Stoneman Miriquidi im Erzgebirge – Ein Vater-Sohn-Erlebnis auf dem Mountainbike

Je älter die Kinder werden, desto mehr Abenteuer und mehr Action brauch es auf Reisen. Doch was wenn es ein Bike-Abenteuer im Erzgebirge gäbe, wo die Kids garantiert müde ins Bett fallen? Dann herzlich willkommen beim Stoneman Miriquidi im Erzgebirge. 

Wir – Thomas und Flo – haben dieses Bike-Erlebnis in Deutschland und Tschechien als Vater und Sohn erlebt. Dabei hatten wir jede Menge Spaß, mussten uns aber auch einigen Herausforderungen stellen. In diesem Beitrag erzählen wir euch, wie drei unvergessliche Tage im Erzgebirge hatten, was man erwarten kann und worauf man achten sollte.

Anmeldung 

Wer den Stoneman Miriquidi oder einen anderen fahren möchte, meldet sich einfach online über die jeweiligen Webseiten an. Hier aus der Stoneman Website kann man aus verschiedenen Starterpaketen auswählen und direkt buchen. Auch mögliche Unterkünfte für die einzelenen Etappen werden hier aufgeführt und können von hier aus gebucht werden. Die Bezahlung für das Starterpaket funktioniert auch einfach online. Und wer sich korrekt angemeldet hat erhält am Ende auch seinen Stoneman-Stein und wird auf der Seite der Finisher gelistet. Auch einen offiziellen GPX-Track für den Radkomputer erhält man kurz vor dem Start per Mail.

Nun wird der ein oder andere sagen: „Den kann ich doch auch ohne Anmeldung fahren.“ – Nun ja… Man erhält zum Einen keinen offiziellen Finisher-Stein, zum Anderen keine Finisher-Eintragung auf der Website. Außerdem werden die Einnahmen für die Erhaltung der Strecke und Beschilderung sowie für die Administration. Es ist einfach fair, die wirklich übersdhaubare Startgebühr zu zahlen und somit das Projekt zu unterstützen.

Darüber hinaus werden die Taschen mit einem Auto von einer Unterkunft zur nächsten gebracht. Man muss sie am morgen an einem Abholpunkt im Hotel hinstellen und findet sie bei Ankunft im nächsten Hotel an dem dortigen Abholpunkt wieder. So muss man nicht alles im Rucksack oder in Fahrradtaschen schleppen. Wenn man sich nicht offiziell anmeldet, werden natürlich die Taschen auch nicht mitgenommen.

Der Start in Oberwiesenthal und die erste Nacht im K1-Sporthotel

Mit dem Auto brauchten wiretwa 3 Stunden von Berlin bis nach Oberwiesenthal. Bereits die Anreise ist ein großer Pluspunkt, da man keine Weltreise unternehmen muss, um dieses Abenteuer zu erleben. Darüber hinaus hat Oberwiesenthal im Sommer wie im Winter jede Menge zu bieten. Monsterroller, Fly-Line, Rollercoaster oder entspannt Seilbahn fahren – einen Tag länger in Oberwiesenthal bleiben lohnt sich auf jeden Fall. 

Im K1-Sporthotel in Oberwiesenthal konnten wir direkt das Mountainbike für Flo ausleihen. Das ging sehr einfach, da das Hotel gleichzeitig ein Verleih hat, wo man sich Bikes, Ski-Ausrüstung und sogar Monsterroller ausleihen kann. Da Thomas sein Fahrrad von zu Hause mitgebracht hat, brauchten wir nur noch ein weiteres. Das Hotel selbst ist ebenfalls sehr einfach für Gäste. Mit einem Self-Check-In beim Eingang ist man in nur 5 Minuten im Zimmer. Im Zimmer wartete bereits ein kleines Willkommenspaket vom Stoneman auf uns. Mit Trinkflaschen, einer Streckenkarte, einer Stempelkarte, die später noch wichtig wird, und ein paar Kleinigkeiten und Formulare. Wichtig ist hierbei, dass ihr die Zettel für die Taschen ausfüllt und um eure Taschen macht. Andernfalls werden diese nicht zum nächsten Hotel gebracht, was gerade wenn es regnet, nicht so angenehm ist. 

Am nächsten morgen konnte es losgehen. Sachen gepackt und zum Abholpunkt gebracht, gut gefrühstückt, Fahrräder gecheckt und auf ging die wilder Fahrt!

Etappe 1 – von Oberwiesenthal bis auf den Scheibenberg

Wir haben uns von Anfang an dazu entschieden, dass wir den Stoneman entspannt in 3 Tagen machen wollen. Dabei haben wir uns die Strecke so aufgeteilt, dass wir die ersten beiden Tage drei Berge und am letzten Tag vier Berge überwinden mussten.

