Für viele in Deutschland steht Oberhof und der Thüringer Wald vor allem für Wintersport, den Rennsteig und lange Tage in der Natur. Besonders Oberhof kennt man aus dem Fernsehen – als Heimat von Biathlon, Skispringen und Bob. Doch wir wollten herausfinden, wie sich die Region im Sommer anfühlt.
Für unser Familienwochenende mit Teenagern haben wir uns deshalb bewusst für ein aktives Programm entschieden.
Von Berlin aus brauchten wir etwa 4 Stunden mit dem Auto bis nach Oberhof. Hier hatten wir eine Ferienwohnung in der Pension Oberhof 810M mit zwei Schlafzimmern, Wohnbereich, Bad und eigener Küche. Hier lässt es sich auch mal gern mehr als ein Wochenende verbringen.


Unweit der Pension haben wir das Restaurant „Vergiss mein nicht“ entdeckt und ein wirklich sehr gutes Abendessen genossen. Wir haben festgestellt, dass es hier ab 8:00 Uhr Frühstück gibt, also haben wir uns das auch gleich für den kommenden Tag eingeplant.
Wanderung auf den Ruppberg zum Sonnenuntergang
Doch bevor der Tag zu Ende ging, machten wir noch eine kurze Wanderung. Es sollte auf den 866 Meter hohen Ruppberg gehen. Von Oberhof bis zum Parkplatz sind es etwa 15 Minuten mit dem Auto in Richtung Zella-Mehlis. Von hier aus geht es nochmal 1,5 Kilometer zu Fuß den Ruppberg hinauf.
Oben angekommen entdeckten wir die Bergbaude „Ruppberghütte“, welche am Wochenende geöffnet hat. Wir wollten aber von hier oben den Sonnenuntergang erleben. Und der Blick vom Ruppberg war wirklich herrlich über den Thüringer Wald. Er gilt als der beste Aussichtspunkt in der Region.


E-Mountainbike Tour durch den Thüringer Wald und Oberhof
Den Morgen starteten wir, wie geplant, im Restaurant „Vergiss mein nicht“ bei einem sehr guten Frühstück. Es gibt ein liebevolles Buffet, sehr leckeren Kaffee und eine sympathische Bedienung. So gut gestärkt konnte unser Tag starten, denn dieser sollte sehr aktiv werden.
Am Luck Sport Oberhof haben wir uns dann die passenden E-Mpountainbikes ausgeliehen und schon konnten wir mit einem kleinen Ride durch den Thüringer Wald starten mit einigen Highlights von Oberhof. Wir fuhren zuerst ein Stück über den berühmten Rennsteig und dann weiter durch den Thüringer Wald bis zur großen Schanzenanlage. Wir standen oben über dem Schanzentisch am Anlauf. Wer sich hier runter stürzt, muss schon etwas verrückt sein.

Weiter ging es zum Biathlon Stadion. Bei Wettkämpfen passen bis zu 25000 Menschen hinein und der Biathlon Weltcup macht hier jedes Jahr Station. Auch Weltmeisterschaften finden hier regelmäßig statt. Oberhof ist eben das deutsche Biathlon-Mekka. Direkt daneben befindet sich die Skihalle, welche später noch Thema wird. Außerdem befindet sich unweit noch die Bobbahn, welche auch regelmäßig für Weltcuprennen oder auch Weltmeisterschaften im Bob, Rennrodeln und Skeleton genutzt wird.



Im Sommer findet man neben der Bobbahn den Trailpark, den wir dieses Mal leider nicht besuchen konnten. Und im Winter gibt es hier einen kleinen Skihang mit 800 Metern Piste. Nachdem wir also alles mit den E-MTBs abgefahren und entdeckt haben, wurde es für uns nun etwas frischer.
Langlauf im Sommer in der Skihalle Oberhof
Bei unserem nächsten Programmpunkt wird es etwas verrückt. Skilanglauf im Sommer bei 30 Grad? In Oberhof in der Skihalle ist das möglich, denn hier steht eine der wenigen Skihallen in der Welt, in denen man Langlauf und Biathlon auch im Sommer betreiben kann. Die Halle hat konstant -3 bis -4 Grad und die Schneedecke ist je nach Jahreszeit 30 bis 80 cm dick. Die Loipen sind bis zu 1754 Meter lang und teilen sich in drei verschiedenen Schleifen auf. Es können über 24 Meter Höhenunterschied überwunden werden.
Das wollten wir uns also mal genauer anschauen und schlüpften bei 30 Grad Außentemperatur in unsere Skisachen. Einen Skiverleih gibt es direkt in der Halle. Dort bekamen wir modernes Material und konnten so top ausgestattet die Skihalle betreten.
Wir hatten einen Coach bei uns, der nochmal etwas auf unsere Technik achtete und uns ein paar Tipps gab. Aber da wir schon einige Male auf Langlaufski standen, sah das alles gar nicht so verkehrt aus. Und so konnten wir in der Skihalle unsere Runden drehen. Wir hatten etwa eine Stunde und diese ging echt schnell vorbei.


