9 Tage Roadtrip auf dem Wild Atlantic Way – Als Familie mit Teenagern die Westküste von Irland entdecken

Nicht zum ersten Mal ging es für uns nach Irland und auch nicht zum ersten Mal wollten wir einen Roadtrip auf dem Wild Atlanitc Way machen. Wir waren nämlich vor einiger Zeit bereits zwei Mal in Irland: ein Mal nördlich der Cliffs of Moher und ein Mal in Nord-Irland. Irland ist bekannt für raue Küste, riesige Klippen, grüne Wiesen, Schafe, Wind und Wetter und unglaublich freundliche Menschen. Es war April und vor allem auf Wind und Wetter waren wir absolut eingestellt. Daher konnte uns nichts erschrecken! Fast nichts!

Irland fühlt sich also für uns nicht mehr wie ein neues Reiseziel an – eher wie ein Ort, zu dem wir sehr gern wieder zurückkehren. Und trotzdem: Jeder Roadtrip hier hat seinen ganz eigenen Charakter. Dieses Mal waren wir neun Tage unterwegs, vom rauen Atlantik an den Cliffs of Moher bis runter in den lebendigen Süden nach Cork – immer entlang des legendären Wild Atlantic Way.

Es war nicht unser erster Familien-Roadtrip auf dem Wild Atlantic Way. Uns fehlte aber der südliche Teil, wobei wir auch im Norden noch viele Orte zu entdecken haben. Besonders spannend auf einem Irland Roadtrip sind spontane Stopps, wenn irgendwo plötzlich die bekannte Welle auftaucht und damit auf den Wild Atlantic Way hinweist. Dann wartet dort ganz sicher ein toller Spot, ein Viewpoint oder eine Abenteuer auf uns.

Zwischen endlosen Küstenstraßen, neugierigen Schafen am Straßenrand und kleinen Cafés und Pubs, in denen die Zeit irgendwie langsamer vergeht, haben wir wieder gemerkt, warum wir Irland so lieben. Und warum wir ziemlich sicher nicht zum letzten Mal hier waren.

In diesem Beitrag nehmen wir euch mit auf unseren 9-tägigen Roadtrip – mit all den Momenten, die man nicht planen kann, aber nie vergisst.

Von Berlin nach Dublin

Wie immer starteten wir in Berlin, denn von Berlin aus gehen täglich mehrere Flüge nach Irland. In Dublin angekommen verbrachten wir die erste Nacht mitten in Dublin im Moxy Hotel. Das MOXY Dublin City ist ein modernes Boutique-Hotel, das sich besonders an junge Reisende richtet. Es liegt mitten im Stadtzentrum von Dublin und eignet sich damit ideal als Ausgangspunkt, um Sehenswürdigkeiten, Bars und das Nachtleben zu erkunden.

Für uns war aber nicht mehr viel Nachtleben angesagt, denn es war schon spät. Für uns ging es nur noch ins Bett. Morgen wollten wir am Vormittag noch etwas die Stadt erkunden.

Dublin – der Start unseres Roadtrips

Nach dem Frühstück starteten wir auch in Dublin und ließen uns durch die Straßen von Temple Bar treiben. Wir überquerten die berühmte Ha’penny Bridge (offiziell Liffey Bridge), eine historische Fußgängerbrücke in Dublin, die den Fluss Liffey mit der Nord- und Südseite der Stadt verbindet. Sie wurde 1816 eröffnet und war die erste eiserne Fußgängerbrücke Irlands. Ihren Namen verdankt sie der früheren Maut von einem halben Penny für die Überquerung. Heute ist sie ein Wahrzeichen Dublins und besonders bei Touristen ein beliebter Fotospot.

Der Stadtteil Temple Barlag nun vor uns. Dieser ist im Zentrum von Dublin am Südufer des Flusses Liffey und gilt als kulturelles Viertel der Stadt mit vielen Galerien, Theatern und historischen Gassen. Er ist besonders bekannt für sein lebendiges Nachtleben mit zahlreichen Pubs, Restaurants und Live-Musik, wodurch er zu den beliebtesten – wenn auch sehr touristischen – Orten in Dublin zählt. Wir konnten jetzt am Vormittag noch einiges von der Nacht sehen und hatten eine Vorstellung wie das Leben hier pulsiert.

Schon bei unserem ersten Aufenthalt in Irland haben wir Dublin erkundet und waren in der bekannten Trinity College Library der Universität. Für uns ging es aber diesmal weiter mit dem Auto in Richtung Westen.

5 Tage auf einem Hausboot mit Le Boat

Wir erreichten nach etwa zwei Stunden Fahrt den kleinen Ort Portumna am Shannon River. Von hier aus starteten wir für die kommenden 5 Tage eine Hausboot-Tour mit Le Boat durch Irland. Diese wollen wir hier in dem Blogbeitrag nur erwähnen. Den genauen Bericht zu dieser Tour findet ihr in einem extra Beitrag zu unserer Hausboot-Reise mit Le Boat.

Nur so viel, unsere Route führte und von Portumna über Shannonbridge und den Klosterruinen von Clonmacnoise bis nach Athlone. Dort gibt es Sean´s Pub zu entdecken, welcher der älteste Pub der Welt sein soll. Zurück ging es für uns mit dem Hausboot durch Banagher dann über den Lough Derg bis nach Dromineer. Hier ist eine wundervolle Saune direkt am Strand, die wir sehr empfehlen können.

Die Hausboot-Reise in Irland war ein echtes Abenteuer. Wir hatten von Sonne bis Regen alles dabei und es gab immer etwas auf dem Boot zu tun. Auch wenn wir vollkommen entschleunigt reisten. Nach diesen 5 Tagen auf dem Le Boat Hausboot stiegen wir wieder ins Auto und unser Roadtrip startete so richtig. Am Morgen ging es also weiter in Richtung Westen zum Wild Atlantic Way.

Cliffs of Moher und Doolin

Unser erstes Ziel waren die Cliffs of Moher im County Clare. Das Wetter zeigte sich jetzt im April weiterhin sehr wechselhaft. Erst schien die Sonne und 5 Minuten später regnete es unglaublich heftig, bevor wieder fünf Minuten später die Sonne schien. Wir machten erstmal einen Stopp in Lahinch im Café Dodi. Es gab Frühstück für alle, nachdem wir das Hausboot am Morgen nur übergeben hatten.

Cliffs of Moher, The Burren und Fanore Beach

Am Strand von Lahinch waren bei hohen Wellen Surfer zu sehen. Wow, sind die mutig. Wir fuhren in Richtung Cliffs of Moher. Es gibt den Hags Head, von dem aus wir die Cliffs of Moher sehen wollten. Dieser gehört nicht zum offiziellen Teil der Cliffs of Moher. Hier startete einst der Cliff Walk, der seit einigen Jahren aber geschlossen ist. Ein großer Zaun verhinderte das Betreten des Cliff Walks der Cliffs of Moher. Wir haben dennoch einige tolle Bilder machen können und einen tollen Blick auf die berühmten Klippen ergattern können.