Der erste Berg vom heutigen Tag war gar war etwa 15-20 km von unserem Startpunkt entfernt. Vorher ging es aber schön bergab. Oberwiesenthal ist nämlich mit über 900 Metern die höchstgelegene Stadt Deutschlands und so konnten wir erstmal den Fahrtwind genießen und hatten einen tollen Einstieg in den Stoneman. Doch dann kamen die ersten Höhenmeter hinauf zum Bärenstein. Noch war es relativ entspannt. Knapp 3 km und nur ein paar hundert Meter. Das schafften wir locker!

Oben durften wir dann das erste Mal unsere Stempel-Karten rausholen. Unserer Meinung nach eins der coolsten Features vom Stoneman. Auch wenn es nur etwas kleines ist, ist die Idee, dass man auf jedem Berg an der Stempelmaschine seine Karte markiert und so auf jeden Berg muss, um den jeweiligen Stempel abzuholen, sehr cool. 

Auch auf dem Pöhlberg, welcher als nächstes auf dem Weg lag, holten wir uns unseren Stempel, nachdem wir ihn mit Bravur bewältigt haben. Doch dann fing es an zu regnen. Es war bereits vorher nass und wir waren sowieso schon sehr dreckig, was bei einem echten Abenteuer dazugehört und uns nicht störte, aber mit den nassen Klamotten und dem rutschigen Untergrund wurde der letzte Berg doch nochmal eine Herausforderung. Ihr müsst egal ob bergauf oder bergab wirklich bit Wurzeln und Steinen aufpassen, da man da schnell wegrutschen kann. Zwischendurch muss man das Fahrrad auch mal schieben – oder tragen, wenn einem das lieber ist – aber am Ende haben wir den Gipfel vom Scheibenberg erreicht. 

Hier oben befindet sich auch gleich das Gästehaus Bürger- & Berggasthaus Scheibenberg inklusive Restaurant, in welchem wir übernachteten. Darüber hinaus ist der Scheibenberg für sein unglaubliches Naturphänomen bekannt. Wer schonmal in Island war, kennt die fünf- und sechs-eckigen Basaltsäulen bestimmt! Sie entstehen bei der Abkühlung von Basaltlava und sehen nachher sehr spektakulär aus! Und eine Seite des Berges ist mit diesen schönen Säulen verziert. Passenderweise klarte sogar das Wetter noch einmal auf und so konnten wir den ersten Tag vom Stoneman Miriquidi entspannt ausklingen lassen. 

Etappe 2 – vom Scheibenberg an die tschechische Grenze nach Johanngeorgenstadt 

Am nächsten Morgen schauten wir aus dem Fenster und dachten „Mist… Das wird nass!“ Denn es hat ordentlich geregnet. Trotzdem hatten wir unser Ziel fest im Blick: Johanngeorgenstadt an der Deutsch-Tschechischen Grenze. Nach eine kleinen Frühstück radelten wir also gut gestärkt los und hatten erstmal reichlich Spaß beim Bergabfahren vom Scheibenberg. Hinunter ins Tal kamen wir auch an den Basalt-Orgeln vorbei, aber ihr müsst wissen: Man fährt nicht direkt an ihnen vorbei. Man müsste also einen kleinen Abstecher machen, was sich aber auf jeden Fall lohnt. Oder man hat eine Drohne. 

Ähnlich wie am ersten Tag war der erste Anstieg noch etwas entspannter. Mit 7-8 km zwar etwas länger, aber dafür nicht so steil mit maximal 10-12% und überwiegend gleichmäßig bei 5-7%. Am Straßenrand entdeckte Flo dann noch ein paar Walderdbeeren. Diese köstliche Stärkung konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Nun war es auch nicht mehr weit bis nach oben. Stempel abholen und weiter gehts! Der Weg war nämlich noch lang. 

Als nächstes wartete eins der Highlights vom Stoneman auf uns. Denn der Rabenberg ist nicht nur teil des Stonemans, sondern ist eigentlich das zu Hause von unzähligen Trails. Ein paar Jahre zuvor haben wir das Trailcenter Rabenberg bereits ausprobiert und hatten unglaublich viel Spaß. Auch heute hatten wir wieder sehr viel Spaß, auch wenn es durch den Regen ein wenig nass war. Nur bei den Wurzeln sollte man auch hier wieder aufpassen.

Ein Tipp von uns für den Rabenberg ist das Trailcafé über dem Bike-Verleih. Hier gibt es unglaublich leckere Burger und Pasta, worauf sich nach den anstrengenden Anstiegen hinauf jeder verdient hat. Allerdings ist das Café nur am Wochenende geöffnet, weswegen es für uns gleich weiter ging.

