Der Familien Roadtrip durch Marokko mit For Family Reisen

Ein Familien Roadtrip durch Marokko – genau das richtige Abenteuer, also Augen zu und durch! – Warum „Augen zu und durch“? Das erklären wir euch hier in den folgenden Zeilen.

So eine individuelle Reise als Roadtrip ist für uns immer etwas Besonderes, denn man sieht und lernt so viel von einem Land. Wir waren schon voller Vorfreude auf das Land Marokko aber wussten nicht so richtig, was uns erwartet. Was wir aber wussten, dass es sonnig wird und zwischen 25 und 35 Grad im Oktober großartig ist für eine kleine Auszeit vom deutschen Herbst.

Die Buchung lief über For Family Reisen. Die Agentur aus Köln bietet speziell für Familien individuelle und nachhaltige Reisen oder auch Gruppenreisen für Familien an. Die Buchung kann einfach online erfolgen. Eine telefonische Beratung wird auch angeboten. Während der Reise hat man eine App, über die wir schon im Vorfeld unseren Reiseplan verfolgen konnten. So wussten wir genau, was jeden Tag vor geplant war. Dazu kam in Marokko noch Khalid!

Khalid war unser Reiseleiter und er empfing uns am Flughafen Marrakesh. Er strahlte uns direkt an und war super kommunikativ. Wir fühlten uns direkt willkommen und wussten, das werden großartige Tage.

Der erste Abend in Marrakesh

Vom Flughafen ging es für uns direkt zu einem kleinen Riad mitten in der Altstadt von Marrakesh. Ein Riad ist ein Gasthaus mit einem kleinen Innenhof, sehr ruhig und authentischer als ein Hotel.

Nachdem wir uns etwas frisch gemacht und der Wärme entsprechende Kleidung angezogen hatten, waren wir bereit für Marrakesh. Es waren etwas mehr als 30 Grad und es fühlte sich nach Sommer an.

Khalid zeigte uns ein paar Sachen in Marrakesh und ließ uns dann ein wenig die Medina und den Platz Djemaa el Fna selbstständig erkunden.

Fravely auf dem Djemaa El Fnaa in Marrakesch in Marokko
Fravely auf dem Djemaa El Fnaa in Marrakesch

Djemaa El Fna in Marrakesch

Djemaa el Fna gilt als Ort der Gaukler und Schlangenbeschwörer. So war es auch. Die Sonne ging langsam unter und der Platz füllte sich mit einheimischen, Touristen und eben den Schaustellern mit kleinen Affen, Gauklern und Schlangenbeschwörern.

Vor den zahlreiche Ständen mit Obst und Essen hatte uns Khalid abgeraten und auch vor den Schlangenbeschwörern gewarnt. Diese hauen Touristen sehr gern übers Ohr. Wir konnten das sehr gut umgehen und auf einmal hatte Ben doch eine Schlange um den Hals. Naja… so zahlten wir ein paar Dirham für ein Foto mit einer Schlange. Das ging alles so schnell und wir wollten uns nicht auf Diskussionen einlassen.

Augen zu und durch – mit Khalid

Nach diesem kleinen Rundgang trafen wir Khalid wieder und er führte uns über volle Straßen mit rasenden Mopeds, hupenden Autos, Esel-Gespannen und Pferdekutschen. „Augen zu und durch“ – meinte Khalid. So sagt man wohl hier in Marokko.

Wir sind schließlich in dem kleinen Restaurant Ait Bougumez angekommen. Mit einem herrlichen Blick über die Dächer von Marrakesch, ließen wir den Abend ausklingen und freuten uns auf das, was kommen mag.

Der Weg über den Tichka-Pass und durch das Ounila Valley nach Ait Ben Haddou

Nach dem Frühstück starteten wir direkt mit Khalid. Ein Kleinbus mit unserem Fahrer Said fuhr vor und alle unsere Ortlieb-Taschen und Rucksäcke waren schnell verstaut.

Said fuhr aus der hektischen Stadt Marrakesch hinaus in Richtung Atlas Gebirge. Wir sahen Schnee auf den Bergen und erfuhren, dass die höchsten Berge Marokkos über 4000 Meter hoch sind. Wir sollten heute auch noch auf über 2000 Meter Höhe kommen.

