Selva Bananito Lodge Costa Rica: Abenteuer, Regenwald & nachhaltiger Ökotourismus

Die meisten Touristen nehmen bei ihrem Costa Rica Roadtrip mit For Family Reisen die großen Nationalparks und die Tourismuszentren mit und fahren an diesem einzigartigen Ort einfach vorbei. Wir hatten allerdings das große Glück die Selva Bananito Lodge entdeckt zu haben und wollen euch von dieser unglaublichen Lodge erzählen. Denn sie ist einer der inspirierendsten Orte für klimafreundliches Reisen.

Die Selva Bananito Lodge wurde 1995 von Jürgen Stein aufgebaut. Moment! Jürgen Stein ist aber ein sehr deutscher Name, zumindest für Mittelamerika. Das liegt daran, dass sein Großvater Anfang des 20. Jhr. nach Kolumbien ausgewandert ist und Jürgens Vater später nach Costa Rica kam. Hier kaufte sich dieser ein ca 850 Hektar großes Gebiet Regenwald, um dort Bananenplantagen und ähnliches zu errichten.

Doch sein Kinder – darunter Jürgen – wollten nicht, dass ihr Vater weiter Regenwald abholzt und so wertvollen Lebensraum zerstört. Daher steht heute auf dem ehemaligen Farm-Land die Selva Bananito Lodge. Später erzählen wir euch noch einiges darüber, was die Lodge alles für Naturschutz tut. 

Der Weg zur Lodge – Abenteuer pur durch einen Fluss

Die Selva Bananito Lodge liegt im Südosten von Costa Rica in der Nähe von Puerto Limon. Zuerst fährt man über eine Schotterstraße durch ein paar kleine Dörfer, bis man kurz vor dem Bananito River an einem Tor ankommt. Um in die Lodge zu kommen muss man vorher ein Zimmer buchen oder sich zumindest dort melden, da man sonst vor dem verschlossenen Tor steht.

Darüber hinaus führt der Weg hinter dem Tor durch einen Fluss. Dieser ist in der Sommerzeit meistens mit einem 4×4 zu überqueren. Manchmal ist der Fluss aber ein bisschen zu hoch und da braucht es andere Lösungen. Wir sind während der Regenzeit zur Selva Bananito Lodge gefahren. Da war die Strömung ein bisschen stärker als sonst, weswegen wir das Auto am Parkplatz stehen lassen mussten und das Fahrzeug wechselten. Die Taschen kamen auf einen Traktor und wir… naja wir sattelten jeder ein Pferd und dann ritten wir durch den Fluss. Damit haben wir auch überhaupt nicht gerechnet, aber es war sehr abenteuerlich und wirklich cool, wie die Pferde da ganz locker durch den Fluss sind. 

Auf der anderen Seite des Flusses wurden alle Sachen auf einen Pickup geladen und wir fuhren den restlichen Weg hoch zur Lodge. Spätestens jetzt wussten wir: Das ist genau das Richtige für uns. Ein bisschen abenteuerlustig sollte man durchaus sein und sich auf ein wildes, aber einzigartiges Erlebnis gefasst machen. 

Die Lodge – super leckeres Essen, wunderschöne Zimmer und ein herzliches Team

Insgesamt hat die Lodge 11 kleine Hütten mit je zwei großen Betten. Die Holzhäuser stehen auf Stelzen, so dass bei starken Regenfällen niemand nasse Füße bekommt. Auch bieten die glatten Stelzen Schutz vor Schlangen und Insekten. Jedes Haus hat eine eigene Toilette und Dusche mit warmen Wasser. Auch für genügend Trinkwasser ist gesorgt. Strom und Internet gibt es ganz bewusst nur im Speisesaal und an der Bar. Aber sind wir mal ehrlich: hier braucht man eigentlich kein Handy. Die Zimmer sind sehr offen gestaltet und man schläft mit einer leichten Brise, was uns sehr gefallen hat. 