Nun ging es weiter an den Klippen und dem Besucherzentrum vorbei bis zum Burren. Der Burren ist eine einzigartige Karstlandschaft nördlich vom Ort Doolin, die durch riesige Kalksteinflächen mit Spalten, Rissen und seltenen Pflanzen geprägt ist. Trotz des scheinbar kargen Gesteins ist die Region erstaunlich artenreich und beherbergt sowohl alpine als auch mediterrane Pflanzen, was sie zu einem der ungewöhnlichsten Naturgebiete Europas macht. Der Wind war hier aber extrem zu spüren und so ging es für uns noch ein Stück weiter bis zum Fanore Beach. Ein riesiger schon fast karibisch aussehender Strand. Auch hier stürzten sich mutige Surfer in die Wellen des Atlantiks.

Fiddle & Bow und das Russels

Am Nachmittag erreichten wir dann Doolin und das Fiddle & Bow. Das Hotel und das Restaurant kannten wir schon von unserer ersten Reise. Wir waren damals so begeistert, dass wir wieder hier nächtigten. Dieses Mal aber nicht im Hotel, sondern in einem Ferienhaus. Wir hatten dort sehr viel Platz, es gab mehrere Schlafzimmer, Küche, Badezimmer und ein großes Wohnzimmer.

Zum Abendessen zog es uns aber ins Russels, dem Restaurant des Fiddle & Bow. Hier gab es zur Vorspeise leckere frische Austern und Fish and Chips zum Hauptgang. Wieder wurden wir sehr freundlich bedient und hatten einen wundervollen Abend.

Cliffs of Moher zum Sonnenuntergang

Der Abend endete aber hier noch nicht. Wir wollten die Klippen von Moher auch noch zum Sonnenuntergang sehen. Bisher war der Himmel Wolkenlos, aber das kann sich in Irland schnell ändern. So war es dann auch. Als wir auf dem Parkplatz des Besucherzentrums ankamen, waren die ersten Wolken am Himmel. Der Besucherparkplatz kostet übrigens außerhalb der Öffnungszeiten nichts. Wir liefen nun zum North Viewpoint der Cliffs of Moher. Von hier hat man einen wundervollen Blick. Leider wollten die Wolken aber uns den Blick auf die untergehende Sonne nicht frei geben. Dennoch sieht das alles gigantisch aus. Auf dem Rückweg zum Parkplatz fing es noch an zu regnen. Das passte einfach zu Irland.

fravely bei Cliffs of Moher Nordseite
fravely bei Cliffs of Moher Nordseite

Die beeindruckenden Kilkee Cliffs im County Clare

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen machten wir noch einen kurzen Stopp am Doolin Pier. Von hier aus kann man beeindruckende Wellen des Atlantik sehen. Mit einem Kaffee auf der Hand machten wir nochmal Halt bei den Cliffs of Moher. Das Besucherzentrum hatte nun geöffnet und wir hatten uns Tickets für Clare´s Western Loop geholt. Dazu gehören die drei Attraktionen Cliffs of Moher, Vandeleur Walled Garden und Loop Head Lighthouse, was wir die kommenden Tage noch besuchen wollten.

Das Besucherzentrum war sehr voll und jetzt am Tag wurden viele Tages-Touristen mit Bussen direkt aus Dublin hier her gefahren. Wir verbrauchten nur einen Moment hier und schlenderten durch das Besucherzentrum und noch einmal an den Cliffs entlang, bevor es endgültig auf dem Wild Atlantik Way in Richtung Süden ging. Unser Ziel waren heute die Kilkee Cliffs.

Der Bäcker Hugo´s in Lahinch

Mit einem kurzen Zwischenstopp nochmal in Lahinch beim Bäcker Hugo´s begann heut unsere Tour. Es soll der beste Bäcker der Region sein und die vielen Menschen in dem kleinen Laden bestätigten dies auch. Man war hier ein Trubel! Wir haben dann noch einige kleine Gebäcke ergattert und wirklich: Die waren richtig gut. Also merkt euch den Bäcker in Lahinch.

Bis nach Kilkee waren es dann etwa zweieinhalb Stunden fahrt und es regnete ununterbrochen. Wir fuhren durch den Ort direkt in Richtung Kilkee Cliffs. Trotz des Regens wollten wir die Kliffs sehen und erleben.

Die Kilkee Cliffs – Für uns die Schönsten

Am Diamond Rocks Café gab es einen Parkplatz, denn ab hier startete der Cliff Walk. Wir liefen diesen bei starkem Wind und Regen entlang und waren von den Diamond Rocks und den Klippen total gebannt, sodass uns das Wetter fast egal war. Der Regen ließ dann tatsächlich etwas nach und wir konnten die Kilkee Cliffs richtig genießen.

Für uns die schönsten Cliffs in Irland, denn sie sind zwar nicht so hoch wie andere, aber dafür viel rauer und damit auch spektakulärer. Also für uns. Zudem sind die Klippen hier nicht abgesperrt, was natürlich jedem eine gewisse Eigenverantwortung abverlangt. Also bleibt immer ein paar Meter von der Klippe entfernt, sodass nichts passiert. Wir stiegen noch die Treppen am Cliff hinunter und trauten uns ein paar Schritte über die Felsen. Wahnsinn diese riesigen Wellen und der tosende Atlantik vor uns.

Pure Space und Stella Maris Hotel

Für uns hieß es nun weiter zum Pure Space auf der Loop Head Peninsula. Das Pure Space ist ein nachhaltiges Glamping- und Yoga-Retreat an der irischen Westküste, das Natur, Ruhe und bewusstes Reisen auf einzigartige Weise verbindet. Inmitten von Wald und nahe am Atlantik erlebt man hier Entschleunigung, einfache Unterkünfte und besondere Momente fernab vom Alltag.

Wir hatten einen kleinen Holzbungalow mit zwei Zimmern, Toilette und einem kleinen Ofen. Da die meisten Gäste hier im Sommer mit dem Camper oder im Glamping-Zelt übernachten sind die Duschen, Toiletten und Küche als Gemeinschafts-Einrichtungen auf dem Gelände zugänglich. Das ganze liegt mitten im Grünen auf einem Gehöft und die Besitzer sind super nett und hier hat man wirklich die Ruhe, die man sucht.

Zum Abendessen ging es für uns nochmal nach Kilkee zurück. Dort haben wir einen Tisch reserviert im Stella Maris Hotel, wo es sehr leckere irische Küche mit einem tollen Blick auf den Strand und die Bucht von Kilkee. Das Stella Maris Hotel bietet übrigens tolle Zimmer – auch für Familien – die modern ausgestattet sind. Die Besitzerin ist super sympathisch und man kommt mit ihr sehr gut ins Gespräch. Wer also etwas mehr Komfort braucht, als im Pure Space, der ist im Stella Maris Hotel sehr gut aufgehoben.

