlich voll. Wir ergatterten dann noch einen Platz, von wo aus man die Strecke gut sehen konnte.
Doch ehrlicherweise muss man sagen, war auch das etwas enttäuschend. Die Strecke ist mehrere hundert Meter entfernt, es gibt keinen Bildschirm, auf dem man den Zwischenstand sehen kann und es gab keine wirklichen Sitzplätze, sondern lediglich eine Mauer, auf der man es sich bequem machen konnte. Unserer Meinung nach lohnt sich Le Rocher nicht, wenn man für das Rennen extra nach Monaco gekommen ist. Da sind die richtigen Tribünen deutlich besser und da lohnt es sich auch mehr Geld für auszugeben. Wenn man jedoch sowieso in der Gegend unterwegs ist und sich das ganze Mal ansehen möchte, dann ist Le Rocher durchaus eine günstigere Möglichkeit.



VIP-Tribüne
Das Rennen am Sonntag durften wir von der VIP-Tribüne des Monegassischen Tourismusverband aus erleben. Mit Terrasse, Essen und Getränke, einem tollen Blick auf die Strecke. Es gab sogar Rennsimulatoren, was ein absolutes Highlight war. Für uns war es eine große Ehre dabei sein zu dürfen und das zu erleben. Allerdings ist diese Tribüne nur auf Einladung betretbar und die Plätze nicht öffentlich zum Verkauf.

Unser Favorit: K-Gold
Nach diesen drei Tagen meinen wir, die beste Tribüne gefunden zu haben, um das Rennen bestmöglich zu verfolgen: Sieger ist die K-Gold Tribüne geworden. Am Freitag haben wir festgestellt, dass man hinter der Tribüne auf die Start-Ziel-Gerade blicken kann und sogar einen Teil der Boxengasse sehen kann. Wenn man also wirklich in der obersten Reihe sitzt, kann man den ganzen Start, sowie alle Pitstops verfolgen. Gleichzeitig hat man von oben den besten Blick auf den Streckenabschnitt, den wir am Freitag von Tribüne K6 aus sehen konnten. Darüber hinaus gibt es hier, im Gegensatz zu Le Rocher, einen großen Bildschirm, auf dem man das gesamte Renngeschehen beobachten kann.



Für das gesamte Rennwochenende zahlt man für K-Gold Plätze zwischen 1100 und 1500 Euro. Klingt teuer, hat aber in unseren Augen das beste Preis- Leistungsverhältnis und lohnt sich auf jeden Fall für eingefleischte Formel 1 Fans.
#4 – FanZone – Formel 1 selbst erleben und nah an den Fahrern
Sehr positiv überrascht hat uns die Fanzone. Diese ist anders als bei vielen anderen Grand Prix kostenlos und ohne Ticket zugänglich. Sie liegt nah an der Strecke auf dem Place d’Armes. Hier gibt es natürlich für Fans und Zuschauer alles möglich zum ausprobieren. Rennsimulatoren, einen Pit Stop machen oder ein digitales Gruppenfoto mit den Fahrern. Darüber hinaus kann man hier Fan Artikel kaufen und auf einem großen Bildschirm die Action auf der Strecke erleben. Es ist auf jeden Fall eine tolle Stimmung dort. Wir waren zum Beispiel am Ende des Qualifyings bei der Fan Zone und der Jubel als der Home Hero Charles Leclerc in Führung ging war unglaublich.



Neben den Aktivitäten bietet die Fan Meile auch den ganzen Tag Programm. Donnerstag bis Samstag Interviews mit den Fahrern und ehemaligen Fahrern und am Abend Unterhaltung mit Musik und ein bisschen Party. Am Samstag nach dem Qualifying gab es auf der Bühne sogar ein Dance Battle von Red Bull Dance Your Style. Es hat sehr viel Spaß gemacht dort zuzuschauen. Vor allem mit einem leckeren Eis von Santo Gelato in der Hand. Angeblich der beste Eisladen Monacos und zufälligerweise direkt in der Fan Zone.


Darüber hinaus gibt es bei der Fan Zone Wasserspender, kostenlos Sonnencreme und Toiletten. Gerade bei der Hitze sind das Wasser und die Sonnencreme wirklich sinnvoll. Es wird zwar vor Ort immer wieder darauf hingewiesen, Sonnencreme mitzunehmen, aber falls die Flasche leer ist oder man es vergessen hat, wurde auch hierfür vorgesorgt.
#5 – Wo findet man in Monaco bezahlbares Essen?
Während der Formel 1 wollten wir neben dem Renngeschehen auch die Altstadt von Monaco erkunden. So schlenderten wir am Freitag nach dem ersten freien Training den kleinen Hügel hinauf zum Schloss und zur Altstadt. Dabei ist uns aufgefallen, dass Essen sowie Fan Artikel hier oben deutlich günstiger waren, als direkt an der Strecke. Die Gelegenheit nutzten wir natürlich, um für uns alle ein paar Sandwiches zu besorgen.