Der Tichka-Pass

Über teils gute, aber teils auch holprige Straßen kamen wir nach einiger Zeit zu unserem ersten Zwischenstopp. Es war der Tichka-Pass auf 2260 Metern Höhe. Dies ist die Höchste Pass-Straße im Atlas-Gebirge und im Winter wegen Schnee sogar einige Tage gesperrt.

Der Tichka-Pass auf 2260 Meter Höhe in Marokko
Der Tichka-Pass auf 2260 Meter Höhe

Von hier an ging es wieder bergab. Wir hatten also das Atlas-Gebirge von Marokko einmal überquert. Khalid zeigte uns in einem kleinen Bergdorf, wie so ein Dorf aufgebaut ist. Die Häuser sind immer aus dem Material erbaut, was die Berge dem Menschen hergeben. So kann es mal Lehm oder auch mal Kalk sein. In diesem Fall waren es Häuser aus Kalk.

Das Ounila Valley

Nach einiger Zeit bogen wir von der Hauptstraße ab und über einige Serpentinen gelangten wir zum Ounila Valley. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die roten Bergformationen ragten über ein teils sehr schmales Tal. Darin waren immer wieder kleine Dörfer mit Palmen. Es erinnerte etwas an den Grand Canyon, aber orientalisch mit Palmen und kleinen Lehm-Häusern.

Hier sahen wir kleine Höhlen, die wohl von Menschenhand in die Lehmige Erde gegraben wurden. Khalid erklärte uns, dass es alte Kornspeicher seinen. Darüber standen dann wieder auf einem Vorsprung kleine Häuser.

Esel-Reiten im Ounila-Tal

Immer weiter entlang des Ounila Tals führte unsere Marokko Route bis in einen kleinen Ort, wo wir auf Hischam trafen. Seine Familie hat uns herzlich empfangen und auf einmal standen wir in der Küche. Es wurde Couscous mit Gemüse von Haschims Frau für uns zubereitet. Es war so lecker, denn der Couscous wurde mit viel Zeit und Liebe zubereitet.

Nach dem Mittagessen kam das Highlight für Ben am heutigen Tag. Er hatte sich so sehr auf das Esel-Reiten gefreut. Vier Esel standen gesattelt mit ihren Führern parat. Wir ritten ca. 30 Minuten durch die rot leuchtenden Berge bis zu einem dieser alten Kornspeicher. Das schauten wir uns auch nochmal näher an. Die Jungs trauten sich mit Khalid sogar hinein und erkundeten einige der Gänge.

Auf dem Rückweg hatten unsere Esel-Treiber sichtlich Spaß und scheuchten die Esel mit lustigen Lauten und Rufen durch das Tal. Wir verabschiedeten uns. Mit dem Auto ging es dann weiter nach Ait Ben Haddou. Diesen Ort sollten wir am nächsten Tag genauer erkunden. Doch ein kleiner Abend-Spaziergang tat uns allen nochmal gut.

Von Aït Ben Haddou nach Mhamid, der letzte Stopp vor der Sahara

Wirt starteten den Tag mit einem Frühstück in unserem Riad in Ait Ben Haddou.

So viel Marokko Geschichte in Ait Ben Haddou

Dann erkundeten wir den alten Ort Ait Ben Haddou in Marokko. Khalid hatte so viel zu erzählen und wir merkten, wie er für sein Land brannte. Die Häuser stammten zum Teil aus dem 12. Jahrhundert und der ganze Ort gehört zum UNSECO Weltkulturerbe. Alles alte Lehmhäuser mit einer Decke aus Palmenholz und Schilfrohr.

Er erzählte uns auch, für welche Filme die alte Stadt schon als Kulisse diente. So wurde hier Gladiator mit Russel Crow oder auch Game of Thrones gedreht. Oben am alten Kornspeicher auf dem Berg angekommen, hatten wir einen tollen Blick über die karge Landschaft, auf das Ounila Valley und das Atlasgebirge mit den Schneebedeckten Bergen.

Auf dem Rückweg zum Riad kamen wir an einer großen Dattelpalme vorbei. Wir sagten Khalid, dass wir unbedingt eine Ladung Datteln brauchen. Das sollte doch machbar sein.

Fravley auf der Brücke in Ait Ben Haddou in Marokko
Fravley auf der Brücke in Ait Ben Haddou

Die Atlas Filmstudios in Quarzazet in Marokko

Für uns ging es mit dem Auto nur ein kurzes Stück weiter bis nach Quarzazet im Süden von Marokko. Hier befinden sich die Atlas Filmstudios mit vielen Filmkulissen, die man besichtigen kann. Es wurden in den Studios Filme wie „Asterix und Obelix“, „Black Hawk Down“, „James Bond“ oder auch „Aladin“ und „Jesus von Nazareth“ und viele andere Filme gedreht. Wir durften die Kulissen besichtigen und saßen so auf einmal auf dem Thron Cleopatras.