Zurück im Pure Space machten wir es uns so richtig gemütlich mit einer Runde Karten spielen und dem Feuern im Ofen in unserem kleinen Holzhaus.

Vom Loop Head Lighthouse nach Dingle zum Dunquin Pier

Die Sonne weckte uns und es war blauer Himmel. Auch der kräftige Wind hatte etwas nachgelassen. Es gab noch einen unglaublichen Spot, den wir an den Kilkee Cliffs sehen wollten. Der Parkplatz ist unmittelbar an einer riesigen Klippe sehr spektakulär gelegen. Den Ort findet ihr in unserer Google-Karte zu Irland, vom Ort Kilkee südwestlich der Küste entlang.

Hier haben wir nochmal einen beeindruckenden Blick die kompletten Kilkee Cliffs entlang gehabt und konnten auch tolle Bilder mit unserer DJI Drohne machen. Was für ein gelungener Start in den Tag. Wir schnappten uns bei einem kleinen Bäckerstand ein paar Scones und fuhren direkt weiter zum Loop Head Lighthouse. Hier hatten wir ja die oben erwähnten Kombi-Tickets vom Western Loop und na klar wollten wir den Leuchtturm am Ende der gleichnamigen Halbinsel besichtigen.

Das Loop Head Lighthouse

Auf dem Gelände des Loop Head Lighthouse gibt es in den Häusern ein kleines Museum und jede halbe Stunde werden Führungen auf den alten Leuchtturm angeboten. Wir schauten uns erst im Haupthaus die kleine Ausstellung an. Es wird hier vieles zur Natur und der Funktion, Geschichte und der Technik des Leuchtturms erklärt. Man kann hier übrigens auch in den alten Gemäuern Übernachten. Für uns ging es nun aber auf den Leuchtturm. Uns wurde nochmal einiges zur Geschichte und zur Funktion des Leuchtturms erklärt.

Oben angekommen hatten wir einen tollen Blick über die schroffen Küstenklippen von der Loop Head Peninsula. Wir nahmen uns etwas Zeit und hielten unsere vier Nasen in den irischen Wind, der vom Atlantik blies. Dann wollten wir noch zum EIRE-Zeichen vorn an der Spitze an den Klippen. Die EIRE-Zeichen sind historische Bodenmarkierungen aus dem Zweiten Weltkrieg entlang der irischen Küste. Groß in die Landschaft eingelassen, sollten diese damals alliierte Piloten darauf hinweisen, dass sie sich über neutralem irischem Gebiet befinden und nicht in feindliches Territorium einfliegen.

Heute wirken die EIRE-Zeichen wie ein stilles Zeitzeugnis mitten in der wilden Landschaft Irlands. Zwischen Klippen, Atlantik und Weite erinnern diese eindrucksvoll daran, welche strategische Bedeutung die irische Küste hatte. Wir hatten so ein Zeichen schon damals am Down Patrick Head im Norden Irlands entdeckt.

Die Bridges of Ross

Ganz in der Nähe findet man einen weiteren tollen Spot am Wild Atlantic Way. Die Bridges of Ross bildeten früher hier natürliche Steinbögen. Eine spektakuläre Brückenlandschaft aus Kalkstein, die sich über die tosenden Wellen des Atlantiks spannte – heute ist nur noch einer dieser ehemals drei Bögen erhalten, doch die Szenerie ist weiterhin beeindruckend. Besonders bei rauem Wetter zeigt sich hier die ganze Kraft des Meeres, wenn die Wellen mit voller Wucht gegen die zerklüfteten Felsen schlagen.

Flo und Ben auf Bridges of Ross
Flo und Ben auf Bridges of Ross

Der Vandeleur Walled Garden

Anschließend ging es für uns zum Vandeleur Walled Garden in Kilrush, welcher ein wunderschöner, historischer Garten mit viel Ruhe und Natur ist. Für uns als Familie war besonders das Labyrinth ein Highlight – Flo und Ben hatten dort richtig Spaß beim Erkunden, Verlaufen und Wiederfinden ihrer Wege. Ein toller kleiner Stopp für uns, denn jetzt im April fing hier alles an zu blühen. Wie mag es wohl im Sommer hier aussehen?

Der Eintritt für den Vandeleur Walled Garden in Kilrush haben wir mit dem oben erwähnten Kombiticket Clare´s Western Loop abgegolten. Für uns ging es nun weiter mit der Shannon Fähre vom County Clare über den Shannon River ins County Kerry.

Carrigafoyle Castle und der Virgin Rock Ballybunnion

Für uns sollte es nun die kommenden Tage im County Kerry und auf dem Ring of Kerry weiter gehen. Dieser gehört auch zum Wild Atlantic Way und ist eine 179 km lange Panoramaküstenstraße. Doch bevor wir den Ring of Kerry erkunden sollten, wollten wir noch auf die Halbinsel Dingle. Unser erster kurzer Stopp  war am Carrigafoyle Castle. Es ist eine alte Burg Ruine aus dem 15. Jahrhundert an der Mündung des Shannon Rivers. Diese diente einst zur Kontrolle des Schiffsverkehrs. Weiter ging es für uns bis in den Ort Ballybunnion immer an der Küste entlang.

Hier in Ballybunnion gibt es riesige Sandstrände hinter beeindruckenden Klippen. Und es gibt den Virgin Rock, ein freistehender Felsen mit einem Bogen. Dieser steht im Atlantik unmittelbar am Nun´s Beach. Wir waren gerade bei Niedrigwasser vor Ort und hatten so einen beeindruckenden Blick. Bei Flut soll es hier in der Bucht auch oft Delfine geben. Es gibt auch einen wundervollen Cliff Walk welcher den Virgin Rock so richtig in Szene setzt.

Conor Pass Wasserfall

Wir wollten weiter, denn unser heutiges Ziel war noch etwas entfernt. Wir hatten zwei verschiedene Routen zur Auswahl. Entweder am Atlantik entlang oder über den Conor Pass. Wir entschieden uns für die zweite Route und wurden wirklich belohnt. Der Conor Pass ist eine Gebirgsstrasse, welche uns in die Stadt Dingle führen sollte. Die Strasse ist an einigen Stellen wirklich so schmal, dass nur ein Auto hindurch passt. Immer wieder kreuzten Schafe die Straße. Kurz vor dem schmalsten Stück kamen wir am Conor Pass Wasserfall an. Dieser entsteht durch Regenwasser aus den Bergen. Wenn wir etwas mehr Zeit gehabt hätte, wäre für uns sicher hier genau der richtige Ort für eine Wanderung gewesen.