Wichtig ist zu wissen: Neben geeigneter Langlauf-Kleidung (Softshellhose und Softshelljacke sowie langer Baselayer) sind auch Handschuhe und Mütze echt wichtig. Wir haben nicht unbedingt damit gerechnet, dass es doch so frisch in der Halle ist. Aber klar, der Schnee muss ja auch liegen bleiben in diesem riesigen Gefrierschrank.
Mittagessen im O´Gretel
Nach unserem aktiven Vormittag in Oberhof haben wir im O’Gretel eine entspannte Mittagspause eingelegt. Das moderne Restaurant verbindet eine gemütliche Atmosphäre mit einer frischen Küche und war für uns genau der richtige Ort, um neue Energie für den restlichen Tag zu sammeln. Gerade nach vielen Stunden draußen hat die Mischung aus gutem Essen und entspannter Auszeit perfekt zu unserem Familienwochenende in Oberhof gepasst.

An der Kletterwand von Luck Sport
Nach dem Skifahren in der Halle machten wir uns auf den Weg hinein nach Oberhof zu Luck Sport, wo wir unsere E-MTBs ausgeliehen hatten. Hier tauschten wir die Bikes gegen Kletterausrüstung ein. Wir hatten unsere eigenen Mammut Klettergurte mit. Ihr könnt euch aber auch bei Luck Sport alles nötige ausleihen. Kletterkurse werden hier auch angeboten.
Auf der Rückseite des großen Gebäudes befindet sich außen eine große Kletterwand in Oberhof. Es gibt hier die Möglichkeit zwei kurze Klettersteige mit Via Ferrata Set zu machen oder an der Wand Toprope oder Vorstieg zu klettern. Da wir Toprope erfahren sind, nutzten wir die Seile, die schon eingehängt waren. (Toprope bedeutet: Seil ist oben eingehängt und es wird von unten gesichert) Flo und Ben nutzten die Gelegenheit und kletterten einige Male die Wand hinauf. Es gab sogar ein Gipfelbuch, in welches man sich eintragen konnte.


Wer keine Klettererfahrung hat, sollte sich unbedingt einen Coach bzw. Kletterkurs buchen. Dann lernt man alles und es macht wirklich Spaß. Meist sichern wir Eltern, während die Kids klettern.
Biathlon Feeling bei Luck Sport
Zum sportlichen Abschluss des heutigen Tages hatte das Team von Luck Sport noch etwas ganz besonders geplant. Im Laden kann man mit einem Laser-Gewähr auf eine Zielscheibe wie beim Biathlon schießen. Das hatten wir schon mal im Winter in Schladming ausprobiert und in Saalfelden sogar schon mal mit richtigen Kugeln auf eine Zielscheibe geschossen.
Wir freuten uns aber, dass wir das hier nochmal probieren konnten. Liegend schießen war auch kein Problem für uns. Im stehen schießen wurde es dann schon etwas schwieriger. Aber man muss bedenken: Die Biathleten kommen direkt mit Ski und hohem Puls zum Schießstand und müssen dann eine ruhige Hand haben um das Ziel zu treffen.


Wer das auch mal ausprobieren will, in Oberhof ist das möglich.
Zum Abendessen ging es für uns ins Restaurant Cortina, ein sehr sympathisches Restaurant mit einer tollen Crew und sehr gutem Essen. Es gibt Südtiroler Küche, was auch den Namen des Restaurants begründet. Für einen entspannten Abend nach so einem sportlichen Tag sehr zu empfehlen. Damit endete dieser auch und wir gingen zurück in unsere Ferienwohnung in der Pension 810 M.