Durch diese Kulissen zu laufen und sich an die Filme zu erinnern war mega schön. Zum Teil waren die Filme schon etwas älter und wir haben sie selbst schon als Kind gesehen. Wir wurden also alle nochmal zu Kindern.

Atlas Studios - Flo und Ben in Quarzawood in Marokko
Atlas Studios – Flo und Ben in Quarzawood

Die riesigen Dattel-Palmen-Oasen

Unsere Route führte uns weiter durch Tizi’n-Tinififft. Die Landschaft wurde immer karger und war von Vulkangestein geprägt. Das einsame Felsplateau ist das Tor zum Draa-Tal. Das Vallée du Drâa ist ca. 200 Kilometer lang. Ab der kleinen Stadt Agdz beginnt eine der größten Dattel-Palmen Oasen in Marokko. Wir folgten dieser Oase immer weiter und wir sahen so viele Dattelpalmen, dass wir nur noch mehr Lust auf frische Datteln bekamen.

In Zagora haben wir dann endlich an einem kleinen Souk (Markt) eine große Ladung frische Datteln gekauft. Unser Fahrer Said meinte, hier gibt es die besten Datteln in Marokko zu kaufen. Ob es es die besten waren? Sie waren in jedem Fall richtig gut. Sogar so gut, dass eine ganze Packung im Bus direkt von uns allen aufgegessen wurde. Die zweite Packung wurde in den folgenden Tagen leer gemacht. Zwei haben wir aber mit nach Hause genommen.

Fravely in der Oase im Draa-Tal in Marokko
Fravely in der Oase im Draa-Tal

Marrokanische Töpferwaren aus Tamegroute

Kurz vor unserem heutigen Tagesziel in Mhamid hielten wir noch an einer traditionellen Töpferei von Marokko. Hier wurde uns gezeigt, wie eine originale Tajine (ein Kochgeschirr) und andere Töpferwaren aus Lehm und Ton hergestellt wurden. Auch Ben und Flo durften mal etwas formen. Wir sahen schon, dass es viel Geschick und Zeit bedarf, bis man das richtig kann.

Am Abend erreichten wir dann unser Riad in Mhamid, welches einen tollen Pool hatte. Es war das letzte Dorf mit Zivilisation vor der Wüste. Mit einem sehr entspannten Abend endete der Tag mit unserem Guide Khalid bei einer großen leckeren Tajine.

Wir erreichen die Sahara Wüste

Guten Morgen aus der letzten Oase vor der Sahara und so starteten wir nach dem Frühstück mit einer kleinen Wanderung durch den Ort. Khalid erklärte uns wie die Bewässerungssysteme für die Palmen funktionieren.

Ben und Flo in Mhamid in Marokko
Ben und Flo in Mhamid

Besuch bei dem Berber Ali und seiner Familie

Auf einmal standen wir in Marokko mitten zwischen Lehmhäusern unter Palmen. Es war wie im Film und alles irgendwie unwirklich. Wir wurden von Ali begrüßt und in sein Haus eingeladen. Bei einer wirklich tollen und ausgiebigen Teezeremonie lernten wir wieder einiges über die Berber und ihre Traditionen. Ali zeigte uns ein kleines Museum mit Utensilien des Berber-Volkes und wir wurden mal eben als Berber in Wüstentracht eingekleidet.

Das Museum hatte Lai selbst eingerichtet und diese ganzen Utensilien zusammen gesammelt. Von einem alten Mahlstein über Teppiche und Webstühle bis hin zu Töpfen gab es hier alles fürs Berber-Herz.

Durch die Steinwüste bis in die Sahara

Gegen Mittag kam unser Geländewagen, in dem wir für die kommenden Tage mit dem Fahrer Mohamed unterwegs waren. Das Ziel war ein Wüstencamp mitten in der Sahara. Wir hielten in Mhamid noch kurz an einem kleinen Laden und holten Wasser. Auf einmal endete kurz hinter dem Ort die Straße und ab hier ging es durch eine Steinwüste.

