Ein Wochenende, fünf Seen, unzählige Möglichkeiten und jede Menge Abenteuer: Das Lausitzer Seenland hat uns als Familie mit Teenagern ordentlich überrascht. Sowohl die Aktivitäten als auch die Kulinarik in der Lausitz konnten uns mehr als überzeugen, hier öfter ein paar Tage zu verbringen.
Von Berlin ging es für uns ganz entspannt mit der Bahn und unseren Fahrrädern Richtung Süden. Unser Ziel: der Geierswalder See. Übernachtet haben wir im außergewöhnlichen Leuchtturm Lausitz, direkt am Wasser – der perfekte Ausgangspunkt für unsere Entdeckungstour durch das Lausitzer Seenland. Und langweilig wurde es hier garantiert nicht: Wir haben uns ein Boot gemietet, sind mit einem XXL-SUP über den See gepaddelt, haben uns beim Wakesurfen auf der Bootswelle ausprobiert und die Region mit unseren Gravelbikes erkundet.
Besonders interessant: Seit Juni 2026 sind fünf Seen durch Kanäle und Schleusen miteinander verbunden. Damit wird aus einzelnen Seen ein riesiges Revier für Wassersport, Radfahren und Familienabenteuer. Gerade für Familien mit Teenagern ist das Lausitzer Seenland deshalb ein richtig spannendes Reiseziel: viel Bewegung, Wasser, Natur und immer wieder neue Aktivitäten – und das Ganze nur wenige Stunden von Berlin entfernt.
In diesem Beitrag nehmen wir euch mit auf unser Wochenende im Lausitzer Seenland und zeigen euch, was man mit Teenagern rund um den Geierswalder See und die 4 anderen Seen erleben kann und warum sich die Region perfekt für einen aktiven Kurzurlaub eignet.
Lausitzer Seenland – eine neue Wasserlandschaft zwischen Sachsen und Brandenburg
Das Lausitzer Seenland liegt im Norden Sachsens und Süden Brandenburgs, etwa zwischen Berlin und Dresden. Auf einer Fläche von rund 1.900 Quadratkilometern entsteht hier eine der außergewöhnlichsten Urlaubsregionen Deutschlands: eine riesige Wasserlandschaft mit mehr als 20 großen Seen, zahlreichen kleineren Naturseen und immer neuen Möglichkeiten für Wassersport, Radfahren und Familienabenteuer.
Die Seenlandschaft befindet sich noch immer im Wandel. Weitere ehemalige Tagebaubereiche werden geflutet und zu neuen Seen, während Kanäle und schiffbare Verbindungen nach und nach die einzelnen Wasserflächen miteinander verknüpfen. Das Ziel ist eine große, miteinander verbundene Wasserlandschaft, die sich sowohl auf dem Wasser als auch mit dem Fahrrad erkunden lässt.
Ein wichtiger Meilenstein wurde bereits im Juni 2026 erreicht: Seit dem 29. Juni sind der Senftenberger See, Geierswalder See, Partwitzer See, Sedlitzer See und Großräschener See über schiffbare Kanäle miteinander verbunden. Damit ist ein rund 5.000 Hektar großer Seenverbund entstanden, auf dem man von See zu See fahren kann.


Das Lausitzer Seenland wächst damit Schritt für Schritt zu einem einzigartigen Wasserwander- und Urlaubsparadies heran. Für Familien mit Teenagern bedeutet das vor allem eines: jede Menge Möglichkeiten, einen Urlaub aktiv zu gestalten – vom Bootfahren und Wakesurfen über SUP und Baden bis hin zu Radtouren rund um die Seen.
Übernachten im Leuchtturm Lausitz
Unser Zuhause für das Wochenende war ein ganz besonderer Ort: der Leuchtturm Lausitz direkt am Geierswalder See. Schon von außen ist das Hotel mit seinem maritimen Charakter ein echter Hingucker. Direkt vor der Tür liegen der See und die Marina. Damit ist dieser Ort für uns perfekt als Ausgangspunkt für ein Wochenende am und auf dem Wasser.
Im Leuchtturm-Komplex gibt es verschiedene Hotelzimmer, Apartments und Ferienhäuser. Unser Aufenthalt passte damit sehr gut zu unserem aktiven Wochenende: Morgens gab es ein ausgezeichnetes Frühstück direkt am Wasser und am Abend hat man die Möglichkeit das Essen im Restaurant zu genießen. Dies haben wir auch direkt am Freitag Abend gemacht. Es gibt eine gute Auswahl für jeden – auch an vegetarischem und sogar veganem Essen.