Die Selva Bananito Lodge bietet Vollpension. Es würde auch keinen Sinn machen woanders zum Essen hinfahren zu wollen. Dafür ist der Weg einfach zu abenteuerlich und außerdem würde man das super leckere Essen verpassen. Zu den Mahlzeiten kommen alle Gäste im Speisesaal zusammen und essen gemeinsam. Das ist wirklich schön, so dass man auch mal andere Reisende kennen lernt. Es werden natürlich selbst angebaute Lebensmittel und Produkte aus der Region verwendet. Die traditionelle costa ricanische Küche hat uns es immer unglaublich gut geschmeckt.

Die Mitarbeiter selbst befinden sich den ganzen Tag auch im Lodgbereich. Wenn etwas benötigt wird, findet man immer eine helfende Hand. Zwar sprechen nicht alle Englisch, aber wir haben es mit unserem gebrochenen Schulspanisch und ein bisschen Zeichensprache auch ganz easy hinbekommen. Ein paar Tage zuvor war in der Nähe der Hütten eine kleine Schlange gesehen worden. Sie war zwar nicht dicht dran, aber wurde von den Guides sofort an einen anderen Ort gebracht wurde, sodass alle in Ruhe schlafen konnten. Und keine Sorge: selbst wenn eine Schlange mal bei eurem Zimmer auftauchen sollte, wird diese niemals einfach euch angreifen.

Der beste Ökotourismus von Costa Rica – was die Lodge zum Naturschutz beiträgt

Ein Grund, der uns überzeugt hat zur Selva Bananito Lodge zu kommen, war, dass man hier sehr viel Wert auf Naturschutz legt. Mit den Einnahmen der Lodge werden über 800 Hektar Primär-Regenwald geschützt und weiterer Sekundär-Regenwald erschafft. Darüber hinaus werden weitere regionale Projekte unterstützt.

Der Regenwald der Selva Bananito Lodge sichert außerdem circa 100.000 Einwohnern in der Region den Zugang zu Wasser, da der Regenwald das Wasser speichert, filtert und den Boden vor Erosionen schützt.

Eine Wanderung durch unberührten Primär-Regenwald

🥾 Wanderung durch den Primär-Regenwald

📍 Ort: Selva Bananito Lodge, Costa Rica
🌿 Abenteuer: Wanderung durch den Primär-Regenwald
🥾 Ausrüstung: Gummistiefel und Wanderstock
⏱️ Dauer: Mehrere Stunden
🌧️ Besonderheit: Naturbelassener Wanderweg durch den Regenwald und mehrfache Flussüberquerungen
🐒 Tierwelt: Kapuzineraffen, Frösche, Nasenbären und Schlangen
🐍 Highlight: Begegnung mit einer gelben Viper
🌳 Besonderheit: Größte und älteste Bäume des Selva-Bananito-Gebietes
👨‍👩‍👧‍👦 Für Familien: Ja, mit Guide und entsprechender Ausrüstung
🌱 Naturschutz: Die Lodge schützt über 800 Hektar Primär-Regenwald

💡 Unser Tipp: Unbedingt auf die Empfehlungen des Guides hören und die richtigen Schuhe tragen. Gerade nach starken Regenfällen können die Wege sehr nass und schlammig sein. Die Gummistiefel waren für uns die richtige Wahl – insbesondere bei den Flussüberquerungen.

Da wir nur eine Nacht in der Lodge verbrachten, ging es gleich nachdem wir angekommen waren los mit dem ersten Abenteuer. Eine Wanderung durch Primär-Regenwald. Zusammen mit zwei anderen Gästen, einem Guide, Gummistiefeln und einem Wander-Stock ging es los in die Tiefen des Regenwaldes. Wir dachten erst, dass wir das auch mit unseren normalen Wanderschuhen und ohne Stock schaffen. Aber wenn wir eins auf unseren Reisen gelernt haben, dann dass die Locals meistens besser Bescheid wissen als wir. Erst recht in weit entfernten Ländern wie Costa Rica.