Dann sahen wir nach ca. einer Stunde Fahrt die großen Sanddünen der Sahara und wir freuten uns. Denn wir wussten, schon von unseren Abu Dhabi-Reisen: Es ist ein tolles Gefühl in einer Wüste zu stehen. Flo und Ben stürzten sich auch direkt in die Sandberge der Sahara in Marokko. Ein Sandboard war schnell im Aladdin Desert Camp gefunden und so begann die wilde Fahrt auf den Sanddünen.

Auf Dromedaren in zum Sonnenuntergang

Im Aladdin Desert Camp wurden wir schon erwartet und man zeigte uns unsere kleinen Hütten für die kommende Nacht. Einfach, aber mit eigener Dusch und Toilette. Wir waren auf weniger eingestellt.

Gegen frühen Abend warteten dann auf uns vier Dromedare für einen Ritt zur höchsten Düne in der Umgebung. Bis zur Düne heran schaukelten wir auf den Wüstenschiffen. Hinauf ging es dann aus eigener Kraft.

Von hier oben hatten wir einen fantastischen Blick auf den Sonnenuntergang und diese sind in der Wüste besonders faszinierend.

Mit den Dromedaren gingt es in der Dämmerung wieder zurück zum Camp, wo ein leckeres Abendessen und ein Lagerfeuer mit Berber-Musik auf uns wartete. Ein toller Wüstennachmittag und -abend geht zu Ende.

Von der Sahara über den ausgetrockneten Iriki-See und die Dakar-Rally-Strecke

Die Nacht war sehr entspannt und bei einem Wüstenfrühstück konnten wir Kraft für den Tag sammeln. Es gab Msemen, eine Art marokkanischen Fladenbrot welches man herzhaft mit Käse und Olivenöl oder Süß mit Honig und Marmelade isst.

Marokko Wüsten-Wanderung mit Khalid

Unser Guide Khalid hatte eine kleine Wüstenwanderung am Vormittag geplant. Mit einem Buch unter dem Arm ging er mit uns auf Spurensuche. Denn die Tiere, die hier leben hatten in der Nacht viele Spuren hinterlassen. Flo und Ben waren natürlich voll dabei. Wir haben zwar keine Tiere gesehen, aber die Spuren von der Wüstenspringmaus, einem Wüstenfuchs und von Dromedaren konnten wir lesen.

Fravely in der Sahara Wueste in Marokko
Fravely in der Sahara Wueste

Auf der Spitze der höchsten Düne im Umkreis genossen wir nochmal die Aussicht über diese atemberaubende Weite mit den wunderbaren Farben.

Melanie springt in der Sahara Wueste von Marokko
Melanie springt in der Sahara Wueste

Durch die Sahara mitten in den Iriki-See

Gegen Mittag starteten wir nach einem leckeren Essen im Aladdin Desert Camp mit dem Geländewagen. Es ging über eine Sandpiste die Sahara von Marokko entlang. Dann erreichten wir ein ausgetrocknetes Flussbett, durch welches unserer Fahrer den Wagen sicher über den steinigen Untergrund steuerte. Es hüpften Garzellen vor unserem Auto und querten den Weg. Auf einmal hielt Mohamed sein Auto an.

Wir standen in der Mitte eines ausgetrockneten Sees. Es war der Iriki-See, welcher seit mehr als 70 Jahren kein Wasser mehr hat. Die Weite der Wüste wurde hier nochmal übertroffen. Der Boden war fest in einem hellen sandig Farbton und sah aus wie Millionen kleine Kacheln auf denen wir standen.

Fravely auf dem Grund des Iriki See in Marokko
Fravely auf dem Grund des Iriki See

Die steinige Rally Dakar Strecke

Unser Weg führte uns weiter über steiniges Terrain und über kleine hügelige Schotterpisten bis wir auf den Spuren der Rally Dakar fuhren. Hier führt ein Streckenabschnitt dieses Weltbekannten Autorennens entlang, und wir fühlten uns an die Bilder aus dem Fernsehen erinnert.

Die Wege wurden immer holpriger und es türmten sich in der Ferne riesige Tafelberge. Einer sah aus wie eine Tajine. Bei einer kleinen Pause bauten Flo, Ben und Khalid eine kleine Sonnenuhr, und weiter ging es über die staubigen Pisten. Auf einmal sahen wir die ersten Häuser am Horizont. Die Zivilisation!