Doch unser Ziel lag nicht in den Bergen von Dingle. Wir fuhren hinunter und durch die Stadt Dingle hindurch, bis wir An Bothar Pub erreichten. Das ist ein traditioneller irischer Pub in ländlicher Umgebung, der besonders für seine gemütliche Atmosphäre und seine typische Pub-Kultur bekannt ist. Die Stimmung war sehr entspannt und der Pub lag etwas abseits der großen Touristenorte. Wir fanden hier ein Familienzimmer und haben am Abend sehr gut gegessen. Doch unser Tag hatte hier noch kein Ende gefunden.

Dunquin Pier

Nach dem Abendessen setzten wir uns nochmal ins Auto und fuhren etwa 20 Minuten zum Dunquin Pier. Der Dunquin Pier am Abend ist ein wundervoller Fotospot. Es waren noch einige andere Touristen da, aber nicht nicht mehr viele. Die kleinen Serpentinen des Hafens wirkten im abendlichen Licht durchaus dramatisch, während die Wellen an die Felsen donnerten. Gerade zum Sonnenuntergang zeigt sich der Dunquin Pier mit echter irischer Küstenromantik.

Wir hatten wirklich Glück und waren auf einmal allein vor Ort und konnten für uns tolle Bilder machen. Früher war dieser Pier wichtig für die Versorgung der Menschen auf den Inseln vor der Halbinsel Dingle. Heute wird der Pier noch für Ausflugsboote genutzt. Für uns endete hier der Tag aber nun wirklich. Es ging zurück zum An Bothar Pub und wir konnten gar nicht richtig fassen, was wir heute alles erlebt haben.

Von Dingle in den Ring of Kerry

Der Tag startete wieder mit irischem Wetter und einem Frühstück im An Bothar Pub. Wir trauten uns dann doch raus in den Regen und den stürmischen Wind. Aber wir konnten ja zum Glück mit dem Auto fahren. Es ging in Richtung Dunmore Head  und  Slea Head. Den Dunmore Head wollten wir uns eigentlich anschauen, aber der Wind war so heftig, dass wir nur bis auf den Parkplatz gekommen sind. Also ging es für uns die schmale Strasse Slea Head Drive am Atlantik entlang. Auch hier war ein passieren von zwei Autos nebeneinander unmöglich. Was bei Gegenverkehr immer wieder gekonnte Rückwärtsfahren abverlangte. Und das im Linksverkehr.

Aber das haben wir auch alles gemeistert. Kurz vor Dingle entdeckten wir am Fairy Fort Ringfort eine Art Streichelzoo bei einer Farm. Hier liefen Schafe mit ihren Lämmern und Ziegen frei herum. Dazu lagen noch zwei Alpakas etwas surreal im irischen Wind auf einer kleinen Wiese. Gerade Ben hatte hier echt Spaß die Tiere mit Trockenfutter zu füttern. Dieses bekam man am Eintritt beim Betreten der kleinen Farm. Hier war auch wirklich viel los, da dieser Ort direkt an der Straße nach Dingle lag.

Die farbenfrohe Stadt Dingle am Atlantik

Dingle ist eine kleine, lebendige Hafenstadt auf der Dingle-Halbinsel im County Kerry. Schon am Vortag haben wir den Ort durchquert. Heute wollten wir einen kleinen Stopp machen. Der Hafen von Dingle ist bis heute das Zentrum der Stadt und wird sowohl von Fischern als auch von Touristen genutzt. Besonders beliebt sind Bootstouren zur Beobachtung von Delfinen. Wir hatten dafür heute keine Zeit, aber wir sollten in den kommenden Tagen noch Delfine sehen. Mit einen Kaffee und einem warmen Kakao in der Hand schlenderten wir durch den bunten Ort. Es wuselte hier und es waren viele Touristen unterwegs. Bis in den Hafen schlenderten wir und ließen uns einfach nur durch den zauberhaften Ort treiben.

Killagha Abbey und das Cahergal Stone Fort

Auf unserem Roadtrip durch Irland, unterwegs von Dingle nach Portmagee, haben wir zwei ganz unterschiedliche, aber gleichermaßen spannende Stopps am Wild Atlantic Way eingelegt. Die Killagha Abbey wirkte mit ihren alten Steinmauern und den teils verfallenen Bögen fast ein wenig geheimnisvoll. Mitten in der ruhigen Landschaft gelegen, konnte man hier wunderbar eine Pause einlegen und die besondere Stimmung dieses historischen Ortes auf sich wirken lassen.

Ein ganz anderes Gefühl vermittelte das Cahergal Stone Fort, ein beeindruckend gut erhaltenes Ringfort aus der frühen irischen Geschichte. Gemeinsam  sind wir über die geschichteten Treppen und Steinmauern gelaufen. Immer wieder findet man solche kurzen Stopps auf dem Wild Atlantic Way, die nicht immer die großen Attraktionen, aber oft die kleinen Erlebnisse auf dem Roadtrip sind.

Wir erreichten dann am späten Nachmittag den kleinen Ort Portmagee. Hier checkten wir im The Moorings Hotel ein und bekamen ein großes Familienzimmer mit ausreichend Platz für uns vier. Beim Abendessen unten im Pub erfuhren wir, dass hier in dem Hotel auch vor einigen Jahren die Star Wars Crew gastiert hat. Es waren Bilder an der Wand zu sehen wie Schauspieler Mark Hamill – alias Luke Skywalker – am Tresen des The Moorings steht und ein Guiness zapft. Man erzählte uns, dass die Crew hier etwa 6 Wochen lang auf der Skellig Michael gedreht hat. Diese Insel wollten wir uns auch anschauen. Dafür waren wir hier.

Zwei Übernachtungen in Portmagee mit Star Wars Feeling

Die erste Nacht haben wir sehr gut verbraucht und wir hofften, dass wir heute die Tour zur Skellig Michael machen konnten. Leider zeigte sich das irische Wetter mal wieder von seiner ehrlichsten Seite. Es hingen dicke Wolken über der Küste. Nach dem Frühstück im The Moorings fragten wir bei dem Touranbieter zur Skellig Michael nach. Die Antwort hatten wir schon vermutet: Nein, heute nicht.

Portmagee und Hafen
Portmagee und Hafen

Valentia Island Lighthouse 

Aber hier in der Region gibt es noch viel mehr zu entdecken. Zum Beispiel das Valentia Island Lighthouse, zu dem wir über die Brücke in Portmagee hinüber fuhren. Er steht an einer dramatischen Küstenlandschaft mit scharf-kantigen Felsen direkt am Atlantik. Der heutige Leuchtturm wurde im 19. Jahrhundert erbaut, um die gefährlichen Gewässer rund um die Insel für die Schifffahrt sicherer zu machen. Besonders bei stürmischem Wetter zeigt sich seine wichtige Funktion: Er warnt Schiffe vor den zerklüfteten Felsen und starken Strömungen der Region. Noch heute hat der Leuchtturm seine Funktion und man kann ein kleines Museum besichtigen und den Leuchtturm auch selbstständig besteigen.