Allein die Übernachtung im Leuchtturm Lausitz macht den Aufenthalt im Lausitzer Seenland schon zu einem besonderen Erlebnis.
Mit dem Boot vom Geierswalder See zum Senftenberger See
Nach einem ausgiebigen Frühstück im Leuchtturm Lausitz ging unser Abenteuer am Samstagmorgen direkt auf dem Wasser weiter. Gleich nebenan bei Cruiser Craft hatten wir uns ein Boot ausgeliehen – die perfekte Möglichkeit, den neuen Seenverbund einmal selbst zu erleben.
Zunächst ging es über den Geierswalder See, bevor wir in den Verbindungskanal Richtung Senftenberger See abbogen. Besonders aufregend war dabei die Fahrt durch die Schleuse. Das Prinzip ist erstaunlich einfach: An einem blauen Hebel ziehen und schon wird der Schleusenvorgang automatisch gestartet. Wir haben Erfahrung mit Booten und Schleusen, daher war das für uns eigentlich alles halb so wild. Und es geht so einfach, dass es wirklich jeder kann.
Allerdings sollte man für die Fahrt von einem See zum nächsten ausreichend Zeit einplanen. Die Kanäle und Schleusen machen die Tour zwar zu einem besonderen Erlebnis, gleichzeitig kommt man natürlich deutlich langsamer voran als auf dem offenen See. Besonders am Wochenende kann der Andrang an der Schleuse recht hoch sein.




Auf dem Senftenberger See steuerten wir schließlich den Senftenberger Hafen an. Unser Plan: Kaffee, Kakao und ein Stück Kuchen – schließlich brauchen Teenager sehr oft was zu essen. Und leckerer Kuchen im Pier 1 geht immer.
Danach hieß es wieder Leinen los. Über den Senftenberger See, zurück durch den Kanal und erneut durch die Schleuse ging es wieder Richtung Geierswalder See.
Insgesamt waren wir mehr als vier Stunden mit dem Boot unterwegs. Besonders schön fanden wir, dass wir nicht einfach nur auf einem See unterwegs waren, sondern tatsächlich von See zu See fahren konnten. Und gerade das Schleusen und die Fahrt durch Kanäle macht so einen Tag auf Wasser aufregend und lässt immer wieder neue Blickwinkel zu.
XXL SUP & gläserne Boards: Wasserspaß für die ganze Familie
Nach unserer Bootstour ging es am Nachmittag direkt mit dem nächsten Wasserabenteuer weiter: zur Kalayaan Sail & Surf Wassersportschule am Partwitzer See. Dort probierten wir verschiedene SUPs aus – darunter ein XXL SUP, auf dem gleich zwei Personen Platz haben, und gläserne SUPs, durch deren Boden man direkt ins Wasser schauen kann.


Für Ben und Flo war vor allem das XXL SUP ein Riesenspaß. Kaum waren wir in der Mitte des Partwitzer Sees angekommen, sprangen die beiden immer wieder vom Board ins erfrischende Wasser und kletterten anschließend zurück aufs SUP. Während die Teenager ihren Spaß beim Springen hatten, versuchten wir Eltern durch die transparenten SUPs einen Blick auf die Fische unter uns zu erhaschen. Ein richtig cooles Wasserabenteuer, bei dem Groß und Klein auf ihre Kosten kamen.
Wakesurfen im Sonnenuntergang – Karibikfeeling im Lausitzer Seenland
Am Abend ging es für uns noch zu Wake and More – Wasserski & Wakeboardschule am Geierswalder See. Hier wagten sich Flo und Ben aufs Wakesurfboard. Beim Wakesurfen surft man hinter einem Motorboot auf der künstlich erzeugten Welle, die das Boot durch seine spezielle Fahrweise erzeugt. Das Motorboot wird dabei mit Wasser gefüllt, sodass es sehr schwer im Wasser liegt. Nun entsteht bei einer Fahrt von einer leichten Kurve eine Welle auf der entsprechenden Seite. Ein bisschen wie Surfen auf einer Welle im Meer, nur dass diese Welle direkt hinter dem Boot entsteht und sehr konstant bleibt.



Und das Ganze bei Sonnenuntergang auf dem Geierswalder See – besser hätte der Tag kaum enden können. Die Sonne tauchte den See in warmes Licht, die Jungs surften auf der Welle und wir hatten plötzlich das Gefühl, irgendwo in der Karibik zu sein. Danke an die Crew von Wake and More für diese spontane Tour.