Wir haben den Foum-Zguid erreicht und hier wartete Said mit seinem Kleinbus auf uns. Bis in unser Riad war es nun nicht mehr weit. Wir hatten so noch genügend Zeit um den großen Pool zu genießen, bevor es ein gemeinsames Abendessen mit Khalid und unserem Fahrer Said gab.

Unser Weg nach Taroudant – das Klein Marrakesch von Marokko

Nach dem Frühstück zeigte uns Khalid die Route auf der Karte, welche wir durch die Wüste in den letzten beiden Tagen gefahren sind und wohin es heute geht. Ein recht weiter Weg lag vor uns.

Safran in Taliouine

Auf unserer Strecke kamen wir durch ein Gebiet, in dem Safran angebaut wird. Es war auch gerade Safran-Ernte-Zeit. So konnten wir uns das bei Said, einem ansässigen Bauern, mal genauer anschauen.

Said zeigte uns, wie die kleinen Krokusse zwischen Bäumen aus dem Boden schauten. In der Blüte waren drei Safran Fäden zu sehen. Er erklärte uns auch, dass in Marrakesch oft gefälschter Safran verkauft wird und er zeigte uns, woran man dies erkennt.

Nach einem sehr netten Gespräch und einem leckeren marrokanischen Minztee mit Safran fuhren wir weiter. Na klar haben wir etwas Safran mitgenommen.

Die Argan Wälder und die Ziegen auf den Bäumen

Weiter ging es und es zeigten sich immer mehr Bäume in der sonst kargen Landschaft. Es waren Argan-Bäume die hier überall verteilt standen. Unser Guide Khalid erklärte uns noch einiges zu den Argan-Bäumen und meinte, dass die Ziegen die Früchte sehr gern fressen. Aber wie kommen die da ran?

Kurze Pause am Strassenrand in Marokko
Kurze Pause am Strassenrand in Marokko

Auf einmal stand ein ganzer Baum voll mit Ziegen. Ja wirklich, es kletterten Ziegen in den Argan-Bäumen herum, welche die Früchte vernaschten, die sie in den äußersten Ästen fanden. Das sah sehr skurril aus. Der Ziegenhirte meinte, wir können ruhig ran gehen. Unsere Anwesenheit störte die Klettermeister so gar nicht.

Taroudant – das Klein-Marrakesch

In Taroudant angekommen, hatten wir ein wunderschönes Riad. Ben sprang direkt in den Pool, während wir den marrokanischen Minz-Tee zur Begrüßung genossen.

In der Abenddämmerung wollten wir noch die Stadt besichtigen und Khalid freute dies. Denn in den Straßen und auf den Plätzen war jetzt richtig was los. Wir stürzten uns also in das marrokanischen Getümmel. Augen zu und durch…

Nicht ohne Grund wird Taroudant in Marokko liebevoll das kleine Marrakesh genannt. Die Stadt ist ähnlich aufgebaut mit einer Stadtmauer und einer Medina und hat auch jede Menge verrücktes Leben am Abend zu bieten. Marktschreier verkauften frische Bananen, Granatäpfel oder auch Äpfel, Fisch und andere Sachen.

Fravely in Taroudant
Fravely in Taroudant

Wir konnten bei einer Moschee von außen beobachten, wie gerade ein Gebet stattfand. Khalid wurde von uns mit vielen Fragen gelöchert, denn das war schon spannend zu sehen, wie diese mehrmals tägliche Prozedur im Leben der Menschen abgehalten wird.

Das Abendessen gab es im Riad und wir sind direkt danach recht geschafft ins Bett gefallen.

Über Agadir, Taghazout nach Essaouira

Nach einem ausgiebigen Früstück starteten wir mit Khalid und Said weiter auf unserem For Family Reisen Roadtrip durch den Süden von Marokko.

Der echte Marokko Souk in Sebt el Guerdane

Kurz hinter Taroudant kamen wir durch den kleinen Ort Sebt es Guerdane. Hier liefen zahlreiche Menschren kreuz und quer über die Straße. Einige hatten Eselgespanne hinter sich an der Hand. Andere waren mit Ziegen unterwegs. Wieder andere parkten ihre Auto kreuz und Quer. Es war Markt-Tag und wir auf einmal mittendrin.