Gravel durch den Thüringer Wald
Den Sonntag starteten wir wieder mit einem leckeren Frühstück im Restaurant „Vergiss mein nicht“. Gut gestärkt schnappten wir uns anschließend unsere Gravelbikes und machten uns auf zu einer Tour durch den Thüringer Wald. Geplant war eine rund 45 Kilometer lange Runde mit etwa 800 Höhenmetern – sportlich, aber genau die richtige Mischung aus Herausforderung und Naturerlebnis.
Die Strecke führte vorbei an vielen kleinen Spots, die es in dieser Region zu entdecken gibt: versteckte Waldseen, kleine Quellen und natürlich die beeindruckende Lütschetalsperre. Immer wieder gab es kurze Stopps, um die Aussicht zu genießen, Fotos zu machen oder einfach den Moment aufzusaugen.



Die Waldwege im Thüringer Wald eignen sich perfekt fürs Graveln. Wechselnde Untergründe, gut fahrbare Forstwege und die dichten Fichtenwälder sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Gerade mit dem Gravelbike entsteht dieses besondere Gefühl zwischen sportlicher Tour und entspanntem Naturerlebnis.
Besonders schön finden wir, dass solche Touren auch mit Teenagern richtig gut funktionieren können. 45 Kilometer und einige Höhenmeter sind nicht ohne und können Teenager durchaus fordern. Und genau darin liegt oft der Reiz: gemeinsam unterwegs sein, kleine Herausforderungen meistern und am Ende stolz auf das Erreichte zurückblicken. Jeder fährt in seinem Tempo, motiviert sich gegenseitig und man erlebt die Strecke als Familie.



Für uns hat die Tour wieder gezeigt: Graveln als Familie ist viel mehr als nur Fahrradfahren. Es ist Zeit zusammen, Bewegung an der frischen Luft und ein kleines gemeinsames Abenteuer, an das man sich erinnert.
Rollski mal ausprobieren
Zum Abschluss hatten wir im großen Biathlon-Stadion noch die Gelegenheit mal Rollski auszuprobieren. Das ist eine Mischung aus Langlaufski und Inlineskates und soll das Skifahren bzw. Langlaufen auch im Sommer auf Asphalt möglich machen. Flo und Ben wollten das unbedingt mal ausprobieren.
Das klappte bei den beiden auch schon recht gut und man hat direkt gesehen, dass sie gut Langlaufen können und schon einiges an Vorerfahrungen haben. Problem ist aber das Bremsen, was mit diesen Dingern unter den Füßen nicht so einfach ist. Da soll es schon schwere Stürze gegeben haben.


Aber bei uns ist nichts passiert und so haben wir das auch mal ausprobiert.
Oberhof im Sommer überrascht – und begeistert aktive Familien
Unser Wochenende in Oberhof hat uns gezeigt, dass der Thüringer Wald weit mehr ist als nur ein Ziel für die Wintersaison. Zwischen Skilanglauf in der Skihalle, Rollerski, Touren mit dem E-MTB und Gravelbike zwischen bekannten Orten wie Skisprungschanze, Biathlonstadion und Bobbahn haben wir die Region aus der sommerlichen Perspektive erlebt.
Auch kulinarisch hat Oberhof uns positiv überrascht. Zwischen all den sportlichen Aktivitäten lohnt es sich, bewusst Pausen einzuplanen und die moderne Gastronomie der Region zu entdecken. Besonders das O’Gretel überzeugt mit einem zeitgemäßen Mix aus regionalen Zutaten und kreativer Küche – perfekt nach einem aktiven Tag draußen. Ebenso schön ist das „Vergiss Mein Nicht“, das mit seinem gemütlichen, stilvollen Ambiente einen entspannten Kontrast zum sportlichen Programm bietet. Und im Cortina trifft moderne Alpenküche auf Thüringer Gastfreundschaft – ideal, um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Gerade diese Mischung aus Aktivurlaub und guter Küche macht Oberhof für uns als Familie besonders rund.

Die Mischung aus Bewegung, gemeinsamen Erlebnissen und dem Gefühl, immer wieder etwas Neues auszuprobieren – genau das, was Reisen mit Teenagern für uns spannend macht. Nicht alles muss spektakulär sein – oft reicht ein sportlicher Tag draußen.
Oberhof und der Thüringer Wald haben uns überrascht: aktiv, kulinarisch und perfekt für Familien, die gemeinsam unterwegs sein möchten. Für uns steht fest – das war sicher nicht unser letzter Sommer hier.
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