Einen Tag in der Liwa Wüste mit Shafeel

Habt ihr schonmal einen ganzen Tag in der Liwa Wüste verbracht? Abseits von der üblichen Wüstensafari, die es in Abu Dhabi und in Dubai überall zu buchen gibt? Wir wollten so einen Tag erleben! Vor zwei Jahren, bei unserem ersten Aufenthalt, hatten wir besagte Wüstensafari gemacht und viel Spaß. Diesmal wollten wir mehr.

Über Instagram haben wir bis heute Kontakt zu Shafeel. Er war damals Fahrer auf der Touristen-Wüsten-Safari bei unserem ersten Aufenthalt in Abu Dhabi und Dubai. Wir haben ihn angeschrieben und gefragt, ob er uns an einen Wüstentag begleitet und uns die Wüste so richtig zeigt. Er schlug uns einige Sachen vor, die man machen kann und so hatten wir recht schnell einen hervorragenden Plan.

Shafeel holte uns am Morgen um 8 Uhr ab und wir starteten den Trip. Mit genügend Getränken, Softdrinks und Snacks bestückt, waren wir bestens vorbereitet. Unterwegs bekamen wir von einem Kurier noch Lunchpakete geliefert.

Shafeel erklärte uns während der Fahr einiges über die Wüste, die Menschen und das Land. Uns interessierte besonders, ob der Klimawandel auch hier ein Thema ist. Er bejate diese Frage, auch wenn es wohl nicht ganz so präsent wie bei uns in Deutschland ist. Aber auch hier weiß man, dass Öl, Benzin, Diesel und auch Plastikmüll nicht die Zukunft sind.

Die Fossil Dunes vor Abu Dhabi

Unser erster Stopp waren die Fossil Dunes vor den Toren von Abu Dhabi. Diese bizarren Gebilde stehen mitten in der Wüste ca. 70 Kilometer südlich von Abu Dhabi im Al Wathba Naturreservat. Sie zeigen bizaare Skulpturen die über hunderte Jahre durch Witterung und chemische Prozesse entstanden sind. Der Wind sorgt dafür dass diese Skulpturen dann solche Formen annehmen.

Abu Dhabi - Fossil Dunes
Abu Dhabi – Fossil Dunes

Man darf sie aber nicht berühren, denn sie zerfallen sofort. Es war also Vorsicht angesagt! Wir machten einige schöne Bilder und fuhren auch schon weiter.

Fravely vor den Fossil Dunes
Fravely vor den Fossil Dunes

Long Salt Lake Abu Dhabi

Nur einige Kilometer weiter durch die Al Wathba Wüste gab es einen ganz besonderen Fotospot, dem Al Wathba Long Salt Lake. Einen langen Salzsee, in dem nur noch sehr wenig Wasser war und große Salzkristalle seine Ufer zieren. Das Wasser war türkis und leuchtete in der Sonne. An einem Ende des Sees waren drei große Salzkreise, auf denen man stehen konnte. Wir hüpften über die drei Kreise wie auf Eisschollen hin und her.

Melanie steht auf dem Al Wathba Long Salt Lake
Melanie steht auf dem Al Wathba Long Salt Lake

Der See scheint aber nicht natürlich entstanden zu sein. Es scheint eher wie ein alter Kanal, der einmal Wasser vom Meer in die Wüste geführt hat. Dennoch ein toller Spot für unglaubliche Bilder vor den Toren von Abu Dhabi.

Abu Dhabi Al Wathba Long Salt Lake
Abu Dhabi Al Wathba Long Salt Lake

Der Regenbogen Scheich

Wir fuhren weiter auf einer Straße Richtung Süden. Die Temperaturen draußen waren mittlerweile bei über 40 Grad. Der Geländewagen von Shafeel war angenehm klimatisiert. Er erzählte uns von einem Scheich, der einen riesigen Jeep für die Wüste wollte. Also ließ er ihn bauen und seit dem steht er im Guiness-Buch der Rekorde. Zudem besaß er wohl auch mehrere Sportwagen in den Farben des Regenbogens. So trug er den Namen Regenbogen-Scheich.