Nun wartete nur noch der Auersberg und auch diesen schafften wir. Die Beine waren natürlich schon ein wenig erschöpft und gerade am Ende brannte es nochmal ordentlich! Die gute Nachricht war: Johanngeorgenstadt liegt im Tal beim Auersberg, weswegen wir nur noch Rollen mussten, um in der DJH Jugendherberge Johanngeorgenstadt anzukommen. Jetzt hieß es Duschen, Abendessen und Schlafen. Morgen sollte nochmal ein ganz schönes Brett werden.

Etappe 3 – der Keilberg: der Endboss auf dem Weg nach Oberwiesenthal

Am dritten Morgen hat gerade Flo beim losfahren seine Beine ordentlich gespürt. Da passte es ja perfekt, dass wir den Tag mit einem 8 Kilometer-Anstieg hinauf auf den Blatensky Vrch starteten. Vorher überquerten wir aber in Johanngeorgenstadt den Grenzübergang. Uns ist es zwar noch nie passiert, aber es kann sein, dass man dort von der Polizei kontrolliert wird. Da brauch man natürlich seinen Ausweis oder seinen Reisepass.

Vom Gipfel Blatensky Vrch waren es gerade mal 10 km bis wir oben beim Plesivec ankamen. Und hier durften wir uns nachmal richtig freuen. Denn es ging hinunter mit einem Flow-Trail!!! Und so hat sich das hochfahren mal wieder gelohnt und wir sind uns sicher: so hat die ganze Familie Spaß am Stoneman. 

Letztendlich muss man aber sagen, dass der Stoneman trotzdem eine Herausforderung sein soll. Dementsprechend gibt es auch Abschnitte, die nicht unbedingt Spaß machen. Wie zum Beispiel der vorletzte, aber höchste Berg: der Keilberg alias Klinovec. 12 km, 650 Höhenmeter, bis zu 20% Steigung und jede Menge Blut, Schweiß und Tränen. Na gut bei uns vielleicht weder Blut noch Tränen, aber es war ein harter Kampf. Flo hat sich gerade zum Ende erstrecht schwer getan. Wenn man bedenkt, dass wir schon 140 km in den letzten drei Tagen hinter uns hatten, war das auch verständlich.

Immer weiter kurbeln hieß es. Aufgeben war keine Option! Und am Ende haben wir es geschafft. Wir waren unglaublich stolz auf unsere Leistung und wussten, wir haben es fast geschafft. Die letzten 10-15 Kilometer waren zwei weitere wunderschöne Trails vom Trailpark Klinovec…

…sowie ein letzter kurzer Anstieg hinauf auf den Fichtelberg. Dort oben war es dann wirklich so weit. Der Stoneman wurde von uns besiegt. Im Auto haben wir uns unsere Schokolade so richtig verdient!

Der Stoneman Miriquidi – unsere Meinung zu dieser Bike-Herausforderung

Uns hat der Stoneman bereits vor 2022 so sehr begeistert, dass wir ihn nochmal fahren wollten. Damals noch mit E-Bikes, dieses Mal ausschließlich mit eigener Muskelkraft. Natürlich sollte man sportlich sein und es ist natürlich einfacher, wenn man Fahrrad-Affin ist, aber selbst für Flo, der sich nicht all zu oft aufs Fahrrad schwingt, hat den Stoneman geschafft. 

Was beim Stoneman allgemein sehr cool ist, ist dass es überall in Mittel-Europa Stonemans gibt und auch in verschiedenen Kategorien. So ist für jeden etwas dabei und man hat einfach eine sehr große Auswahl.

Dazu kommt, dass so eine Challenge eine Familie zusammenschweißt. Man muss gemeinsam den Berg hoch und freut sich gemeinsam, wenn man das Ziel erreicht hat. Ja, ein bisschen Fluchen kann zwar vorkommen, aber das gehört irgendwie dazu. 

Wir können mit Sicherheit sagen, dass wir den Stoneman nicht das letzte Mal gemacht haben. Ob das nächste Mal wieder im Erzgebirge und wieder mit dem Mountainbike, dass steht heute erstmal in den Sternen. 

Thomas und Flo in Tschechien beim Stoneman Miriquidi
Thomas und Flo in Tschechien beim Stoneman Miriquidi

Autoren

  • Flo

    Ich bin Florian und liebe es in den Bergen unterwegs zu sein. Auf einem Berg zu stehen und über die Gipfel oder in die Ferne zu schauen ist das Größte für mich.

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  • Ich bin Thomas und schreibe seit vielen Jahren den Familien Reiseblog Fravely. Ich liebe es die Welt zu bereisen und mit meinen beiden Jungs Flo und Ben und meiner Frau Melanie wundervolle Abenteuer zu erleben.

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