Die Umgebung des Leuchtturms gilt als eine der spektakulärsten Küstenlandschaften Irlands. Besucher kommen vor allem wegen der Aussicht auf das offene Meer, die wilde Natur und die besondere Atmosphäre dieses abgelegenen Ortes. Als wir auf dem Leuchtturm standen, schauten wir fast 20 Minuten auf die riesigen Wellen, dies sich an den Felsen brachen. Wir kamen davon gar nicht los. Dieser Valentia Island Lighthouse hat uns sehr gut gefallen und empfehlen wir jedem, der in der Nähe der Kerry Cliffs ist.

Auch für Geschichtsinteressierte ist das ein besonderer Ort: von hier aus wurde das erste transatlantische Telefonkabel nach Amerika gelegt.

Die unglaublichen Kerry Cliffs

Nun fuhren wir hinüber zu den Kerry Cliffs. Diese gehören für uns zu den spektakulärsten Cliffs in Irland. Wir haben unsere drei Top-Cliffs in einem extra Blogbeitrag beschrieben, schaut gern mal rein.

Die Kerry Cliffs kann man nur tagsüber zu bestimmten Uhrzeiten besuchen. Achtet also hier auf die Öffnungszeiten, denn danach ist der Parkplatz geschlossen. Da der Zugang zu den Klippen über ein Privatgelände führt, wird hier auch ein Eintrittsgeld erhoben. Wir parkten auf dem Parkplatz und liefen dann hinauf zu den Cliffs. Diese sind hier bis zu 300 Meter hoch und damit extrem beeindruckend. Es gibt zwei Aussichtspunkte, die mit Zäunen versehen gut begehbar sind. Der Blick nach unten ist unglaublich. In die Ferne konnten wir heute nicht sehen, es war einfach zu nebelig.

Es gibt aber die Möglichkeit hier an den Kerry Cliffs mit dem Camper zu stehen. Zu mindestens haben wir Stellplätze direkt an den Klippen gesehen. Das würde uns auf jeden Fall gefallen. Sicher muss man dies Stellplätze für den Sommer lange im Vorraus buchen.

St. Finian’s Bay und das Driftwood Surf Café

Weiter ging es mit dem Auto über den Cúm an Easpaig (Cliff View), allerdings war von den Cliffs von hier nichts zu sehen. Der Nebel war so dicht, dass man maximal 10 Meter weit schauen konnte. Herzlich willkommen in Irland im April. Aber wir entdeckten im nächsten Ort an der St. Finian’s Bay ein wundervolles Restaurant, mit dem wir hier gar nicht gerechnet haben: Das Driftwood Surf Café.

Wir gingen in das moderne kleine Gebäude und standen auf einmal in einem tollen modernen Restaurant, wie es auch in Dublin stehen könnte. Und das hier auf dem Land. Sorry, für das Klischee-Denken. Wir nahmen einen Tisch mit Blick auf den Atlantik. Hier war der Nebel nicht so dicht. Das Essen war richtig gut. Es gab moderne irische Küche und mit dem knisternden Kamin im Rücken wurde uns richtig wohlig.

Direkt nebenan gibt es auch noch eine Schokoladen-Fabrik. Die Skelligs Chocolate Factory ist recht touristisch, aber sie können wirklich leckere Schokolade produzieren. Wir testeten uns durch einige Sorten, bevor es weiter ging.

Ballinskelligs Beach

In Ballinskellig angekommen liefen wir den riesigen Strand entlang. Der Strand zeigte sich aber sehr grau und es war einfach nicht einladend. Bei schönem Wetter wird hier am Strand eine Menge los sein. Nicht mal die kleine Burgruine direkt am Strand, die im 16. Jahrhundert als Schutz vor Piraten errichtet wurde lockte uns. Das Wetter war heute einfach zu grau. Die alte Burg Ruine verleiht dem Ort aber eine fast mystische Atmosphäre, besonders bei diesen Gegebenheiten.

Bei klarer Sicht kann man von hier aus sogar die berühmten Skellig Islands erkennen, darunter auch Skellig Michael, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Heute allerdings nicht.

Robben am Reencaheragh Beach

Unweit von Portmagee und unserem Hotel The Moorings entfernt, fanden wir in einer kleinen Bucht Robben. Das hat uns so gut gefallen, dass wir hier einige Zeit blieben, die Robben beobachteten und etwas am steinigen Strand entlang spazierten. Es war schon später Nachmittag und noch immer zeigte sich das Wetter irisch durchwachsen.

Am Abend gab es für uns wieder Abendessen im Pub vom The Moornings. Wir schauten beim Abendessen auf den Wetterbericht für den nächsten Tag und der machte uns sehr viel Hoffnung.

Die Skellig Michael Tour- Mit dem Boot um die Star Wars Insel

Tatsächlich weckte uns heute die Sonne durch die Fenster unsere Hotelzimmers. Damit wussten wir, die Skellig Michael Tour könnte heute stattfinden. Wir packten unsere Sachen und gingen zum Frühstück. Beim Blick auf dem Fenster auf den Hafen, war das Wasser spiegelglatt. Wir hatten sehr viel Hoffnung. Nach dem Frühstück liefen wir über die Strasse zu Skellig Michael Cruises, dem Touranbieter in Portmagee. Der Kapitän bejate mit einem lächeln, unsere Frage nach der Tour und sagte: Das warten hat sich gelohnt!

Bootstour Skellig Michael mit Skellig Michael Cruises

Zwei Tage lang haben wir nun auf unserem Irland-Roadtrip durch Irland auf das Wetter geschaut, gehofft und gebangt – und dann war es endlich soweit: Am dritten Tag zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite und wir konnten mit dem Boot von Skellig Michael Cruises Richtung Skellig Michael starten. Schon beim Ablegen begann für uns das Abenteuer. Die Überfahrt auf den offenen Atlantik war noch recht ruhig. Dann steuerte der Kapitän zwischen zwei engen Felsen hindurch. Er wusste genau, was er tat. Kaum aus der geschützten Bucht raus, wurden wir von etwa 3-4 Meter hohen Wellen und begrüßt – ein Erlebnis, das gleichzeitig beeindruckt und Respekt vor dem Meer weckt. Der Kapitän meinte, das ist heute alles sehr ruhig.

Vorbei an den Kerry Cliffs und der Puffin Island ging es hinaus auf den Atlantik. Von hier aus konnten wir Skellig Michael bereits sehen. Wir fuhren etwa 30 Minuten und stoppten dann vor der ersten der zwei Inseln. Wir sahen tausende Möwen auf den Felsen wie Perlenschnüre aufgereiht sitzen. Es sollen bis zu 70.000 Vögel auf dieser Insel sein. Und immer wieder haben wir auch einen kleinen Puffin im Meer und in der Luft gesehen. Aber der Kapitän half uns, beim sichten, denn diese zu finden ist nicht leicht.