Wenn man jedoch nicht den weiten Weg nach oben auf sich nehmen möchte, dann ist der Carrefour Market eine andere günstige Option für Essen und Trinken. Der Supermarkt befindet sich gleich bei der Start-Ziel-Gerade und ist auch während des Rennwochenendes jederzeit begehbar. Neben den Ticketkontrollen führt ein kleiner Gang zu dem Supermarkt. Die Preise hier sind dann doch für uns Normalverdienende deutlich angenehmer und ähneln den von normalen Supermärkten.
#6 – Der Tag nach dem Rennen in Monaco
Am Montag nach dem Rennen ging unser Flug erst spät am Abend. So entschieden wir uns den morgen entspannt in Nizza zu verbringen und nach einem leckeren Frühstück noch einmal nach Monaco zu fahren. Uns wurde gesagt, dass man bereits auf die Strecke kann und zusehen kann, wie die Tribünen und Leitplanken abgebaut werden. Gerade die Jungs wollten noch ein letztes Mal Formel 1-Luft schnuppern und da passte das natürlich perfekt.
Wir kamen also – diesmal mit einem leeren Zug – in Monaco an und schlenderten die Strecke entlang, vorbei an der Boxengasse und dem Paddock Club. Wir waren extrem überrascht, wie leer der Hafen auf einmal war. Gestern lagen noch hunderte Yachten im Hafen, hundert weitere, die vor dem Hafen lagen und wir zählten sechs Kreuzfahrtschiffe am Renntag, die vor dem Hafen ankerten. Ein Tag später war alles weg. Der Hafen war so gut wie leer gefegt und die Kreuzfahrtschiff waren auch nirgends zu sehen. Ein paar Millionäre und Milliardäre lagen mit ihren Yachten immer noch vor dem Hafen, aber der Unterschied war trotzdem krass!


#7 – Die perfekte Abkühlung am Solarium Beach
Vor ein paar Jahren haben wir Monaco bereits zwei Mal besucht. Allerdings nur für je einen Tag. Trotzdem kannten wir eine tolle Stelle zum Baden und entschieden uns, wieder dort hin zu gehen. Bei strahlendem Sonnenschein im Juni nicht ins Mittelmeer zu springen, wäre ja schon fast eine Straftat. So gingen wir zum Solarium Beach. Beach ist hierbei das falsche Wort, denn es sind eher Steinstufen auf der Rückseite des Piers. Das bedeutet nicht, dass es kein wunderschöner Ort zum Baden ist. Es ist kostenlos zugänglich, es gibt duschen, ein kleines Café und man kann super gut ins Wasser springen.
Flo und Ben zogen sich schnell ihre Badehosen an und sprangen hinein. Das Wasser war schon angenehm warm und eine tolle Abkühlung. Wir waren früher schon mal beim Solarium Beach und er wurde tatsächlich seit dem stark verändert. Auf eine positive Weise, wie wir finden. Der Beach ist unsere Empfehlung, wenn man in Monaco unterwegs ist. Egal ob zur Formel 1 oder einfach so, um die Stadt zu erkunden.



Ein unvergessliches Wochenende in Monaco bei der Formel 1 – das bleibt bei uns hängen
Die Formel 1 in Monaco zu erleben war natürlich ein absoluter Traum. Die Vorfreude war gerade bei den Jungs schon Monate vorher riesig und auch jetzt, wo wir wieder in Berlin sind, schwärmen sie immer noch davon. Wir können aus unserer Erfahrung sagen, dass wir mit der Unterkunft in Nizza und den Zugtickets alles richtig gemacht haben. Es war die schnellste, preiswerteste und logistisch beste Option. Darüber hinaus ist Nizza auch einfach eine tolle Stadt.
Wenn wir eines Tages wieder nach Monaco zur Formel 1 fahren würden, würden wir dieses Mal wahrscheinlich die Tickets in der K-Gold Tribüne buchen. Hier hat man die beste Sicht auf das Rennen und die Autos, aber dafür müssen wir noch ein bisschen sparen.
Wir werden dieses kleine Abenteuer nie vergessen und es immer in guter Erinnerung behalten. Vielleicht dürfen wir ja eines Tages dieses Highlight noch einmal erleben.
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