Fravely auf dem Markt in Sebt el Guerdane Marokko
Fravely auf dem Markt in Sebt el Guerdane

Wir fragten Khalid, ob wir zusammen über den Markt laufen können. So war es dann auch und wir standen auf einmal zwischen Gewürzen, frischen Tomaten, Blumenkohl, Trauben und Granatäpfeln. Wir wollten ein paar Granatäpfel mitnehmen. Khalid fragte nach 4 Granatäpfel, der Verkäufer meinte 4 kg, aber wir wollten nur 4 Stück. Am Ende waren auch nur 4 Granatäpfel in unseren Händen.

Als wir durch den Fleisch-Bereich des Marktes kamen, war dies für uns Europäer nicht ganz so einfach zu sehen. Hier sah man, dass das Fleisch nicht aus dem Supermarkt-Regal kam. Für uns alle ein eindrückliches Bild und wieder einmal die Bestätigung, das Fleisch essen nicht notwendig ist und etwas mit sehr viel Demut zu tun hat.

Unser Weg führte uns dann aber weiter.

Agadir – angekommen am Atlantik

Wir erreichten Agadir und stellten fest, dass diese Stadt doch sehr französisch aussah. Das stammt aus der Zeit des französischen Protektorats. Agadir wurde im Jahr 1960 von einem Erdbeben völlig zerstört. Daher wirkte alles sehr modern und eben so französisch.

Am Strand angekommen haben wir endlich den Atlantik in Marokko begrüßt. Klar, dass wir unsere Füße in die Wellen stellen mussten. Das Wasser war recht frisch und die Wellen doch deutlich größer als am Mittelmeer. Es waren viele Menschen am breiten Strand unterwegs.

Nach einem NosNos (halb Milch, halb Kaffee) und eine Hawai-Limonade (eine sehr leckere einheimische Limonade aus Ananas oder Maracuja) und etwas marrokanischem Tennis in einem Strand-Café fuhren wir ein paar Orte weiter. Wer sich fragt, was marrokanisches Tennis ist: Khalid erklärte uns, dass marrokaner in einem Café immer draußen sitzen und von links nach rechts und wieder nach links schauen, um so die vorbei laufenden Leute zu beobachten.

Der Surfer Ort Taghazout

Wir waren in Taghazout angekommen. Hier waren am Strand große Wellen und jede menge Surfer zu sehen, welche auf diesen Wellen ritten. Klar mussten wir uns das anschauen. Flo und Ben sahen mit großen Augen auf die Surfer in ihren Neopren-Anzügen, wie sie auf ihren Brettern surften.

Es war bereits Mittagszeit und wir gönnten uns eine leckere Tajine im Ort. Es war die erste Tajine mit Fisch und die war mega gut. An uns liefen viele junge Menschen aus der ganzen Welt mit ihren Surfbrettern vorbei. Es war eine sehr entspannte Stimmung und überall war Musik zu hören.

Wir fuhren weiter den Atlantik entlang und machten noch einige Zwischenstopps für Fotos an der Atlantik-Küste und um frische sehr leckere Bananen zu kaufen.

Flo auf dem Felsen am Atlantik
Flo auf dem Felsen am Atlantik

Zu Besuch in der Argan-Öl Presse

Unsere Reise ging weiter entlang der Argan-Bäume. Im kleinen Ort Tidzi hielten wir an einer Argan-Öl-Presse. Hier saßen ältere Damen und knackten und pressten die wertvollen Nüsse. Wir durften auch mal probieren, was aber nicht einfach war. Nur mit zwei Steinen wurde die harte Nuss mit einem gekonnten Schlag aus dem Handgelenk geknackt. Das Öl kam dann aus einer Handmühle nachdem die Kerne geröstet wurden. Heutzutage wird aber auch hier maschinell gepresst.

In dem kleinen Ladengeschäft nebenan gab es dann auch viele Produkte aus Argan. Sei es Öl oder Kosmetik oder aber Aufstrich fürs Brot. Auch hier wurde vor den Verkäufern in Marrakesch und Essaouira gewarnt, welche oft falsches Öl als Argan-Öl verkaufen.

Das sympathisch entspannte Flair in Essaouira

In Essaouira angekommen bemerkten wir direkt das entspannte marrokanische Flair der Stadt. Vor vielen Jahren war Jimi Hendrix für ein paar Tage hier zu Besuch und die Menschen sind noch immer stolz darauf. Man sieht viele Hippies und Rastas.