Also stapften wir los. Zuerst liefen wir etwa 20 Minuten auf Weideflächen, wo auch ein paar Kühe und Rinder stehen. Das ist eine weitere Einnahme-Quelle der Lodge, um sich über Wasser zu halten und gleichzeitig den Regenwald zu schützen. Wir mussten auch ein paar Mal durch einen kleinen Fluss laufen. Jetzt war uns klar, warum die Gummistiefel besser waren. Da es in den letzten Tagen viel geregnet hat, lief ein bisschen Wasser in die Stiefel, aber durch den Regen und die Feuchtigkeit waren wir sowieso schon nass und das Flusswasser war eine schöne Abkühlung. Kurz darauf standen wir buchstäblich an der Grenze zum Primär-Regenwald. 

Ein bisschen lustig war es schon: hinter uns eine grüne Weidefläche und vor uns eine 30 Meter hohe Wand aus Pflanzen. Wir waren bereit für dieses Abenteuer!

Hinein ging es und wir waren nur ein paar Meter im Wald, da raschelte auf einmal etwas im Gestrüpp. Es war leider zu schnell, um es zu sehen, aber wir glauben, dass es ein kleiner Nasenbär gewesen ist. Ein paar Minuten später raschelte es wieder. Diesmal aber 20 Meter über uns. Und dort entdeckten wir eine Herde Kapuzineraffen. Uns wurde erzählt, dass die Affen mit Stöckern nach uns werfen würden, da sie uns nicht in ihrem Lebensraum haben wollen. Es war zwar nicht unbedingt so wie im Film, aber hier und da fiel tatsächlich ein Stock runter. Keine Sorge! Da passiert nichts, aber um sie nicht weiter zu stören gingen wir weiter. 

Der Wanderweg ist anders als in den großen Nationalparks sehr naturbelassen. Keine befestigten Wege, sehr schmal und er passt sich an den Wald an. Wir liefen quer durch den Wald, kamen an beeindruckenden Bäumen und Blumen vorbei, entdeckten hier und da bunte Frösche und dann blieb unser Guide auf einmal stehen. Er hatte eine Schlange entdeckt. Aber nicht irgendeine Schlange, sondern eine gelbe Viper. Sie saß auf einem Strauch und sah sehr beeindruckend aus. Ein wirklich toller Moment für uns. Vor allem Papa freute sich, da er diese Schlange unbedingt sehen wollte. Tja was sollen wir sagen… Mission erfüllt.

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Es gibt einige Menschen, die Angst vor Schlangen haben, was wir definitiv verstehen können. Aber wir würden euch diese Angst gerne ein bisschen nehmen. Denn der Mensch ist keine Beute von Schlangen. Wir haben mehrere Schlangen auf unserem Roadtrip gesehen und es ist nie irgendwas passiert. Selbst wenn man einen Meter daneben steht, passiert überhaupt nichts. Um sich zu Hundertprozent abzusichern, sollte man festes Schuhwerk tragen – ein weiterer Grund für die Gummistiefel -, in der wilden Natur immer mit Guide gehen und die befestigten Wege, wenn möglich, nicht verlassen. Dann kann nichts passieren. 

Die Wanderung verlief weiter durch den Regenwald. Ein weiteres Highlight waren der größte und der älteste Baum des Selva Bananito Gebietes. Fun-Fact: der älteste Baum war vor Columbus hier. Das konnten auch wir uns kaum vorstellen und waren sehr beeindruckt vom größten Baum. Die beiden Mahagoni Bäume sind echte Juwels im Regenwald. 

ältester Kapok-Baum Selva Bananito Primär-Regenwald
ältester Kapok-Baum Selva Bananito Primär-Regenwald

Auf dem Rückweg machten wir noch eine kleine Obstpause, kamen an einer Wildtier-Kamera vorbei und durchquerten noch ein Mal den Fluss. Wieder zurück bei der Lodge freuten wir uns auf eine kalte Dusche und frische Klamotten. Die Feuchtigkeit im Wald war wirklich krass, weswegen wir ordentlich geschwitzt haben. Auch das Mittagessen haben wir uns sehr verdient. 