Auf einmal tauchten genau diese übergroßen Geländewagen auf. Sie Standen an der Straße auf einem Gelände, was ein Museum ist. Ein Museum genau von diesem Scheich. Schon etwas verrückt, aber so sind die Emiraties eben.

Tropic of Cancer – Der Sonnenwendekreis

Wir fuhren weiter auf der Straße immer weiter Richtung Süden. Ein Schild mit der Aufschrift „Tropic of Cancer“ stand auf einmal am Straßenrand. Shafeel hielt und wir wussten mit dem Schild nicht so richtig etwas anzufangen. Shafeel konnte es auch nicht richtig auf Englisch erklären. Ein schnelles Foto aus dem Auto und wir fuhren weiter. Wir googelten nach „Tropic of Cancer“ und auf einmal machte es bei uns Klick. Wir waren total on Fire!

Fravely vor dem Sonnenwendekreis - Tropic of Cancer
Fravely vor dem Sonnenwendekreis – Tropic of Cancer

Es ist der nördliche Sonnenwendekreis. Am 21. Juni, dem für uns längsten Tag im Jahr, steht hier die Sonne genau senkrecht zur Erdoberfläche. Shafeel dreht mit einem U-Turn und fuhr zurück. Jetzt musste ein richtiges Foto gemacht werden. Wir waren begeistert. Auf der weiteren Fahr erzählte uns Flo, dass er das gerade in der Schule hatte. Wir erklärten unserem kleinen Ben, was das war und warum seine Eltern gerade wegen einem Schild ausgeflippt sind.

Aber hey, besser kann man sowas für ein Kind nicht erklären. Wenn man an dem Punkt steht muss etwas Geografie und Astronomie einfach sein!

Liwa Wüste – 60 km durch die Wüste

Nach einem weiteren Stück Straße, fragte Shafeel unsere Kids, ob es langweilig ist. Sie berieten sich und fragten, wann wir durch die Wüste fahren. Shafeel meinte noch über eine Stunde und bog in diesem Moment von der Straße ab. Auf einmal standen wir mitten zwischen hohen Sand Dünen. Nun waren die Kids on fire!

Fravely in der Wüste
Fravely in der Wüste

Wir stiegen aus und machten einige Bilder. Shafeel ließ etwas Luft von den Reifen ab, um besser in der Wüste fahren zu können. Dann starteten wir!

Es ging nun viele Kilometer durch die Liwa Wüste. Es waren am Ende insgesamt 60 Kilometer. Wir fuhren die Dünen rauf und runter. Shafeel suchte immer den besten Weg über die Dünen. Er zeigte uns den „Sound of Sand“. Ein tiefes grummeln, wenn das Auto langsam eine Düne hab fährt. Es klingt ähnlich wie ein Auto in Schnee. Dabei kamen wir auf das Thema, dass Shafeel noch niemals Schnee in echt gesehen hat oder berührt hat. Er hat uns aber auf Instagram im Schnee gesehen und mag diese Bilder.

Auf die Frage, ob Shafeel weiß wo wir sind, meinte er: „maybe“. Aber wir waren uns sicher, er hatte den Durchblick. Er wusste genau in welche Richtung wir fahren mussten.

Wir sahen auf einmal Kamele. Sie standen mit ihren Jungen mitten in der Wüste. Sehr beeindruckend. Ein Junges ware gerade eine Woche alt und noch sehr wackelig auf den Beinen. Auf der weiteren Fahrt sahen wir wilde Gazellen. Shafeel gab Gas und verfolge sie einige Meter durch die Wüste.

Die Wüstenschiffe
Die Wüstenschiffe
Kamele in der Liwa Wüste
Kamele in der Liwa Wüste
Eine Gazelle in der Liwa Wüste
Eine Gazelle in der Liwa Wüste

Es ging weiter über die Dünen und auf einmal lag hinter einer großen Düne eine Oase. Wir fuhren hinab und direkt in die Oase. Es war eine kleine Dattelfarm, die ein Pakistaner betreute. Dieser begrüßte uns sehr freundlich und holte eine Decke und Kissen heraus. Unter einer seiner Palmen breitete er alles aus. Shafeel brachte unsere Lunch-Boxen und so hatten wir einen tollen Aufenthalt in der Oase.