Die Medina hatte etwas sehr sympathisches. Die Häuser waren meist weiß mit blauen Türen und somit hatte die Stadt am Atlantik ein maritimes Flair. In den Straßen der Stadt gab es viele Katzen, welche sich um das Ungeziefer kümmern. Auch diese Stadt begann am Abend so richtig zu leben. Vielen Menschen waren in den Gassen zum Sonnenuntergang unterwegs.

Natürlich haben wir mit Khalid noch einige Runden durch die Straßen gedreht und auch wir haben die Faszination dieser Stadt in Marokko verstanden. Am Vormittag des nächsten Tages sollten wir eine ausführliche Stadt-Tour mit einem einheimischen Guide machen.

Die Hippie Stadt Essaouira und Sidi Kaouki am Atlantik

Die Nacht endete früh für uns, denn wir hatten unsere Zimmer auf der obersten Etage des Riads. Nur wenige Straßen weiter, war eine Moschee. So sang der Imam direkt in unser Ohr um 6:19 Uhr am morgen ca. 10 Minuten lang.

Eine Stadtführung durch Essaouira in Marokko

Wir waren also hellwach für die Stadtführung mit Ahmed, der uns ca. 2 Stunden durch die Stadt begleitete.

Im Hafen ging es los und wir konnten die Fischer und ihre wundervoll blauen Boote beobachten. Immer an der Stadtmauer entlang erreichten wir einen der Zitadellen-Türme mit großen Kanonen. Die Kanonen waren aber für unsere Jungs komplett uninteressant, denn sie bestaunten die riesigen Wellen vom Atlantik, die sich in den großen Felsen vor der Festungsanlage brachen.

Weiter ging es durch die Stadt vorbei am Katzenhaus, über den Markt durch die Medina bis zu einem Tischler. Dieser zeigte uns, wie die wundervoll verzierten Holzarbeiten entstehen. Wirklich sehr spannend. Flo hat sich ein sehr schönes Schachbrett ausgesucht. Diese Holzarbeiten gibt es überall n der Stadt zu kaufen. Als kleine Möbelstücke oder Deko-Figuren.

Wir trafen dann wieder auf Khalid und unseren Fahrer Said.

Kamel-Reiten in Sidi Kaouki am Atlantik

Wir fuhren heute nur in den Nachbarort Sidi Kaouki in Marokko. Hier trafen wir am Strand auf vier Dromedare. Khalid hat uns auch direkt drauf gesetzt und dann ging es ca. 40 Minuten immer am Atlantik den Strand entlang bis zu einer kleinen Steinbucht.

Hier hatte Khalid ein Picknick am Atlantik vorbereitet. Super süß von ihm und super entspannt für uns alle. Die Jungs suchten Muscheln zwischen den Steinen und dann haben wir gemeinsam das lecker Picknick mit Khalid genossen.

Picknick mit Khalid am Atlantik
Picknick mit Khalid am Atlantik

Auf den Dromedaren sind wir dann wieder am Strand zurück geritten und sahen wieder viele Surfer auf den Wellen des Meeres.

Flo und Ben surfen im Atlantik

Direkt am Strand war ein kleines Café und einige Surf-Schulen. Flo und Ben hatten schon am Vortag gefragt, ob sie mal surfen können.

In einer der Surfschulen haben wir also direkt einen zwei-stündigen Surfkurs für die beiden gebucht. Sie bekamen jeder einen Neopren-Anzug und je ein Surfbrett. Der Surflehrer mit dem Namen Karim schnappte sich Flo und Ben und schon ging es an den Strand.

Nach ein paar Trockenübungen ging es schon in die Wellen des Atlantiks. Karim gab in den Wellen immer das Kommando und  half den Jungs so den richtigen Moment für die Welle zu finden. Dabei gab er den Jungs immer wieder Stabilität, indem er das Surfbrett hinten fest hielt.

Flo und Ben hatten so viel Spaß und kamen nach den zwei Stunden vollkommen geschafft aus den Wellen zurück.

Am Abend haben wir unseren Guide Khalid und unseren Fahrer Said zu einem Abendessen eingeladen. Khalid wusste ein sehr leckeres Restaurant. Dort haben Flo und Ben mit Khalid Karten gespielt. Sie haben ihm vor ein paar Tagen Mau Mau beigebracht.

Essaouira
Essaouira

Das hecktische Marrakesch und die Medina in Marokko

Am Morgen weckte uns der Imam wieder mit seinem 10 minütigem Gesang durch die Lautsprecher des Moschee-Turms. Gefühlt haben aber noch 10 weitere Moscheen im Umkreis zum Gebet gerufen.