Fliegen, Klettern und vieles mehr

Eine absolut einzigartige Aktivität der Lodge ist ein Flug über den Regenwald und die Karibik-Küste. Der Besitzer Jürgen hat sich vor ein paar Jahren ein kleines Flugzeug angelegt, mit welchem er regelmäßig mit Gästen über seinen Regenwald fliegt, um ihnen die wunderschöne Natur aus der Vogelperspektive zu zeigen und gleichzeitig zu überprüfen, ob illegale Abholzung oder Ähnliches auf bzw. bei seinem Wald stattfindet. 

Wir hatten das super gerne gemacht, aber leider hat das Wetter an beiden Tagen nicht mitgespielt. Scheint so, als müssten wir nochmal zur Selva Bananito Lodge. 

Neben dem Fliegen kann man reichlich weitere Abenteuer dazu buchen. Mit Pferden durch den Regenwald reiten, sich an einem Wasserfall abseilen oder sogar im Regenwald schlafen und noch vieles mehr. Allerdings sind ein paar der Aktivitäten in der Regenzeit nicht möglich. Wir hatten das Pech, dass es die letzten Wochen nahezu ununterbrochen geregnet hat – was selbst für die Regenzeit ungewöhnlich war und eine Auswirkung des Klimawandels ist – weswegen viele Aktivitäten nicht möglich waren. Uns hat es aber nicht gestört, denn so konnten wir das Gelände der Lodge ausgiebig genießen.

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Vogelbeobachtung am Morgen

Am nächsten Morgen war zum Sonnenaufgang eine Vogelbeobachtung geplant. Als wir die Augen aufmachten, regnete es. Die meisten Vögel sind keine großen Freunde von Regen, sodass die Chancen, welche zu sehen nicht so hoch waren. Melanie und Thomas wollten es trotzdem mal versuchen und trafen den Guide. Der Regen hört auf und ein paar Vögel ließen sich tatsächlich blicken. 

Viel spannender war aber, was es in einem kleinen Teich nur wenige Meter von der Lodge entfernt zu finden gab. Aus dem Wasser guckte etwas, was ein bisschen so aussah wie ein Stock oder ein Stein. Doch Steine können nicht blinzeln. Da war uns klar: dort liegt ein Krokodil! Ein bisschen gruselig war es schon, da die Krokodile in den selben Flüssen leben, durch die wir gestern noch gelaufen sind. Noch ein Grund immer mit Guide solche Abenteuer zu machen. Unser Guide erklärte uns, dass hier  um die Lodge nur kleine Krokodile leben. Um so größer sie werden, um so weiter ziehen sie flussabwärts, da es weiter oben nicht genug Nahrung für sie gibt. Also für uns kein Grund zur Sorge.

Die Selva Bananito Lodge – inspirierende Tage unseres Costa Rica Roadtrips

Wir hätten gerne mehr Zeit in der Selva Bananito Lodge verbracht, um noch mehr zu sehen und noch mehr Abenteuer zu erleben. So haben wir wenigstens einige Gründe nochmal herzukommen.

Darüber hinaus lohnt sich ein Besuch aus rein ökologischen Gründen zu hundert Prozent. Unserer Meinung nach sollte man auf jeden Fall die Lodge besuchen, wenn man schon in Costa Rica zu Besuch ist. Denn am Ende macht es einen gewaltigen Unterschied, ob man ein All-inclusive Hotel besucht, wo Umweltschutz kaum eine Rolle spielt, oder stattdessen die Lodge wählt, wo man garantiert etwas Gutes tut.

Man sollte aber auf Abenteuer vorbereitet sein, wobei dass um ehrlich zu sein perfekt für Familien ist. Wir haben auf jeden Fall sehr viele Erfahrungen und Erinnerungen mitgenommen und werden Jürgen mit seiner Lodge und seinem Regenwald so schnell nicht vergessen.

Autor

  • Flo

    Ich bin Florian und liebe es in den Bergen unterwegs zu sein. Auf einem Berg zu stehen und über die Gipfel oder in die Ferne zu schauen ist das Größte für mich.

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