Dann führen wir hinüber zur Skellig Michael. Diese ist ab Mai sogar begehbar. Jetzt im April ist eine Landung nicht erlaubt. Der Pier wurde auch immer wieder von Wellen überschwemmt, sodass wir eine Ahnung hatten, wie man hier aussteigen muss. Die spektakuläre Kulisse von Skellig Michael, die Geschichten rund um die Star-Wars-Dreharbeiten zu „Star Wars: Episode VII – The Force Awakens“ und „Star Wars: Episode VIII – The Last Jedi“, wo die Insel als Rückzugsort von Luke Skywalker diente. Diese beiden Filme wurden zwischen 2014 und 2016 auf Skellig Michael gedreht. So bricht jedes Jahr zum 4. Mai (May the Force) hier ein Star Wars-Run aus und viele Star Wars-Fans wollen auf die Insel. Der Zugang ist aber über das ganze Jahr besgrenzt.

Auf dem Rückweg wartete dann das absolute Highlight: Über 20 Minuten begleiteten uns Delfine, die immer wieder neben dem Boot auftauchten und in der Bugwelle unseres Bootes spielten. Ein intensives Naturerlebnis, das wir als Familie so schnell nicht vergessen werden und uns an das Schwimmen mit Delfinen in Mauritius erinnerte.

Sneems Seaweed Bath

Nach diesem unglaublichen Abenteuer fuhren wir weiter auf dem Ring of Kerry und das nächste Abenteuer wartete in Sneems.

Und zwar ein ganz besonderes Wellness-Erlebnis im Sneems Seaweed Bath. Ein unglaublich coole irische Art der Entspannung wartete hier auf uns. In großen Holzfässern badet man in warmem Wasser, das mit frischem Seetang angereichert wird – eine Praxis, die in Irland seit Jahrhunderten bekannt ist.

Dem Seetang werden pflegende und wohltuende Eigenschaften nachgesagt: Er soll die Haut weich machen, die Durchblutung fördern und für tiefe Entspannung sorgen. Gleichzeitig schafft die ruhige, rustikale Atmosphäre einen starken Kontrast zu den wilden Landschaften draußen.

Nach dem aufregenden Start in den Tag voller Eindrücke um Skellig Michael ist dieser Besuch hier eine perfekte Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und neue Energie zu tanken. Ja vielleicht auch das noch immer währende schaukeln vom Meer los zu werden.

Wir stiegen in die Fässer mit dem warmen Wasser. Dann kam ein Eimer voller Seetang dazu. Das Wasser war durch den Seetang ölig und der Seetang war glitschig. Es fühlte sich aber nicht ekelig an, sondern sehr angenehm. Wir blieben knapp eine Stunde in den Fässern sitzen und genossen die Aussicht in die wunderschöne Irische Landschaft. Eine absolute Empfehlung, das müsst ihr in Irland probieren.

Kajak Tour auf dem Lough Leane in Killarney

Am späten Nachmittag erreichten wir Killarney, eine malerische Stadt im County Kerry im Südwesten Irlands. Sie gilt als eines der wichtigsten touristischen Zentren des Landes. Die Stadt liegt direkt am Rand des berühmten Killarney National Park, der für seine Seen, Berge und Wälder bekannt ist. Und genau da wollten wir mit einer Kajak Tour mit Killarney Kayaking die Natur und den See Leane entdecken.

Der Lough Leane ist der größte von drei Seen im Nationalpark und wir starten am Ross Castle mit unserer Tour. Unser Guide William war super nett und sehr sympathisch. Er hat uns empfangen, als wären wir Freunde und würden uns schon lange kennen. Er erklärte uns alles und nachdem wir uns in die Neopren-Anzüge gequetscht und Schwimmweste übergezogen haben, konnte es auch los gehen. Wir paddelten auf den Lough Leane bis zu einer kleinen Insel. Dort gab es einen kleinen Felstunnel, den wir hindurch gleiten konnten. An einer zweiten Insel wartete noch so ein Tunnel auf uns. William erzählte uns einiges zur Natur und wie wunderbar man sich hier mit dem Kajak fortbewegen kann.

Nach zwei Stunden erreichten wir wieder das Ross Castle und unsere Ausgangspunkt. Ein tolle Tour und hätten wir noch etwas mehr Zeit für diese Region, hätten wir gern eine längere Tour mit William in den Kajaks gedreht.

Für uns ging es aber ins Black Sheep Hostel in Killarney, wo wir diese Nacht verbringen sollten. In der malerischen Stadt gibt es jede Menge gute Pubs und Restaurants , sodass es für uns kein Problem war, ein paar richtig gute Fish & Ships zum Abendessen zu finden.

Der Kanu Trip

Vom Killarney National Park zum Mizen Head

Der Tag startete im Black Sheep Hostel mit einem sehr guten Kaffee und Kakao. Der Kaffee wird im Internet hoch gelobt und ja, die können das hier wirklich. Frühstück gab es für uns auf die Hand beim Bäcker nebenan, bevor wir uns wieder auf die irischen Straßen im Linksverkehr wagten.

Torc Waterfall und der Ladys Viewpoint im Killarney National Park

Heute war erstmal der Weg das Ziel und wir fuhren über eine herrlichen Bergstraße durch den Killarney Nationalpark. Wir machten einen ersten Stopp am Torc Waterfall. Eine kleine Wanderung führte uns durch einen mit Moos bedeckten grünen Wald. Der Wasserfall liegt mitten in diesem Wald. Einige Stufen weiter kommt man noch über den Wasserfall. Hier in der Region gibt es sehr viele Wanderwege, die zu ausgedehnten Tagestouren einladen. Nicht umsonst ist das hier die Urlaubsregion in Irland.

Etwas weiter die Bergstrasse hinauf verreichten wir den Ladys Viewpoint. Seinen Namen verdankt der Aussichtspunkt einem Besuch von Königin Queen Victoria im Jahr 1861: Die Hofdamen („Ladies“) der Königin waren so begeistert von der Aussicht, dass der Ort nach ihnen benannt wurde. Heute ist Ladies View ein beliebter Halt entlang des berühmten Ring of Kerry. Die Kombination aus glitzernden Seen, sanften Hügeln und rauen Berglandschaften macht diesen Ort zu einem der schönsten Fotospots in ganz Irland.

Goleen Harbour Eco Resort

Für uns ging es nun weiter Richtung Süden und wir verließen den Ring of Kerry und erreichten den County Cork. Unser Ziel war der Mizen Head. Doch bevor wir zu diesem fuhren erreichten wir das Goleen Harbour Eco Resort. Dort hatten wir die kommende Nacht einen herrlichen Dome gebucht. Dieser lag direkt am Meer in einer Bucht neben zwei weiteren Domes und einigen Glamping Hütten.