Nach dem Frühstück brachen wir auf unsere letzte Etappe unserer For Family Reise auf.

Eine Stadtführung durch Marrakesch

Die Stadt Marrakesch haben wir gegen Mittag erreicht und hier wartete Rachid auf uns. Er hatte eine kleine Stadtführung mit uns geplant.

Wir liefen mit ihm zum Koutoubia-Minarett, dem größten Turm von Marrakesh. Kein Gebäude der Stadt darf höher gebaut werden, als dieser Turm. Ein paar wunderschöne Foto-Ecken zeigte er uns auch rund um das Minarett. Natürlich gab es viel geschichtliches zu erzählen zu dem Turm, zu der Stadt und zu dem Land. Einiges davon kannten wir schon von unserem Guide Khlid.

Fravely in Marrakesch
Fravely in Marrakesch

Rachid zeigte uns nochmal den Djemaa El Fna, den Platz der Toten in Marrakesh. Diesen hatten wir schon am ersten Tag erkundet. Er führte uns aber noch etwas weiter durch die Medina und die kleinen Gassen mit den vielen Händlern und Handwerkern. Hier war so ein Gewusel und für uns war es ein riesiges Labyrinth. Man sieht hier wirklich alles und wir waren mehr als beeindruckt.

Fravely in der Medina von Marrakesch in Marokko
Fravely in der Medina von Marrakesch

Dann kamen wir zur Medersa Ben Youssef einer ehemaligen Koran-Schule. Tolle Mosaike und Verzierungen an den Wänden gab es hier zu bestaunen. Weiter liefen wir bis zum Bahia-Palast. Dieser war sehr gut besucht, aber dennoch konnten wir einen Eindruck von der Größe und den wundervoll dekorierten  Decken und Wänden bekommen.

Rachid zeigte uns auch die unterschiedlichen Stadtviertel der Berber, der Juden und der Moslems. Durch die unterschiedliche Bauweise, waren diese sehr gut zu erkennen. Das leben der drei Kulturen klappt hier wohl recht gut zusammen. Aber dennoch hat sich jede Kultur ihre Stadtteile geschaffen.

Der Djemaa el Fna bei Sonnenuntergang
Der Djemaa el Fna bei Sonnenuntergang

Marrokanisches Tennis im Sonnenuntergang

Den Abend ließen wir dann am Djemaa El Fna im Café de France auf der Dachterasse ausklingen. Wir spielen bei NosNos und Cola eine Runde marrokanisches Tennis. Wir mussten an Khalid denken, der dieses mit uns einige Male während der Reise gespielt hat.

Der Blick über den Djemaa El Fna vom Café de France ist mega gut. Hier kann man die Sonne direkt hinter dem Minarett untergehen sehen. Die Medina ist direkt vor uns und wir hörten die lauten Flöten der Schlangenbeschörer. Man muss aber recht früh auf der Dachterasse sein, sonst hat man kein gutes Plätzchen mehr.

Der Djemaa el Fna bei Sonnenuntergang in Marokko
Der Djemaa el Fna bei Sonnenuntergang

Der letzte Tag in Marrakesh

Unser Abreisetag war gekommen. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen. Bis Mittag hatten wir aber noch etwas Zeit und so schlenderten wir noch etwas durch die Medina vorbei an den vielen kleinen Händlern. An einem kleinen Café gab es noch einen letzten NosNos.

Ein letzter Nosnos in einem Cafe in der Median von Marrakesch in Marokko
Ein letzter Nosnos in einem Cafe in der Median von Marrakesch

Gegen Mittag holte uns Khalid in unserem Riad ab und wir fuhren zum Flughafen. Damit endet unser For Family Reisen Roadtrip durch den Süden von Marokko.

Was uns bleibt sind tolle Eindrücke und wunderbare Bilder und Erinnerungen im Kopf. Erinnerungen von einem so abwechslungsreichen Land mit so viel Vielfalt an Natur und Architektur. Uns bleiben auch die super freundlichen und lieben Menschen und Begegnungen in Erinnerung. Marokko ist super gastfreundlich und perfekt für Familien.

Ein besonderer Dank geht an For Family Reisen für diese Reise und natürlich an Khalid und Said, die uns in den 10 Tagen begleitet haben. Wir waren nicht das letzten Mal in Marokko, denn es gibt noch so viel zu entdecken.

Schreibe einen Kommentar