Wir wussten schon vorher, dass es in Costa Rica jede Menge leckeres Essen aus dem Regenwald geben wird. Ananas, Papaya, Mango, Sternfrucht und so weiter, aber auch Kaffee und sogar Kakao. Daher wollten wir unbedingt eine Schokoladentour machen und herausfinden, wie die Schokolade, die am Ende bei uns im Supermarkt landet, ganz am Anfang aussieht.
Allerdings war es nicht ganz so einfach etwas passendes zu finden. Wir waren in der Region La Fortuna – bei dem berühmten Vulkan Arenal – unterwegs. Die Region ist allgemein sehr touristisch, weswegen auch die Schokoladen-Touren sehr touristisch waren. Also für größere Gruppen, recht unflexibel und irgendwie doch wieder sehr weit weg, obwohl man nah dran sein will. Ihr versteht, was wir meinen.
Einen Tag, bevor wir von La Fortuna weiter Richtung La Tigra fuhren, hat Melanie die Chocolate & Coffee Farm Tour Don Jorge gefunden. Und die sah auf den Bildern genau richtig für uns aus. Schnell noch eine Nachricht geschrieben und gefragt, ob morgen noch Platz für uns ist und Schwubs hatten wir unsere lang ersehnte Schokoladentour sicher!
Die Kakao und Kaffee Farm von Don Jorge – jede Menge Obst so naturfreundlich wie möglich
Auf der Farm angekommen wurden wir sehr freundlich von unserem Guide Alexis mit einem Stück frisch gepflückter Mango begrüßt. Der Start war also schonmal gar nicht so schlecht. Er erklärte uns zuerst einiges über die Farm und was für die nächsten 2 Stunden der Plan war. Es fing kurz bevor wir loslaufen wollten auch noch an zu regnen, weswegen wir schnell unsere Beyond Nordic Regenjacken überwarfen und dann bereit für ein kulinarisches Abenteuer in Costa Rica waren.
Die Tour startete aber nicht direkt mit Schokolade. Denn die Farm von Don Jorge hat viel mehr zu bieten. So zeigte uns Alexis zuerst die zahlreichen Obstbäume, die hier standen. Mangos, Rambutan, Zuckerrohr, sogar Sternfrucht und… pinke Bananen? Ja tatsächlich gibt es in Costa Rica pinke Bananen. Diese sind eigentlich nicht zum Essen gedacht, weil sie sehr viele Kerne enthalten und oft recht bitter sind. So helfen sie aber beim Pflanzen normaler Bananen-Pflanzen.



Wir entdeckten aber auch schon die ersten Kakaobohnen an den Bäumen. Die sind wirklich riesig und sind viel interessanter, als wir zuerst dachten. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Kakaobohnen überall am Baum wachsen und am Anfang nur 3 cm groß sind? Da staunten auch wir, als unser Guide Alexis uns das gezeigt hat.
Die gesamteFarm ist so ausgelegt, dass sie möglichst wenig der Natur schadet. Wenn man in Costa Rica unterwegs ist, wird man den riesigen Ananas-, Palmöl-, und Zuckerrohr-Feldern nicht aus dem Weg gehen können. Dafür wurden aber große Flächen des Regenwaldes abgeholzt und im Anschluss reine Monokulturen erschaffen. Das ist natürlich schlecht für die Artenvielfalt und die Natur. Auch Don Jorge’s Farm benötigt natürlich ordentlich Fläche, wo früher Regenwald stand. Allerdings versucht man zumindest, diese Monokulturen zu vermeiden, um somit besonders die Insekten-Vielfalt zu erhalten und allgemein der Natur ein wenig wieder zurückzugeben.


Zuckerrohrsaft aus dem Garten
Ein Jahr zuvor waren wir im indischen Ozean auf der kleinen Insel Mauritius unterwegs. Hier war das Getränk Nummer 1 Zuckerrohrsaft. Wir haben ihn geliebt und wussten, dass es diesen auch in Costa Rica gibt. Wir haben allerdings nicht damit gerechnet, dass wir ausgerechnet bei einer Schokoladen-Tour darauf treffen würden.
Alexis führte uns zu einer kleinen Maschine, mit der wir gleich unseren eigenen Zuckerrohrsaft produzieren würden. Flo und Ben legten selbst Hand, kurbelten kräftig und pressten so den Saft aus dem Zuckerrohr. Wir durften natürlich gleich probieren und es schmeckte wirklich gut! Schön süß, wie man es erwartet, aber nicht so süß, dass es unangenehm wird.


Danach legte er Ingwer, Kurkuma und eine Sternfrucht – natürlich aus dem eigenen Garten – in den Zuckerrohr hinein und wir sollten nochmal pressen. Diesmal war es mehr eine Art Super-Hero-Getränk, das unglaublich lecker war! Die Antidoxidantien im Ingwer und Kurkuma und die Vitamine in der Sternfrucht sind sehr gut für die Gesundheit und auch der Zuckerrohrsaft hat einige Mineralien. Wir konnten kaum genug davon kriegen, aber es wartete ja noch einiges auf uns.
Traditionelle Schokolade und Kaffee direkt aus der Natur
Nun ging es zum Kaffee und zu dem Part, auf den wir uns alle am meisten freuten: die Schokolade! Zuerst wurde uns erklärt welche Arten von Kaffee es eigentlich gibt und welchen Einfluss die Röst-Dauer auf den Geschmack und die Nährstoffe hat. Danach wurde der Kaffee gemahlen und in eine Art Stoffbeutel gemacht, sodass man nun heißes Wasser übergießen konnte und so traditionellen Filterkaffee erhält. Als Europäer sind wir eher weniger starken Kaffee und Latte Macchiato gewohnt, aber trotzdem schmeckte der Kaffee gar nicht so schlecht.
Bei der Schokolade möchten wir euch nicht zu viel vorweg nehmen. Was wir euch verraten können ist, dass wir die Schokolade komplett selbst gemacht haben – außer das Trocknen und Rösten der Bohnen natürlich – verschiedene Sorten und Zubereitungsvarianten ausprobieren durften und sie am Ende selbst probieren konnten! Ach ja und es gab heiße Schokolade. Die war richtig gut! Wir haben unsere selbstgemachte Schokolade noch am gleichen Tag aufgefuttert. Sooooooo lecker! Vor allem Flo war wirklich begeistert.





Die Schokoladentour von Don Jorge – ein absoluter Geheimtipp
Auf Costa Rica gehört so eine Schokoladentour einfach dazu. Wir hätten uns auch ein wenig geärgert, wenn wir keine gemacht hätten. Mit Don Jorge’s Schokoladentour haben wir genau das richtige für uns gefunden: nah an der Natur, viele neue Eindrücke, man lernt etwas über die Kultur und vor allem gibt es etwas zu Essen. Ehrlicherweise ist es ja nicht so schwer Kinder und Jugendliche glücklich zu machen. Und wenn Schokolade dabei ist, hat man auf jeden Fall eine sehr hohe Erfolgschance.
Was uns ebenfalls an der Tour gefallen hat, war, dass es nicht ausschließlich um Schokolade ging. Wir hätten bestimmt auch so jede Menge Spaß gehabt, aber es sehr schön, das Gesamtbild einer costa-ricanischen Farm erleben zu dürfen. Und es ist bei weitem nicht so touristisch wie viele andere Schokoladen-Touren in den großen Tourismus-Zentren. Für uns also ein echter Hidden Gem und einer unser besten Tipps für euren nächsten Costa-Rica-Roadtrip.