In dem Dome gab es eine voll ausgestattete Küche, ein Bad, ein Doppelbett mit einem herrlichen Blick auf das Meer und zwei Betten oben auf einem Hochbett. Der Dome wurde mit einem Ofen beheizt und war so gemütlich. Ein echtes Highlight an Unterkünften auf unserer Reise. Wir haben schon mehrere solcher Domes bewohnt, aber dieser hier war noch etwas liebevoller, durchdachter und funktioneller eingerichtet. Eine Absolute Empfehlung für das Goleen Harbour Eco Resort.

Mizen Head

Nun ging es aber weiter bis zum Mizen Head. Dieser hat bestimmte Öffnungszeiten und ist außerhalb dieser nicht zu besichtigen. Der Mizen Head ist der südwestlichste Punkt Irlands und bietet einen Blick auf die spektakuläre Küstenlandschaft. Steile Klippen fallen hier in den Atlantik ab, während eine schmale Brücke zur alten Signalstation führt, die einst zur Beobachtung des Schiffsverkehrs diente.

Heute war es zwar sonnig und angenehm warm, aber es herrschte ein extremer Wind hier am Mizen Head. Und besonders bei windigem Wetter zeigt sich die rohe Kraft des Ozeans, wenn die Wellen gegen die Felsen schlagen. Wir liefen über die massive Betonbrücke und hatten bei dem Wind dennoch wackellige Beine. Der Blick in beide Richtungen war unglaublich, dennoch wollte keiner so richtig auf der Brücke stehen bleiben.

In den alten Gebäuden von der Signalstation waren einige Exponate von früher ausgestellt, die das Leben hier darstellen sollten. Für uns war aber viel spannender den Wind an der äußersten Spitze zu spüren. Wir konnten uns gegen den Wind lehnen. Die Wellen hier waren nochmal viel höher als an allen anderen Orten, die wir bisher besucht haben.

Am Mizen Head gibt es einige Wege und Treppen, die man erkunden kann und wir verbrachten hier etwa eine bis eineinhalb Stunden um alles zu entdecken und die Wellen und den kräftigen Wind ausreichend zu bestaunen. 

Wet and Wild Sauna am Galley Cove Beach

Damit endete aber der Tag noch nicht. Auf dem Rückweg hatten wir noch etwas Entspannung in der Wet and Wild Sauna geplant. Eine kleinen Fasssauna, die hier an vielen Stränden in Irland stehen und Online buchbar sind. Diese hier steht am Galley Cove Beach in der Nähe vom Mizen Head. Sie wird mit einem Ofen mit Feuer betrieben. Als wir ankamen, war die Sauna schon auf Temperatur. Da wir die Sauna für uns hatten, war es kein Problem, dass Ben mit seinen 13 Jahren mit hinein kam. Oft sind Saunen in Irland erst ab 16 Jahren.

Aber in Irland geht man mit Badehose in die Sauna. Hier in der Galley Cove Beach war es eh notwendig Badebekleidung zu tragen, denn sie stand vollkommen öffentlich am Strand. Zur Abkühlung ging es dann direkt und in den eiskalten Atlantik, bevor wir wieder in die heiße Sauna sprangen. Es ist spannend zu sehen, dass die Menschen hier in Irland genauso wie die Finnen saunieren. Keine auferlegten Saunaregeln…

Nach der Sauna kamen wir zurück in unserem Dome vom Goleen Harbour Eco Resort und hatten uns von unterwegs etwas zu Essen mitgebracht. Der Ofen wurde angeheizt und brachten den Dome auf angenehme Temperaturen. So konnten wir mit einem herrlichen Blick aufs Meer einschlafen und hatten eine unglaublich tolle Nacht in diesem exklusivem Glamping Spot.

Über Kinsale bis nach Cork

Am Morgen wurden wir von prasselndem Regen auf unserem Dome geweckt. Keiner von uns wollte so richtig aus dem Bett heraus. Wir schauten auf tief dunkle Regenwolken über dem Meer. Wir krochen dennoch aus dem Bett und packten unsere Sachen. Gott sei Dank sind wir mit unseren ORTLIEB Waterproof Duffle Bags und Atrak Rucksäcken unterwegs, die zu 100% wasserdicht sind.

Wir brachten alles zum Auto und schon ging es weiter in Richtung Cork. Es ging für uns immer die Küste entlang und wir erreichten nach einiger Zeit den kleinen Ort Kinsale direkt an der Küste. In einem Kaffee haben wir uns mit Reinhard und Angelika von Saddlestories verabredet und getroffen. Die beiden sind gerade auf einem Bikepacking Trip durch Irland unterwegs und hatten einen Off-Day in Kinsale. Das passte also gut und wir hatten tatsächlich viel miteinander zu erzählen. Schaut mal rein auf deren Website und deren Irland-Reise mit dem Gravel-Bike.

„Deck of Cards“ Houses in Cobh

Wir erreichten dann nach einer weiteren Stunde Fahrt im Regen den Ort Cobh. Der Hafen dieser Stadt war der letzte, den einst die Titanic anlief, bevor sie sich auf die verhängnisvolle Fahrt begab. Im Hafen gibt es daher ein kleines Titanic-Museum. Wir haben dieses aber heute nicht besucht, da wir schon auf unserer Reise in Nordirland und Belfast das unglaubliche Titanic-Museum gesehen haben.

Wir wollten aber ein Bild machen, was immer wieder im Internet kursiert. Die „Deck of Cards“ Houses in Cobh – Wie aufgestellte Spielkarten reihen sie sich dicht an einem steilen Hang aneinander und bilden ein besonders harmonisches Gesamtbild. Im Hintergrund erhebt sich die imposante St Colman’s Cathedral, die dem Motiv zusätzliche Tiefe und Dramatik verleiht. Und selbst heute bei Regenwetter ist dies ein tolles Motiv geworden.

Deck of Cards Houses in Cobh
Deck of Cards Houses in Cobh

Doch nun ab nach Cork, denn dort wartet ein tolles Hotel auf uns.

Entspannung am Ende des Roadtrips im Maryborough Hotel in Cork

Das Maryborough Hotel & Spa in Cork ist für die kommende Nacht unser zu Hause. Ein elegantes Hotel in einem historischen Herrenhaus mit weitläufigen Gärten und ruhiger Atmosphäre. Viele Gäste schätzen die Kombination aus klassischem Stil und modernem Komfort. Wir hatten zwei geräumige Doppelzimmer mit einer Verbindungstür, also perfekt für Familien mit Kindern.

Besonders hervorzuheben ist der großzügige Spa-Bereich mit Pool, Sauna und verschiedenen Wellness-Angeboten, der ideal zum entspannen ist – gerade nach einem aktiven Reisetag oder wie bei uns nach mehr als einer ganzen Woche Roadtrip. Auch der Fitnessbereich ist gut ausgestattet und bietet alles für ein kurzes intensives Training zwischendurch.

