Das Levi Ski Resort gilt als schönstes Skigebiet Finnlands. Und das wollten wir unbedingt selbst sehen! Der Berg und die Stadt Levi befindet sich im Norden Lapplands nicht weit vom Flughafen Kittilä entfernt. Jeden Tag gehen von Helsinki aus Flüge dorthin. Die Stadt selbst ist sehr touristisch orientiert mit viele Ferienhäusern und Hotels. Trotzdem hatte der Ort nicht diese typischen Touri-Vibes, wie man sie oft in solchen Städten hat.
Als wir angekommen sind, sahen wir direkt die Pisten: sehr breit und wenig Leute. Das machte sehr viel Vorfreude aufs Skifahren. Unser Ferienhaus befand sich ca. 10 Gehminuten von Zero Point des Skigebiets entfernt. Der Zero Point befindet sich an der Nordseite. Hier befindet sich auch das Stadtzentrum von Levi, wozu mehrere Restaurants, Hotels und Skiverleihe zählen.
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Skiverleih Zero Point Rental – dein All-Round Ski Verleih in Levi
Beim größten Skiverleih, nämlich dem Zero Point Rental, wollten wir am nächsten morgen die Ski ausleihen. Da wir allerdings noch reichlich Zeit hatten und wir nicht am nächsten Morgen in den langen Schlangen beim Verleih stehen wollten, fragten wir vor Ort nach, ob wir unsere Ausrüstung schon jetzt ausleihen konnten. Und siehe da: es war überhaupt kein Problem. Wir bekamen sehr schnell Schuhe, Ski und Stöcke. Für die nächsten Tage mieteten wir eine Spind, so dass wir alles dort lassen konnten.
Als wir die Ski ausliehen, wurde uns gesagt, dass wir die Ski jederzeit wechseln können. Wenn man also mal etwas längere oder etwas breitere Ski oder nochmal ganz andere Ski ausprobieren will, muss man einfach nur fragen. Thomas hat in anderen Skigebieten bereits sehr gute Erfahrungen mit etwas breiteren Ski gemacht. Melanie und Ben wollten solche Ski dieses mal testen. Nur Flo blieb am Anfang bei den gewöhnlichen Ski mit der starken Wölbung.



Neben Ski und Snowboard kann man sich beim Zero Point Rental diverse andere Sportgeräte ausleihen: Schneeschuhe, Langlaufski, Tourenski und sogar Schnee-Mountain-Bikes. In den nächsten Tagen würden wir die Langlauf- und die Tourenski definitiv noch einmal brauchen.
Wunderschöne Pisten mit herrlichstem Licht
Insgesamt waren wir 6 Tage auf den 45 Pistenkilometern unterwegs. Meistens hatten wir auch andere Aktivitäten geplant und nutzten unsere freien Zeitslots fürs Skifahren. Dadurch dass wir einen 6-Tage-Ski-Pass hatten, konnten wir wann immer wir wollten auf die Piste. Und da die meisten Pisten auch nach Sonnenuntergang beleuchtet werden, kann man von 9:30Uhr bis 19:00Uhr auf den Pisten unterwegs sein. Wir hatten also sehr viel Zeit, das ganze Skigebiet zu erkunden.
Die Nordseite am Zero Point
Auf der Nordseite des Gebiets – am Zero Point – gibt es zwei rote Pisten inklusive einem großen Funpark und einer Buckelpiste. Die Pisten hier sind sehr breit, wodurch sie sich sehr gut eignen, um weite Kurven zu fahren um Skier richtig laufen zu lassen. Jedoch hat man beim Zero Point selten Sonne, da die Pisten durch die nördliche Lage immer im Schatten der Berges stehen. Das führt dazu, dass die Pisten besonders am Nachmittag recht eisig werden. Deswegen ist der Zero Point sinnvoll, um am Vormittag reinzukommen oder wirklich die Special-Pisten zu fahren. Man muss ja nicht direkt die ganz großen Sprünge fahren.


