Ein Wochenende raus aus der Stadt, rein in die Natur und auf die Trails: Genau das haben wir auf dem Klínovec in Tschechien gemacht. Der höchste Berg des Erzgebirges liegt auf der tschechischen Seite der Grenze und ist für uns von Berlin aus gut für ein aktives Wochenende erreichbar. Von Dresden, Cottbus oder Leipzig ist man noch schneller da. Sogar von Nürnberg oder Gera lohnt sich die Anfahrt.
Unser Ziel war der Trailpark Klínovec. Doch schnell haben wir gemerkt, dass der Berg nicht nur für Mountainbiker interessant ist. Aussichtsturm, Pumptrack oder Trampolin machen den Klínovec auch für Familien zu einem abwechslungsreichen Ausflugsziel. Auch als Wanderziel oder für Gravel-Abenteuer lohnt sich ein Besuch der Region Erzgebirge. Hier kann man Aktiv werden oder einfach die Ruhe und die Berge genießen.
Hotel Basislager beim Fichtelberg
Es war nicht unser erster Wochenend-Trip nach Oberwiesenthal, weswegen wir uns vor Ort bereits recht gut auskennen. Im Winter haben wir beim Ski fahren in einem kleinen sehr lässigen neuen Hotel Mittag gegessen. Dem Basislager Fichtelberg. Wir wussten da schon: im Sommer fahren wir nochmal hier her und übernachten genau in diesem. Im Basislager!
Das Hotel ist klein und sehr gemütlich und heimisch. Mit gerade ein Mal 13 Zimmern bleibt die Stimmung so sehr persönlich. Wir hatten ein Zimmer mit Doppelbett sowie einem großen Hochbett-Bereich für Ben und Flo. Perfekt für zwei Nächte am Wochenende oder auch für etwas länger.



Neben den Zimmern gibt es einiges zu Erleben auf dem Hotel-Gelände. Während die Eltern im Spa Bereich die Saunen ausprobieren, können Kids draußen auf dem Spielplatz oder an der kleinen Kletterwand ihr Können testen! Flo und Ben wiederum wollten lieber auf den kleinen Flow-Trail. Ja richtig, auf dem Hotelgelände gibt es einen eigenen Flowtrail. Mit großen Drops und Sprüngen oder etwas entspannter mit ein paar Steilkurven und Wellen. Da konnten die Jungs gleich mal die Bikes testen für das was noch kommt.
Uns hat darüber hinaus das Essen sehr positiv überrascht. Die Speisekarte für das Abendessen war überwiegend vegetarisch, was uns sehr entgegenkam und für für diese Regionen ja eher ungewöhnlich ist. Also ein großes Lob für den Mut! So beendeten wir den Freitag mit einem leckeren Essen im Basislager. Danach ging es für uns auch gleich ins Bett, denn am nächsten morgen wollten wir so früh wie möglich auf die Trails am Keilberg.


Mit dem Bike auf den Klínovec (Keilberg)
Nach dem sehr leckeren Frühstück im Basislager machten wir uns auf zum Klinovec in Tschechien. Schon bei der Ankunft am Samstag Morgen wird klar: Hier dreht sich vieles ums Biken. An der Talstation war richtig was los. Es parkten einige Autos mit Dachzelt, die sich hier für ein Bikewochenende eingerichtet hatten. Für uns war das Basislager in Oberwiesenthal als Familie perfekt. Genauso perfekt ist der Trailpark Klínovec für Familien. Dieser bietet verschiedene Strecken für unterschiedliche Erfahrungslevel. Von entspannten und flowigen Trails bis zu anspruchsvolleren Abfahrten ist für viele Mountainbiker etwas dabei.