Kulinarisch spielt das Hotel ebenfalls in einer hohen Liga: Das hauseigene Restaurant Bellini’s zählt zu den besten in Cork und ist bekannt für seine hochwertige Küche mit einheimischen Produkten und der stilvolle Atmosphäre.

Insgesamt bietet das Maryborough Hotel für uns eine super Mischung aus Erholung, Genuss und Komfort. Perfekt für etwas Entspannung am Ende eines Roadtrips durch Irland.

So verbrachten wir den restlichen Nachmittag und den Abend im Hotel mit all seinen Annehmlichkeiten.

Von Cork nach Dublin

Nach einem Ausgezeichneten Frühstück im Maryborough Hotel packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg von Cork nach Dublin. Wir machten aber vorher noch einen kleinen Stopp im Butter-Museum in Cork. Ja so etwas gibt es hier. Und wer kennt sie nicht, die berühmte irische Butter. In dem kleinen Museum wurden alte Gerätschaften zur Herstellung von Butter gezeigt. Außerdem die Bedeutung der Butter und deren Wege, die aus der Region alle nach Cork führten. Nach diesem kurzen Besuch und einem Spaziergang durch die Markthallen von Cork verließen wir die zweitgrößte Stadt Irlands in Richtung Dublin.

Rock of Cashel

Auf dem Weg nach Dublin passierten wir den Rock of Cashel, welcher auf einem Kalksteinfelsen in der Grafschaft Tipperary liegt. Die Anlage besteht aus einer beeindruckenden Sammlung mittelalterlicher Gebäude, darunter eine Kathedrale, ein Rundturm und die berühmte Cormac’s Chapel. Für uns war die Rock of Cashel ein perfekter Zwischenstopp. Der Ort war einst Sitz von Königen und ein wichtiger Ort in der irischen Geschichte. Beim Rundgang spürt man diese Geschichte und der Blick in die Kapelle ist wirklich beeindruckend. 

Weiter ging es in Richtung Dublin, dem letzten Step auf unserem Roadtrip.

Illusion Museum Dublin

Wir kamen am Nachmittag in Dublin an und irgendetwas wollten wir noch erleben. Vielleicht auch ein wenig Spaß haben und unterhalten werden. Wir entdeckten das illusion Museum Dublin und buchten uns noch einen Slot für den späten Nachmittag. Wir kannten so ein Museum schon von unserer Reise nach Las Vegas. Dort hatten wir richtig viel Spaß und genau das sollten wir auch hier in Dublin haben.

Es gab hier einige kuriose Ausstellungsstücke, die den Kopf etwas zum Nachdenken anregten, um die Situation zu verstehen. So plätscherte Wasser durch einen frei schwebenden Wasserhahn, oder es wurden zwei Formen an Ketten aufgestellt, die sich selbst tragen. Man kann es schwer erklären, man muss davor stehen und es verstehen. Dazu kann man im illusion Museum Dublin auch in einigen Fotosets lustige Bilder stellen, sodass man zum Beispiel an der Decke läuft oder aus dem Fernseher springt.

Wir hatten hier auf jeden Fall Spaß und Flo und Ben wollten echt alles ausprobieren.

Restaurant Chequer Lane by Jamie Oliver

Als Abschluss unserer Reise haben wir nochmal etwas tolles gefunden. Der Fernsehkoch Jamie Oliver hat ein Restaurant in Dublin Namens Chequer Lane by Jamie Oliver und da wir gutes Essen lieben, wollten wir doch mal schauen, ob man bei Jamie Oliver so gut isst, wie sein Ruf ist. Wir haben am Vorabend noch einen Tisch reservieren können. Jetzt denkt man, dass das Restaurant extrem teuer sein wird, aber nein. Es gab regionale Küche zum relativ normalen Preis, wenn man das im touristischen Stadtteil von Dublin sagen kann.

Das Essen war richtig lecker und wir wurden sehr freundlich bedient. Wir ließen uns nochmal die Reise durch den Kopf gehen und merkten, dass wir doch eine ganze Menge gesehen haben. Trotz des wechselhaften Wetters haben wir so viele Orte am Wild Atlantic Ways besucht und doch einige Aktivitäten machen können. Und jetzt zum Abschluss der Irland-Reise sitzen wir hier in einem tollen Restaurant und genießen die unglaubliche irische Gastfreundschaft.

Das waren 9 Tage Roadtrip auf dem Wild Atlantic Way

Neun Tage Irland liegen hinter uns – neun Tage voller rauer Küsten, spektakulärer Klippen, schmaler Straßen, wechselhaftem Wetter und unglaublich vieler besonderer Momente. Der Wild Atlantic Way hat uns auch auf dieser Reise wieder komplett begeistert und gezeigt, warum Irland für uns eines der schönsten Roadtrip-Ziele Europas ist.

Besonders der Süden-Westen Irlands hat uns überrascht. Von den beeindruckenden Kilkee Cliffs über die Dingle-Halbinsel bis hin zum Ring of Kerry und dem windumtosten Mizen Head – jede Region hatte ihren ganz eigenen Charakter. Dazu kamen viele kleine spontane Stopps, gemütliche Pubs, besondere Unterkünfte und Begegnungen, die man so einfach nicht planen kann.

Auch als Familie mit Teenagern war diese Reise für uns perfekt. Gerade die Mischung aus Natur, kleinen Abenteuern und besonderen Aktivitäten wie der Skellig-Michael-Bootstour, Kajakfahren im Killarney National Park, den Seaweed Baths oder den vielen Cliff Walks hat dafür gesorgt, dass wirklich jeder auf seine Kosten kam. Und genau das macht einen Roadtrip durch Irland so besonders: Jeder Tag fühlt sich anders an.

Natürlich gehört in Irland auch das Wetter dazu. Regen, Wind, Nebel und Sonne wechselten teilweise im Minutentakt. Aber genau das macht die Stimmung auf der grünen Insel irgendwie aus. Die Landschaft wirkt dadurch oft noch dramatischer und echter. Wer Irland bereist, sollte das Wetter nicht als Problem sehen, sondern als Teil des Abenteuers.

Für uns steht jedenfalls fest: Das war ganz sicher nicht unser letzter Roadtrip auf dem Wild Atlantic Way. Es gibt noch immer so viele Orte, die wir entdecken möchten. Und genau das lieben wir an Irland – man kommt zurück und fühlt sich trotzdem jedes Mal wieder wie auf einem neuen Abenteuer.

Autoren

  • Ich bin Thomas und schreibe seit vielen Jahren den Familien Reiseblog Fravely. Ich liebe es die Welt zu bereisen und mit meinen beiden Jungs Flo und Ben und meiner Frau Melanie wundervolle Abenteuer zu erleben.

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  • Flo.umdiewelt

    Ich bin Florian und liebe es in den Bergen unterwegs zu sein. Auf einem Berg zu stehen und über die Gipfel oder in die Ferne zu schauen ist das Größte für mich.

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