Die North-East Slopes – super Qualität und ganz alleine sein
Wenn man vom Zero Point mit dem Sessellift „GE“ und dem Schlepplift „4“ hochfährt, kommt man ganz einfach zu den North-East Slopes. Hier sind zwei große Sessellift unterwegs, die die Skifahrer*innen zu bis zu 5 verschiedenen roten Pisten bringt. Auch hier sind die Pisten sehr breit und wechseln zwischen etwas flacheren und etwas steileren Abschnitten. Ein großer Vorteil ist, dass hier am Fuße des Berges wenig Hotels und Ferienhäuser stehen, weswegen man oft alleine auf den Pisten unterwegs ist. Keine Wartezeit am Lift, keine anderen Skifahrer, auf die man achten muss und eine super Qualität der Pisten. Was will man mehr? Allerdings spielt auch hier die nordöstliche Lage eine wichtige Rolle. Die Sonne scheint hier je nach Jahreszeit nur ein paar Stunden. Es kommt natürlich darauf an, zu welcher Zeit man in Levi ist, aber zwischen Mitte November und Mitte Februar hat man bei diesen Pisten relativ wenig Sonne.



Der sonnige Süden des Skigebiets – South Point und South-East Slopes
Anders ist das bei den South-East Slopes. Auf den Pisten, die hier entlang führen, scheint die Sonne sehr viel. Dieser Teil des Skigebiets beherbergt 3 Schlepplifte und bis zu 8 blauen Pisten. Jedoch kommt es oft vor, dass besonders der untere Teil der Pisten wegen starkem Wind gesperrt ist. Trotz der Schneesicherheit, die Lappland hat.
Der wahrscheinlich beliebteste Abschnitt des Skigebiets ist der South Point und die South Slopes. Und das zu recht! Als wir dort unterwegs waren, hatten wir immer Sonne – zumindest wenn keine Wolken da waren – und der Schnee wurde in ein wunderschönes Licht getaucht. Von hier aus kann man auch den Sonnenuntergang am besten bestaunen.



Insgesamt hat die Südseite 6 blaue Pisten mit einem Sessellift und einigen Schleppliften. Die Pisten hier sind deutlich flacher als in den andern Abschnitten des Skigebiets, dafür sind sie schön breit. Darüber hinaus gibt es auf der Südseite zwei Fun Parks. Der eine eignet sich mit ein paar Wellen und kleinen wie großen Sprüngen auch für weniger erfahrene Skifahrer. Wer jedoch den vollen Adrenalin Kick sucht, fährt auf dem schwarzen South Park. Dieser ist ähnlich aufgebaut wie der Fun Park beim Zero Point. Meter hohe Tables, wo sich wirklich nur die richtigen Könner rauf trauen sollten. Wir gehören nicht zu den Menschen, die solche Sprünge machen. Deswegen blieben wir entweder auf dem Fun Park oder im Wald. Denn besonders auf der Südseite kann man sehr gut abseits der Pisten durch den Wald fahren. Lappland hat eine sehr hohe Schneesicherheit, was dementsprechend auch das Offroad-fahren ermöglicht. Gerade die Jungs hatten dabei unglaublich viel Spaß.
Die West Slopes – rote Pisten und hohe Geschwindigkeiten
Der letzte Bereich in dem Levi Ski Resort sind die West Slopes. Auf dieser Seite sind nochmal bis zu 10 Pistenkilometer verteilt mit mehreren roten, ein paar blauen, 3 schwarzen und sogar dem alpinen Trainingspark. Hier führen ein Sessellift und eine Gondelbahn auf die Spitze des Berges und zwei weitere Schlepplifte die Pisten hoch. Wir haben hier sowie im South Park viel Zeit verbracht, da sich die Pisten wirklich schön fahren. Manchmal nutzt die Sportschule von Levi den alpinen Trainingspark und man kann den zukünftigen Olympioniken beim Fahren zuschauen. Ansonsten kann man auch so die Piste hinauf und hinunterfahren.