Lunch in der Oase in der Liwa Wüste
Lunch in der Oase in der Liwa Wüste

Der Pakistaner brauchte uns einen großen Teller voll von seinen Datteln und einen sehr leckeren Tee. Zur Abfahrt drückte er uns noch einen Beutel voll Datteln in die Hand. Dann ging es weiter für uns.

Die alte arabische Burg

Auf einmal tauchte Vor uns eine riesige Oase auf. Diese ist wohl über 100 Kilometer lang und sogar aus dem Weltall zu erkennen. Wir fuhren ein Stück durch diese Oase. An einer Tankstelle holten wir neue Luft für unsere Reifen, denn es ging erstmal weiter auf der Straße. Als nächstes standen wir vor einem alten arabischen Fort, welches aus Lehm und Stroh restauriert und rekonstruiert wurde. Wir konnten einfach hinein gehen und einen der Türme besteigen. Etwas aufregend, denn irgendwie bebte der Lehmboden bei jedem Schritt. Es hielt uns aber alle vier aus.

Auf der arabischen Burg
Auf der arabischen Burg

Die Moureeb Düne

Am späten Nachmittag erreichten wir unser letztes Ziel: die riesige Moureeb Düne. Sie ist über hundert Meter hoch und 60-70 Grad steil. Davor waren kleine verlassene Gebäude, Toiletten, eine Zuschauertribüne, Landeplätze für Hubschrauber und verschiedene Plätze, die mit Straßen verbunden waren.

Hinauf zur Moreeb Dune
Hinauf zur Moreeb Dune

Shafeel erklärte uns, was hier jedes Jahr im Dezember los ist. Eines der größten arabischen Motorsport-Events findet hier statt. Die steile Düne wird dann mit hoch motorisierten Buggys bezwungen. Auf Youtube findet man unglaubliche Videos von dem Spektakel. Nebenan werden bei dem Festival Pferde- und Kamelrennen veranstaltet und die Menschen zelten auf den Plätzen herum. Es müssen hier tausende Menschen im Dezember sein.

Wir fuhren die riesige Düne an der Seite hinauf. Shafeel ließ vorher wieder die Luft aus seinen Reifen. Auf der Düne angekommen hatten wir einen unglaublichen Blick über die Liwa Wüste. Atemberaubend! Der Wind peitschte den feinen Wüsten-Sand über den Kamm der Düne, denn die Sonne ging langsam unter.

Fravely und Shafeel auf der Moreeb Dune
Fravely und Shafeel auf der Moreeb Dune
Flo und Ben genießen den warmen Wüstensand
Flo und Ben genießen den warmen Wüstensand

Wir stiegen wieder ins Auto und Shafeel fuhr auf den Kamm der Düne zu. Hatte er wirklich das vor, was wir dachten? Ja hatte er… es ging die 60 Grad steile Düne hinab und wir hingen nur noch in den Sicherheitsgurten. Es ging aber langsam die Düne hinunter und Shafeel hatte alles im Griff.

Der Sonnenuntergang in der Liwa Wüste

Fravely in der Wüste mit Schatten
Fravely in der Wüste mit Schatten

Gegenüber der großen Moreeb Düne fuhren wir nochmal etwas in die Dünen hinein. Die Jungs bekamen ein altes Snowbard in die Hand gedrückt und dann ging es mit sandboarding die Dünen hinunter. Die Sonne wurde immer röter und ging langsam in der Wüste unter. Wir machten tolle Bilder bei herrlichem Licht. Man muss es einfach live erlebt haben um das richtig genießen zu können.

Melanie im Sonnenuntergang
Melanie im Sonnenuntergang
Melanie und Thomas in der Liwa Wüste beim Sonnenuntergang
Melanie und Thomas in der Liwa Wüste beim Sonnenuntergang
Thomas genießt den Sonnenuntergang
Thomas genießt den Sonnenuntergang

In der Dunkelheit fuhr uns Shafeel sicher wieder zurück und unsere Tour endete gegen 21 Uhr wieder in Abu Dhabi. Ein unglaublicher Tag mit so vielen Eindrücken und Erlebnissen und sogar etwas Wissensbildung endete für uns. Er wird unvergessen bleiben.

Danke Shafeel für diesen Tag in der Liwa Desert.

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