Wir haben unser Wochenende genutzt, um die Trails zu erkunden und möglichst viel Zeit auf dem Bike zu verbringen. Gerade für Familien oder Gruppen mit unterschiedlichen Fahrlevels ist das ein großer Vorteil. Während erfahrenere Biker auf anspruchsvolleren Strecken unterwegs sind, können sich Anfänger langsam an das Trailfahren herantasten.
Der Azur Trail – perfekt für Anfänger
Der Azur Trail ist perfekt für die ersten Abfahrten. Die Strecke ist über 10 km lang und eignet sich hervorragend für Einsteiger, die erste Erfahrungen auf einem Trail sammeln möchten. Statt sich direkt über technische Passagen oder große Sprünge Gedanken machen zu müssen, kann man sich hier zunächst auf das Fahren konzentrieren: Kurven, kleine Wellen und flowige Abschnitte machen den Trail zu einem guten Einstieg in die Welt des Mountainbikens.

Natürlich sollte man auch als Anfänger sicher auf dem Bike unterwegs sein und die eigene Geschwindigkeit an das Können anpassen. Aber wer bisher vielleicht nur auf Waldwegen und Radwegen gefahren ist und sich langsam an Trails herantasten möchte, findet hier eine gute Möglichkeit dazu. Gerade mit Kindern und Jugendlichen kann so ein Trail eine tolle Gelegenheit sein, gemeinsam etwas Neues auszuprobieren – ohne dass gleich jede Abfahrt zur Mutprobe wird.
Wer sich nach etwas Abwechslung sehnt, kann auch mit Monsterrollern den Azur-Trail hinunter fahren. Wir haben es zwar bisher noch nie ausprobiert, aber es sieht nach sehr viel Spaß aus.
Rubin Trail, Baron Trail und die Downhillstrecken
Neben dem anfängerfreundlichen Azur Trail bietet der Trailpark Klínovec auch etwas anspruchsvollere Strecken. Dazu gehören unter anderem der Rubin Trail und der Baron Trail. Hier wird es technischer, steiler und anspruchsvoller – die Strecken richten sich vor allem an erfahrenere Mountainbiker, die bereits sicher auf Trails unterwegs sind. Der Rubin und der Baron Trail sind beides Flow-Trails, die quasi eine erweiterte Stufe des Azur-Trails sind. Mit höheren Sprungen, steileren Passagen und steinige Abschnitte. Beides aber absolut machbar und ein riesen Spaß, wenn man bereits ein paar Mal mit Trail-Bikes unterwegs war. Der Rubin Trail umfasst etwa 8 km während der Baron Trail 6 km lang ist. Man kann außerdem zwischen den Trails wechseln, falls man auf halber Strecke feststellt, dass Rubin doch besser als Baron ist.



Und die Downhillstrecken am Klínovec sind nichts für Einsteiger. Wer hier unterwegs ist, sollte sein Bike sicher beherrschen und bereits Erfahrung auf technischen und schnellen Abfahrten mitbringen sowie große Sprünge mit Gaps sicher überfahren können. Entsprechend wichtig ist natürlich auch die passende Schutzausrüstung. Wir selbst sind auch keine Downhill-Profis, also blieben wir auf dem Azur, auf dem Rubin und dem Baron Trail.
Bikes im Basislager und Abendessen in der Gaststub zur Bimmlbah’
Am Samstag Abend ging es nach einen tollen Trailtag wieder zurück auf die deutsche Seite ins Basislager. Die Bikes konnten hier sicher im Bike-Keller abgestellt werden. Auch für den Winter gibt es hier ein Skidepot, Trockenschränke und viel Platz für Equipment.
Zum Abendessen ging es für uns heute in das 15 Autominuten entfernte Sehmatal-Neudorf in die Gaststub zur Bimmlbah’. Nach einem aktiven Tag im Erzgebirge gibt es wohl kaum etwas Besseres als eine richtig gute Stärkung. Die Gaststub zur Bimmlbah’ verbindet traditionelle erzgebirgische Küche mit modernen Ideen und viel Liebe zu regionalen Zutaten. Hier treffen Omas Rezepte auf junge Küche – und das in einem ganz besonderen Ambiente direkt in der Nähe des Bahnhofs der historischen Fichtelbergbahn.