Wir hatten im Levi Ski Resort beim Skifahren sehr viel Spaß und würden es sogar sagen, das es eines der schönsten Skigebiete ist, die wir erlebt haben. Die Pisten sind nie wirklich eisig oder bucklig, das Licht ist unglaublich toll und die Pisten sind super für weite Carving-Schwünge. Doch wir waren nicht nur zum Skifahren in Levi.
Skitour von ganz unten nach ganz oben
Man kann im Levi Ski Resort nicht nur Skifahren, sondern auch Ski Touren gehen! Bei einer Ski Tour im Levi Ski Resort geht man mit Skiern den Berg hinauf und fährt anschließend wieder hinunter. Dementsprechend sind auch die Ski ein wenig anders. Damit man nicht rückwärts runterrutscht, bekommt man Felle unter die Ski, die das verhindern. Wir haben bereits ein wenig Erfahrung mit Ski Touren, weswegen wir diese alleine angehen wollten.
Im ganzen Skigebiet befinden sich fünf verschiedene Routen von R.1 bis R.5 und sie sind so verteilt, sodass man nicht mit dem Bus irgendwo hinfahren muss, sondern direkt am Lift vorm Hotel starten kann. Wir haben uns für die Route R.1 entschieden, die direkt hinter dem Skiverleih beim Zero Point beginnt. Diese Route ist im Vergleich zu den anderen Routen relativ einfach und verläuft immer in der Nähe der Ski Pisten. Wer eine Herausforderung sucht und lieber weg von den Skipisten und rein in den Wald möchte, der ist auf der Route R.3 am besten oder auf der Route R.5 ebenfalls gut aufgehoben.
Die Route R.1 vom Zero Point zum Panorama-Restaurant
Zuerst geht es unter der Gondelbahn „E“ hinauf. Dabei sind wir zuerst durch einen kleinen Waldweg gelaufen und haben uns danach mal am Tiefschnee probiert. Das war tatsächlich anstrengender, als wir zuerst dachten! Aber wir waren stolz auf uns, als wir an der Bergstation den ersten Abschnitt überwunden haben.


Tatsächlich war das auch einer der schwersten Abschnitt, denn nun ging es erstmal etwas flacher neben den Pisten entlang bis wir unten den Schlepplift 4 erreichten. Eigentlich geht es von hier aus links neben der Piste durch den Wald den Berg hinauf. Allerdings haben wir diese Abzweigung verpasst, weswegen wir direkt unterm geschlossenen Schlepplift hochgelaufen sind. Zum Glück kamen wir oben wieder auf den eigentlichen Weg zurück. Macht nicht den gleichen Fehler wie wir, denn auf dem Rückweg haben wir gemerkt, dass wir was verpasst haben, denn es ging zwischen den verschneiten Bäumen und durch frischen Schnee hindurch.
Jetzt war auch der zweite schwere Anstieg geschafft! Von nun an liefen wir an einer Verbindungsstrecke vom Skigebiet entlang, bis wir das Panoramic Restaurant Tuikku erreichten. Hier kehrten wir für einen leckeren Kaffee und die wohlverdiente Cola ein. Wir entschieden uns auch dafür, dass wir nach den Getränken wieder runter fahren würden, da noch einiges geplant war für den Tag. Die Ski Route würde bis hinauf auf den obersten Punkt des Berges führen. Es wären vom Panorama Restaurant auch nur noch 600-700 Meter gewesen.





Durch die verschneiten Wälder zurück zum Zero Point
Der Weg bergab machte natürlich am meisten Spaß. Vor allem mit dem Gefühl, dass wir den ganzen Weg hinaufgelaufen sind – mit eigener Muskelkraft! Was man jedoch wissen sollte ist, dass die Skitouren-Ski sich anders anfühlen als normale Ski. Sie sind breiter und deutlich leichter als normale Ski und sind eher für Tiefschnee als für Pisten geeignet, denn daher kommen Tourenski auch: aus dem Hochalpinen Sportbereich.
Nach unten kann man natürlich die gewöhnlichen Pisten nehmen. Und das ist durchaus empfehlenswert, wenn man noch nicht so viel Erfahrungen mit Ski oder Skitour hat. Wir jedoch kannten das Gefühl bereits. Deswegen ging es für uns ab in den Tiefschnee!
Der erste Teil abseits der Pisten war noch recht einfach. Es ging neben der Piste 4.1 ein wenig zwischen den Bäumen hindurch. Dort, wo wir eigentlich hätten hochlaufen sollen. Das war quasi eine Art Warm Up für das, was noch kommen sollte.