Ein Hauch von Karibik im Lausitzer Seenland – und das mitten in Deutschland.
Grill & Chill: Abendessen direkt am Leuchtturm
Nach unserem actionreichen Tag auf dem Wasser ging es zum Abendessen nur ein paar Schritte weiter ins Grill & Chill, direkt vor dem Leuchtturm Lausitz. Hier konnten wir den Tag ganz entspannt bei leckerem Essen ausklingen lassen. Das Team hat uns richtig gut umsorgt und so war schnell klar: Nach so viel Wasser, Sport und Abenteuer waren wir alle bereit für einen gemütlichen Abend – und anschließend ging es direkt ins Bett.
Ein perfekter Abschluss für einen erlebnisreichen Tag im Lausitzer Seenland.
Mit dem Fahrrad durch das Lausitzer Seenland
Den zweiten Tag verbrachten wir am Wasser statt auf dem Wasser. Nach dem Frühstück im Leuchtturm Lausitz schnappten wir uns unsere Gravelbikes und machten uns auf, das Lausitzer Seenland auf zwei Rädern zu erkunden. Gerade für eine Familie mit Teenagern ist das eine tolle Möglichkeit, die Region aktiv zu entdecken – Bewegung, Natur und immer wieder neue Ausblicke auf die Seen inklusive.
Das Radwegenetz im Lausitzer Seenland ist hervorragend ausgebaut. Viele Wege verlaufen flach und gut befahrbar entlang der Seen und verbinden die verschiedenen Ausflugsziele miteinander. Auf der Website des Lausitzer Seenlandes findet man außerdem zahlreiche fertig ausgearbeitete Radtouren, die sich kostenlos herunterladen und nachfahren lassen.
Unsere Tour führte uns zunächst rund um den Geierswalder See und weiter zum Aussichtsturm „Rostiger Nagel“ am Sedlitzer See. Der markante Turm gehört zu den Wahrzeichen des Lausitzer Seenlandes und symbolisiert mit seiner Höhe von etwa 30 Metern die Tiefe des ehemaligen Tagebaus. Von hier ging es weiter rund um den Partwitzer See und den Sedlitzer See, bevor wir am Großräschener See vorbeikamen.



Ein weiterer interessanter Zwischenstopp war der Gedenkstein an den ehemaligen Ortsteil „Anna-Mathilde“. Solche Orte machen die Radtour nicht nur landschaftlich abwechslungsreich, sondern erzählen gleichzeitig etwas über die Geschichte der Region. Es wird hier nochmal klar, dass dies Tagebauen waren und Ortschaften verschwunden sind. Das gehört zur Geschichte des Lausitzer Seelandes. Anschließend führte unser Weg am Senftenberger See entlang zurück Richtung Geierswalder See. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten für eine kleine Pause – bei einer erfrischenden Limonade oder einem Kaffee lässt sich die Radtour wunderbar unterbrechen.
Insgesamt waren wir begeistert, wie unkompliziert sich die Seenlandschaft mit dem Fahrrad erkunden lässt. Das Lausitzer Seenland ist für Familien mit Teenagern ein richtig tolles Fahrradrevier: Die Wege sind gut ausgebaut, die Strecken abwechslungsreich und unterwegs gibt es immer wieder Seen, Aussichtspunkte und Möglichkeiten für eine Pause.
Mit der Bahn zurück nach Berlin – unser Fazit zum Lausitzer Seenland
Am Nachmittag hieß es für uns Abschied nehmen vom Lausitzer Seenland. Vom Bahnhof Senftenberg ging es mit der Bahn über Cottbus zurück nach Berlin – und damit ganz entspannt ohne Auto. Auch aus Dresden lässt sich das Lausitzer Seenland bequem mit der Bahn bis zum Bahnhof Senftenberg erreichen. Wer aus Richtung Niesky kommt, kann mit dem Zug bis Hoyerswerda fahren und von dort die Region wunderbar mit dem Fahrrad erkunden.
Für uns hat sich damit einmal mehr gezeigt, wie unkompliziert ein aktiver Kurzurlaub ohne Auto sein kann. Das Lausitzer Seenland hat uns als Familie mit Teenagern wirklich überrascht: Wakesurfen, SUP, Bootfahren, Gravelbiken und natürlich jede Menge Wasser sorgen dafür, dass garantiert keine Langeweile aufkommt. Gleichzeitig wächst die Region immer weiter und verbindet neue Seen und Wasserwege miteinander. Auch für Familien aus Sachsen und Brandenburg ist das Seenland damit ein spannendes und vielseitiges Reiseziel.
Unser Fazit: Das Lausitzer Seenland fühlt sich schon heute nach Urlaub an – und wir sind gespannt, was hier in den nächsten Jahren noch entsteht.