Für uns ein gelungener Abschluss des ersten Tages im Erzgebirge.
Kein eigenes Bike? Kein Problem!
Ein neuer Tag und wieder ging es für uns nach dem Frühstück im Basislager hinüber zum Klinovec. Zur Frage ob wir unsere Bikes selbst aus Berlin mitgebracht haben? Zwei ja, zwei nein.
Wer spontan zum Klínovec kommt oder nicht mit dem eigenen Mountainbike anreisen möchte, muss deshalb nicht auf das Bike-Erlebnis verzichten. Oben auf dem Berg gibt es die Möglichkeit, Fahrräder und die passende Ausrüstung auszuleihen.
Damit ist der Trailpark besonders interessant für Familien, die den Berg vielleicht nur für einen Tag besuchen oder Mountainbiken einfach einmal ausprobieren möchten. Nicht jeder hat ja ein passendes Bike. Flo und Ben sind zwei Leihbikes gefahren und waren damit sehr zufrieden. Super gepflegt und sehr gute Technik.
Mehr als nur ein Bikepark: Familienzeit auf dem Berg
Aber der Klinovec bietet noch mehr… Man muss nicht den ganzen Tag ausschließlich auf dem Fahrrad sitzen. Oben auf dem Berg gibt es noch weitere Möglichkeiten, Zeit zu verbringen. Ein Highlight ist der Aussichtsturm, von dem aus man einen Blick über die Landschaft des Erzgebirges genießen kann. Natürlich auch hinüber zum benachbarten Fichtelberg. Für die jüngeren Besucher – und natürlich auch für alle, die sich gerne noch ein bisschen austoben – gibt es außerdem einen kleinen Pumptrack und und direkt daneben ein Trampolin.
Gerade das macht den Klínovec aus unserer Sicht zu einem interessanten Ziel für Familien. Während klassische Bikeparks oft vor allem Mountainbiker ansprechen, kann hier auch der Rest der Familie eine abwechslungsreiche Zeit verbringen.
Klinovec und Basislager Fichtelberg – Ein perfektes Ziel für ein Bike-Wochenende
Von Berlin aus ist der Klínovec ein spannendes Ziel für ein aktives Wochenende. Statt für eine Woche in die Alpen zu fahren, lässt sich hier auch ein kurzer oder längerer Trip mit viel Bewegung, Natur und jeder Menge Bike-Action planen. Freitag anreisen, am Samstag die Trails erkunden und am Sonntag noch einmal aufs Bike oder die anderen Aktivitäten am Berg probieren.
Und dazu das Basislager am Fichtelberg mit all seinen Vorzügen machen so ein Wochenede für Familien mit Teenagern perfekt. Im Basislager haben wir uns so heimisch und wohl gefühlt, dass wir euch das uneingeschränkt empfehlen können. Wir kommen ganz sicher wieder!
Unser Fazit zum Trailpark Klínovec
Für uns war das Wochenende auf dem Klínovec eine gelungene Mischung aus Mountainbiken, Familienzeit und Abenteuer. Der Trailpark bietet verschiedene Möglichkeiten für Biker. Wer kein eigenes Mountainbike oder keine Ausrüstung besitzt, kann sich vor Ort ausstatten. Die Trails sind so perfekt gepflegt, dass es richtig Spaß macht hier runter zu düsen. Tschechien beweist mal wieder, dass es mit den Bergen mehr als eine Alternative zu den Alpen bietet.
Und wer lieber ohne Bike unterwegs sein möchte, der kann auch die Region mit vielen anderen Aktivitäten nutzen.
Unser Tipp: Plant für den Klínovec ruhig ein ganzes Wochenende ein. Denn zwischen Trails, Bergabfahrten und Familienprogramm gibt es genug zu entdecken, um mehr als nur ein paar Stunden dort zu verbringen.
Für uns steht fest: Der Klínovec ist eine richtig gute Adresse für alle, die Lust auf ein aktives Wochenende im Erzgebirge haben – und dabei nicht nur Mountainbiker sein müssen.