Denn der zweite Teil war deutlich anspruchsvoller. Wir fuhren quer durch den Wald den Hang hinunter! Zwischen eng beieinander stehenden Bäumen, unter Ästen hindurch und durch frischen Tiefschnee. Flo und Ben hatten sehr viel Spaß dabei, aber auch Melanie und Thomas hatten ihre Freude. Wenn auch mit etwas mehr Überwindungskraft, als bei den Jungs.
Unten angekommen waren wir sehr stolz auf unsere Leistung. Wir konnten die Touren-Ski ganz einfach beim Zero Point wieder abgeben und unsere normalen Ski nehmen. Denn die eine Abfahrt hat uns für den Tag noch nicht gereicht! Es ging wieder rauf auf die Piste.
In den verschneiten Wäldern Langlaufen
Ski fahren und Ski Tour macht unglaublich viel Spaß. Doch es gibt eine Sportart, mit der jeder Finne und jeder Skandinavier quasi geboren wird: Langlauf! Genau das wollten wir ausprobieren. Im Zero Point liehen wir uns am Morgen Langlauf Ski. Die Jungs wollten unbedingt Skating Ski haben, weswegen wir uns auch für diese entschieden. Zwischen Skating Ski und Klassik Ski gibt es einen kleinen Unterschied bei den Schuhen. Denn während man beim Skating Stil den Fuß frei bewegen kann, ist der Schuh für Skating nach hinten eingeschränkt. Dadurch kommen die verschiedenen Bewegungsarten zustande.


Insgesamt hat das Skigebiet Levi 230 km Loipen. Diese öffnen in der Regel schon im Oktober und sind bis April geöffnet. Noch dazu sind einige der Strecken beleuchtet. Man kann also zu jeder Zeit fahren und entdeckt immer etwas Neues.
Die Strecken tragen keine eigenen Namen wie die Skipisten und Skirouten, sondern sind eher wie Wanderwege aufgebaut. Auf den Schildern steht nämlich entweder der Ort, wo die Loipe hinführt, oder der Name des Rundweges. Da wir nicht all zu viel Erfahrung mit Langlauf haben, nahmen wir uns nicht zu viel vor und suchten uns unsere eigene Route. Diese startete direkt neben dem Zero Point.
Unsere kleine Langlauf-Runde durch die verschneite Natur
Gleich am Anfang ging es ein ganzes Stück bergauf! Dabei hatten wir ordentlich zu kämpfen und brauchten ein wenig, um uns an die Technik wieder zu erinnern. In Österreich haben wir mal mit einem Trainer der Sportschule Saalfelden Langlauf im Skating Stil gemacht. Jedoch war das schon eine ganze Weile her.
Nach dem Anstieg ging es immer rauf und runter durch einen Wald. Nach etwa zwei Kilometern bogen wir links ab und skateten zwischen kleinen Holzhäusern hindurch bis wir einen See erreichten. Auf dem See hatten wir einen tollen Blick auf den Berg Levi und konnten sogar die Stadt sehen. Wir fuhren mit unseren Ski weiter über den See und näherten uns damit auch dem Ende unseres kleinem Skating-Adventures. Noch ein letzter Anstieg und dann waren wir da.



Insgesamt waren wir 8 Kilometer unterwegs und brauchten dafür etwa 1 Stunde und 45 Minuten. Wer sich etwas mehr mit Ski Langlauf auskennt weiß, dass das nicht sonderlich schnell ist. Geübte Fahrer können 10 Kilometer locker in 60 Minuten schaffen. Uns störte das aber nicht, denn wir hatten trotzdem sehr viel Spaß und dafür haben wir beim nächsten mal noch sehr viele Loipen-Kilometer zu entdecken.
Der Familiencheck für das Levi Ski Resort
Das Skigebiet Levi hat uns unglaublich viel Spaß gemacht! Auf den Pisten die unendlich langen Sonnenaufgänge und -untergänge zu beobachten war jedes Mal magisch! Flo und Ben konnten sich auch in den zahlreichen Funparks ordentlich austoben.
Wenn Ski fahren mal zu langweilig wird oder wenn es einfach zu kalt ist, bietet das Skigebiet auch andere Aktivitäten wie Langlauf oder Skitour. Das ist super für Familien, da man so immer einen Weg findet, mit den Kids Spaß zu haben und sie auszupowern. Wir werden auf jeden Fall wieder nach Lappland kommen und weitere Orte in dem verschneiten Wunderland entdecken.
Wenn ihr wissen wollte, was man sonst alles in Levi machen kann und welche Aktivitäten du in Lappland auf jeden Fall einplanen musst, dann klick einfach auf diesen Link: Eine Woche Winter in Lappland als Familie mit Lapland Travel – Diese Winterabenteuer warten auf euch in Levi in Finnland
